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Montag, 2. Februar 2026

Brauchen wir Sozialismus


Mündlicher Beitrag von Michael Klonovsky

Dieser Beitrag wurde am 16.01.2024 von Michael Immel auf der Plattform X gepostet und jetzt von mir niedergeschrieben und gekürzt.

Michael Klonovsky zitiert zuerst einen Text eines Sozialisten und kommentiert ihn dann wie folgt:

Kein Privateigentum, keine Privatsphäre. So klingt Sozialismus, aber ob auch die Kinder Gemeinschaftseigentum werden, beantwortet der Text nicht, weil Kinder in dieser Welt wahrscheinlich nicht vorgesehen sind. Sie stossen ohnehin nur CO₂ aus und Kinder gibt es in anderen Erdteilen schon mehr als genug. Meine Damen und Herren diesseits der 30, Sie sind noch zu jung, um die DDR kennengelernt zu haben. Das letzte deutsche Regime, das möglichst viel Privateigentum abgeschafft und in Gemeinschaftseigentum verwandelt hat. Aus den Schulbüchern wissen Sie, dass die Menschen damals in Scharen versucht haben, dieses Land zu verlassen. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob Ihnen in der Schule auch erklärt wurde, dass diese Menschen vor dem Sozialismus geflohen sind. Sozialismus hat nie funktioniert und wird nie funktionieren. Was allen gehört, gehört am Ende keinem. Niemand wird sich darum kümmern. Sozialismus macht erst alle gleich und dann alle arm. Ihre Generation soll die nächste sein, an der dieses freiheitsfeindliche und menschenverachtende Experiment ausprobiert wird. Was ist das Wesen des Sozialismus? Keineswegs eine höhere Moral, wie man Ihnen einzureden versucht, sondern ein Aberglaube. Es handelt sich um den Aberglauben, dass die Entwicklung der Menschheit menschlicher Planung zugänglich ist und deshalb keinesfalls dem Zufall, etwa dem chaotischen Markt, überlassen bleiben darf. Der Unterschied zur Gegenwart besteht darin, dass die heutigen Sozialisten internationale Sozialisten sind. Der Nichtsozialist weiss, dass gesellschaftliche Entwicklungen wie zum Beispiel die Automobilität den Regeln der Evolution folgen, also Versuch, Irrtum, scheitern, verbessern, neuer Versuch, weiteres verbessern – so entwickelt sich Komplexität. Evolution ist das genaue Gegenteil von Planung. Planung verhindert Entwicklung. Dennoch sind die Planer überall auf dem Vormarsch. Natürlich sagt man Ihnen nicht, dass zu Ihren Lebzeiten ein neuer Sozialismus errichtet werden soll, sondern man versichert Ihnen, dass es um eine sozial gerechtere, ökologischere und nachhaltigere Zukunft geht, um Global Governance, einen Green Deal oder den Great Reset. Die absonderliche Logik dahinter lautet: Wenn die ganze Welt zentralistisch wie die DDR organisiert ist oder wie Venezuela, dann sind wir endlich in der Lage, das Klima, die Meere und nebenbei noch Afrika zu retten. Dieselben Politiker, die Ihnen erzählen, dass Sie kein CO₂ hinterlassen dürfen, haben nicht das geringste Problem damit, Ihnen Schuldenberge in Billionenhöhe zu hinterlassen. Die schrittweise Übertragung unserer Parlamentsrechte und Regierungsaufgaben auf die Behörden der EU wird dazu führen, dass eine Handvoll namenloser Brüsseler Bürokraten über Ihr Leben bestimmt.


Kommentar von mir:

Der Sozialismus schneidet hier sehr schlecht ab, darum beauftragte ich die Software Copilot (von Microsoft): „Schreib mir ein Plädoyer für den Sozialismus“ und erhielt folgenden Text:

Der Sozialismus steht seit jeher für eine Gesellschaftsordnung, in der Gleichheit, Solidarität und soziale Gerechtigkeit im Mittelpunkt stehen. Angesichts wachsender Ungleichheiten und globaler Krisen gewinnt die Idee eines solidarischen Miteinanders zunehmend an Bedeutung. Während der Kapitalismus oftmals die Profitmaximierung über das Wohl der Gemeinschaft stellt, setzt der Sozialismus auf die gerechte Verteilung von Ressourcen und Chancen.

In einem sozialistischen System werden die Grundbedürfnisse aller Menschen als oberste Priorität angesehen. Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Sicherheit sollen nicht vom Geldbeutel abhängen, sondern jedem Menschen unabhängig von seiner Herkunft offenstehen. Dadurch werden nicht nur soziale Spannungen abgebaut, sondern auch das individuelle Potenzial jedes Einzelnen gefördert.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die demokratische Mitbestimmung. Sozialismus bedeutet nicht zentrale Planwirtschaft ohne Mitsprache, sondern die echte Teilhabe der Bevölkerung an politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen. So entsteht eine Gesellschaft, in der nicht einige wenige über das Schicksal vieler bestimmen, sondern in der die Menschen gemeinsam über ihre Zukunft entscheiden.

Angesichts der Herausforderungen unserer Zeit – vom Klimawandel bis zur Digitalisierung – braucht es ein System, das nicht nur kurzfristige Gewinne, sondern nachhaltigen Fortschritt für alle anstrebt. Der Sozialismus bietet hierfür eine überzeugende Vision: Er verbindet individuelles Glück mit kollektiver Verantwortung und macht so eine menschenwürdige, gerechte Zukunft möglich.


Was gilt nun?

Ich stehe für die soziale Marktwirtschaft. Für die Marktwirtschaft nehme ich den Text von Michael Klonovsky und für die soziale Komponente das Plädoyer von Copilot.

Wenn man auf der ganzen Welt schaut, wo die Wirtschaft gedeiht, dann muss man zum Schluss kommen, dass zu viel Sozialismus die Wirtschaft erstickt.

In der Marktwirtschaft braucht es den egoistischen Ansporn, grosse Leistungen zu vollbringen. Das eigennützige (egoistische) Streben der Menschen kann zum Wohl der gesamten Gesellschaft beitragen.

Die Profitmaximierung darf jedoch nicht immer das höchste Ziel sein.

Für das Wohl der Gemeinschaft braucht es eine soziale Komponente.

Aber es ist kontraproduktiv, wenn der soziale Aspekt mit ideologischem Eifer eingebracht wird.




Samstag, 5. Juli 2025

Rufen das Alte Testament und der Koran zu Gewalt auf?


Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand … (2. Mose 21, 23-25)

Wer sich an euch vergeht, an dem vergeht euch genauso, wie er sich an euch vergangen hat! (Sure 2, 194)

Da steht der Koran dem Alten Testament in nichts nach.


Und tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben, denn Verfolgung ist schlimmer als Töten! Kämpft jedoch nicht gegen sie bei der geschützten Gebetsstätte, bis sie dort (zuerst) gegen euch kämpfen. Wenn sie aber (dort) gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Ungläubigen. (Sure 2, 191)

So tötet nun alles was, männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die schon einen Mann erkannt und bei ihm gelegen haben, aber alle Mädchen, die noch nicht bei einem Mann gelegen haben, die lasst für euch leben. (4. Mose 31, 17-18)

Im Koran gibt es einige Verse, die zum Töten von Ungläubigen aufrufen. Im Alten Testament wird zur Vernichtung der Völker, die im verheissenen Land lebten, aufgerufen.

 

Wer aber nicht den Herrn, den Gott Israels, suchen würde, sollte getötet werden, sei er klein oder gross, Mann oder Frau. (2. Chr 15, 13)

Wer seine Religion ändert, den sollt ihr töten. (Hadith-Nr. 3017)

Dies steht nicht im Koran, aber nach der allgemein gültigen islamischen Rechtsauffassung wird der Abfall vom Islam mit dem Tod bestraft.  Ist dies eine respektable Religion?

 

Früher wurde der Koran von Imamen ausgelegt und radikale Imame wurden von den Herrschenden nicht geduldet. Heute kann sich jeder im Internet Gruppen anschliessen, die den Koran fundamentalistisch auslegen. Das Gleiche gilt bei den Juden: Jeder kann dem Rabbiner folgen, der die Tora und den Talmud nach seinem Gusto auslegt. Islamisten und ultraorthodoxe Juden legen ihre heiligen Schriften fundamentalistisch aus, was dazu führt, dass gewaltverherrlichende Verse eine grosse Bedeutung erhalten.

Solange es religiöse Eiferer gibt, wird es keinen Frieden geben. Erst wenn sich die Mehrheit der Menschen von der Vernunft leiten lässt und sich von allen alleinseligmachenden Ideologien distanziert, wird es Frieden geben.

Nun, die religiösen Fanatiker im Nahen Osten sollen sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, das geht mich nichts an.

So können wir nicht mehr denken, wenn sich mit Israel und dem Iran zwei Atommächte gegenüberstehen.


Dienstag, 7. Januar 2025

Wo braucht es Brandmauern?


In der AFD gibt es viele Protestwähler, die sich von den Altparteien nicht vertreten fühlen. Durch die Brandmauer gegen die AFD werden sie ins politische Abseits gedrängt.

Deutschland braucht eine Partei, die entschlossen gegen die Wokeness der Linken und Grünen vorgeht und der man abnimmt, dass sie wirklich  o h n e  VORBEHALTE  gegen unkontrollierte Migration vorgeht.

Zu Recht wird darauf hingewiesen, dass rechtsextreme Parteien, die zum Faschismus neigen und Nazi-Gedankengut pflegen, gefährlich sind. Gegen rechtsextreme Ideologen wie Björn Höcke und seine Anhänger vom völkischen Flügel der AFD muss eine Brandmauer errichtet werden, aber nicht vor der AFD, sondern durch die AFD hindurch, um den rechtsextremen Flügel der AFD zu isolieren.

Ein grosser Teil der AFD-Wähler hat mit Nazi-Gedankengut nichts am Hut und fühlt sich von Alice Weidel vertreten. Ja, Alice Weidel vertritt rechtsaussen Gedankengut, aber sie gefährdet meiner Meinung nach eindeutig nicht die Demokratie.

Kann eine lesbische Frau, die im Ausland lebt, eine Gefahr für Deutschland sein?

Man sollte die Möglichkeit offen lassen, dass es auf kommunaler Ebene zu einer Zusammenarbeit mit der AFD kommen kann, wenn dort die Abgeordneten der AFD nicht zum extremen Flügel gehören.

Meiner Meinung nach kann man sich nicht prinzipiell gegen eine Zusammenarbeit mit der AFD aussprechen, da dies im Einzelfall zu fast absurden Situationen führen kann.

Wie können Demokratien vor der Übernahme durch antidemokratische Kräfte geschützt werden? Das gelingt, wenn wir alle Formen extremer linker und rechter Ideologien entschieden in die Schranken weisen.



Montag, 2. Dezember 2024

Das Durchsetzen der Menschenrechte darf keine Priorität mehr haben


Der Einsatz für den Frieden muss oberste Priorität haben. In der Aussenpolitik muss das Motto "G r e n z e n  d ü r f e n  n i c h t  v e r s c h o b e n  w e r d e n"  das wichtigste Anliegen sein.

Seit Russland einen brutalen Krieg gegen die Ukraine führt, müssen wir mit Enttäuschung feststellen, dass die Schwellenländer Brasilien, Südafrika, Indien und China diesen Angriffskrieg nicht verurteilen.

Diese Länder zeigen keine Solidarität mit dem Westen. Sie haben auch grosse Sympathien für Russland und China, weil sie von China und Russland nicht für die Missachtung der Menschenrechte verurteilt werden. Der moralische Imperialismus des Westens stösst ab. Die Entwicklungsländer wollen von den ehemaligen Kolonialmächten nicht von oben herab behandelt werden. Wir können uns eine realitätsferne Außenpolitik, die sich an Ideologien orientiert, nicht mehr leisten.

Putin verschiebt die Grenze zur Ukraine, Israel verschiebt die Grenzen im Westjordanland. Das führt dazu, dass weltweit aufgerüstet wird. Das Geld, das dafür ausgegeben wird, würde dringend gebraucht, um die Klimakatastrophe abzuwenden.

Die Schwellenländer empfinden es als Einmischung, wenn wir ihnen vorschreiben, wie sie mit Regimegegnern umzugehen haben. Ich glaube, dass wir mehr Zustimmung für die Devise finden, dass auf der ganzen Welt keine Grenzen mehr verschoben werden dürfen.


Mehr zum Thema im Abschnitt: Kritischer Blick auf die Menschenrechte   


Freitag, 13. September 2024

Die Genfer Flüchtlingskonvention muss angepasst werden


Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) ist nach dem Zweiten Weltkrieg für andere Gegebenheiten verfasst worden und ist reformbedürftig.

Es gibt keine Konvention, die mehr missbraucht wird!

  • Die meisten Asylsuchenden sind nicht politisch Verfolgte, sondern Wirtschaftsflüchtlinge.
  • Viele kommen ohne Ausweispapiere, weil so das Abschieben schwieriger wird.
  • Es werden falsche Ursprungsländer angegeben.
  • Großfamilien sammeln Geld und schicken einen Unmündigen, weil sie wissen, dass Minderjährige nicht zurückgeschickt werden (unbegleitete minderjährige Asylsuchende UMA).
  • „Politisch Verfolgte“ machen Urlaub in ihren Ursprungsländern.
  • Ursprungsländer nehmen Geflüchtete nicht zurück oder erschweren die Rücknahme.
Es ist ein Grundsatz, dass Gesetze, die zu 90 % missbraucht werden, angepasst werden müssen, es geht auch um Rechtsstaatlichkeit.

In der GFK *) steht nicht, dass man sich das attraktivste Land aussuchen kann. Meiner Ansicht nach sollten Geflüchtete in der Regel in den Nachbarländern Aufnahme finden. Diese Länder werden dann von den Industrieländern unterstützt.

Grundsätzlich sollten Geflüchtete in ihrem Kulturkreis bleiben. Korangläubige**) Flüchtlinge passen nicht in unsere Gesellschaft, sie sollten von islamischen Ländern aufgenommen werden. Saudi-Arabien und die Emirate könnten die Kosten für deren Unterbringung übernehmen.

Die Ausgaben der westlichen Länder für die Überprüfung und Versorgung von Schutzsuchenden in ihrem Staatsgebiet beträgt ein Vielfaches dessen, was dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR für die Versorgung einer weit höheren Anzahl von Menschen in Flüchtlingslagern zur Verfügung steht (Wikipedia, Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtling, August 2024) Aus der Flüchtlingskonvention darf nicht abgeleitet werden, dass Flüchtlinge so viel Geld erhalten, dass sie einen Teil davon in ihre Herkunftsländer schicken können.

Es ist unbestritten, dass politisch Verfolgte Asyl erhalten sollen. Aber wer gilt als politisch Verfolgter, der bei uns Asyl erhalten soll?

In Afrika kommt es häufig vor, dass eine Rebellenarmee eines Stammes gegen die Rebellenarmee eines anderen Stammes kämpft. Ist nun ein Anhänger einer solchen Rebellenarmee ein politisch Verfolgter? Meiner Meinung nach sollten nur solche politischen Flüchtlinge bei uns Asyl bekommen, die sich in ihrem Land für unsere Werte eingesetzt haben.

Macht es Sinn, einen Schiiten aufzunehmen, der von Sunniten verfolgt wurde oder einen Sunniten, der von Schiiten verfolgt wurde?

Die meisten Migranten kommen aus Ländern, in denen sie überhaupt keine Rechte haben. Es ist unsinnig, dass sie dann bei uns nach den Regeln eines ausgeklügelten Rechtssystems behandelt werden. Ich finde es für vertretbar, dass die meisten Asylgesuche in Schnellverfahren von 2 bis 3 Wochen beurteilt werden.

Wir dürfen nicht tolerieren, dass Ursprungsländer Migranten nicht zurücknehmen oder die Rücknahme erschweren. Regierungen, die mit der EU Rückübernahmeabkommen abschliessen, kommen bei der Bevölkerung schlecht an.

Es bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen Ländern mit Boykottmassnahmen zu drohen, auch wenn grüne und linke Ideologen lautstark protestieren werden.

Jeder vernünftige, nicht ideologisch gebundene Mensch erkennt, dass die Migrationskrise bei Einhaltung der GFK nicht gelöst werden kann.

Deutschland, das am meisten vom hohen Migrationsdruck betroffen ist, sollte ankündigen, dass es die GFK in der jetzigen Form nicht mehr in allen Punkten einhalten wird.

Zwar ist eine Kündigung der GFK mit den Regeln der EU nicht vereinbar, aber ich bin sicher, dass Deutschland keine Retorsionsmassnahmen befürchten muss, denn viele europäische Regierungen werden froh sein, wenn Deutschland mit diesem Schritt vorangeht.

Wie soll die neue Flüchtlingskonvention aussehen? Sie muss so gestaltet werden, dass jüdische Flüchtlinge gemäss der neuen Konvention im Zweiten Weltkrieg überall aufgenommen worden wären.

Und jeder muss sich bewusst sein, dass er auch einmal Flüchtling werden kann und dafür auch auf eine vernünftig formulierte Flüchtlingskonvention angewiesen sein könnte.


*) Wenn ich die Abkürzung GFK schreibe, schliesse ich folgende Dokumente mit ein: Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge / Protokoll über die Rechtsstellung der Flüchtlinge / Globaler Pakt für Flüchtlinge / Richtlinie 2011/95/EU (Qualifikationsrichtlinie)

**) korangläubig in Analogie zu bibelgläubig. Korangläubige Muslime sind verpflichtet, die Scharia über unsere demokratische Gesellschaftsordnung zu stellen.


Donnerstag, 4. April 2024

Zwei Elemente kennzeichnen alle Ideologien

 

Die folgenden Ausführungen sind nicht leicht zu verstehen. Ich versuche, das Innenleben der Parteien zu sezieren. Wenn Sie nur leicht verdauliche Kost möchten, wählen Sie besser einen anderen Abschnitt.

Ich versuche, die Positionen von allen Politikern zu verstehen. Wenn ich zum Beispiel Aussagen von Putin-Verstehern höre, frage ich mich, mit welcher Ideologie man Verständnis für einen Autokraten haben kann, der ein anderes Land überfällt.

Oder wie kommt man dazu, keinen Unterschied zwischen bürgerlichen Parteien und rechtsaussen Parteien zu sehen?

Mit den bekannten Ideologien kann man vieles nur erklären, wenn man berücksichtigt, dass alle Ideologien aus zwei Komponenten bestehen.

Parteiprogramme haben zwei Komponenten, eine konstruktive und eine, mit der sie sich von konkurrierenden Parteien abgrenzen. Jede politische Partei wirbt mit der ihr spezifischen Ideologie, aber gleichzeitig meist auch mit Parolen, mit denen sie die gegnerischen Parteien bekämpft.

- Rechtsaussen Parteien mobilisieren ihre Anhänger mit Nationalismus, aber auch mit Antilinks-Ideologien. Sie leben davon, dass linke Ideologien für viele abstossend sind. Sie profitieren davon, dass die meisten Menschen mit Wokeness nichts anfangen können und nicht in einem Ameisenstaat leben wollen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Antilinks-Ideologie Antikommunismus genannt. In der BRD führte der Antikommunismus 1956 zum Verbot der KPD. Die Argumente für und gegen ein Verbot der KPD erinnern an die heutigen Diskussionen um ein Verbot der AFD. In den USA führte der Antikommunismus zu zahlreichen Verhaftungen. Aus heutiger Sicht griff eine Antikommunismus-Hysterie um sich.

- Linksaussen Parteien mobilisieren ihre Anhänger mit Emotionen gegen Ungerechtigkeit und mit Klassenkampfparolen, aber auch mit einer Antirechts-Ideologie. Die Antirechts-Ideologie weist darauf hin, wie gefährlich Rechtsaussen-Parteien sind, die zum Faschismus neigen und Nazi-Gedankengut pflegen. Die Anhänger der Antirechts-Ideologie neigen dazu, alle Gruppierungen, die sich rechts von ihnen positionieren, als staatsgefährdend einzustufen.           

Wenn «Anti-Einstellungen» zu einer Ideologie werden, wird alles mit Scheuklappen betrachtet und der Blick wird getrübt.

Wenn Rechtsradikale die Ansichten der westlichen Wertegemeinschaft kritisieren, dann oft deshalb, weil sie darin zu viel Sozialismus sehen. Man kann die Ansicht vertreten, dass die westlichen Werte viel kollektivistisches Gedankengut enthalten. Eine Komponente der Rechtsaussen-Ideologie ist die Antilinks-Ideologie, deshalb können Rechtsradikale die westlichen Werte nicht akzeptieren, denn sie finden darin kollektivistisches Gedankengut.

Wird die Weltanschauung der westlichen Wertegemeinschaft auch durch zwei Elemente gekennzeichnet? Ja, das konstruktive Element ist der Einsatz für Freiheit und Wohlstand für alle und die Antikomponente ist der Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen in autokratischen Regimen.

Warum sympathisieren rechtskonservative Kreise in den USA und in Europa mit Putins Gedankengut? Sie wehren sich gegen Kreise, für die Demokratie ein hohes Gut ist, die sich in der Mitte positionieren und ohne radikale Ideologien auskommen möchten.

Für rechtskonservative Kreise im Westen und in Russland hat der christliche Glaube eine wichtige Funktion. Liberale, die alle Ideologien verabscheuen, werden als Gefahr angesehen.

Anti-Bewegungen gibt es nicht nur gegen Ideologien, sondern auch gegen Religionen. Die Bewegung gegen den Islam nennen wir Islamophobie.

Die monotheistischen Religionen ihrerseits bestehen auch aus zwei Elementen. Die konstruktive Komponente besagt, dass alle Gläubigen in den Himmel kommen, und die Anti-Komponente besagt, dass allen Ungläubigen und Andersgläubigen großes Unheil widerfahren wird. 

Ich gehe davon aus, dass wir alle der Meinung sind, dass man Auffassungen, Ideologien und Religionen entschieden ablehnen kann, dass wir aber den Menschen, die diese Ansichten vertreten, mit Respekt begegnen müssen.



Sonntag, 4. Februar 2024

Ist Ideologiefrei auch eine Ideologie?


Häufig höre ich die Aussagen:
  • Kein Mensch ist frei von Ideologien
  • Ohne Ideologien gibt es kein Leben
  • Wer behauptet, er habe keine Ideologie, ist meistens derjenige, der am meisten verblendet ist von einer Ideologie 
Sicher, jeder Mensch hat eine Weltanschauung, aber ist nicht Anhänger einer vorgefertigten Ideologie, die ihre Anhänger auf eine Linie bringt.

Das Wort Weltanschauung ist in der deutschen Sprache ein neutraler Begriff. Das Wort Ideologie klingt leicht negativ.

Für mich sind Ideologien:
  • vorgefertigte Weltanschauungen
  • Weltanschauungen, bei denen alle Anhänger gleichgeschaltet sind
  • ausformulierte Weltanschauungen
  • alleinseligmachende Weltanschauungen
  • Weltanschauungen mit exklusivem Wahrheitsanspruch
  • geschlossene Weltdeutungsmodelle mit Absolutheitsanspruch (Barbara Zehnpfennig)
Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert Ideologien folgendermaßen: Der Begriff steht für sogenannte Weltanschauungen, die vorgeben, für alle gesellschaftlichen Probleme die richtige Lösung zu haben. Menschen, die solche weltanschaulichen Ideen oftmals starr und einseitig vertreten, nennt manIdeologen“.

Menschen, die einer Ideologie folgen und diese nicht mehr mit ihrem eigenen Verstand kritisch hinterfragen, sind eine Gefahr für die Demokratie und für den Frieden, denn für überzeugte Ideologen ist ihre Wahrheit wichtiger als die Demokratie.

Im Gegensatz zu allen anderen Ideologien kann man mit der Ideologie „Ideologiefrei“ keine Menschen in einen Krieg führen.

Alle Religionen behaupten, alleinseligmachend zu sein. Die meisten Ideologien werden mit pseudoreligiösem Eifer vertreten.

Ich finde es beängstigend, wenn Vertreter der rechten Blase (oder der linken Blase) bis in Detailfragen genau die gleichen Ansichten vertreten. Wer nach der Devise lebt: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen (Kant), ist sich bewusst, dass andere mit ihrem Verstand zu anderen Ansichten kommen können.

Ideologien führen zu einer eindimensionalen Sichtweise. Auch wenn man einige Ansichten einer Ideologie als korrekt bezeichnen kann, werden andere wichtige Aspekte der realen Welt ausgeblendet.

Wer sich als Ideologe angegriffen fühlt, kann die Ansicht vertreten, dass alle eine Ideologie haben. Auf der Webseite der MLPD Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands fand ich folgenden Artikel unter dem Titel: Der Kampfbegriff der Ideologiefreiheit
Das sind heute „Kampfbegriffe“, mit denen wir uns den Herrschenden und ihrer Interpretation der Dinge unterwerfen sollen. Ihre sogenannte Ideologiefreiheit ist nur das Synonym dafür, dass ihre bürgerliche Ideologie allgemeingültig sein soll. Sie sieht die Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen als unantastbar und ewig gültig an. Sie ist zugleich das Synonym dafür, dass die proletarische Weltanschauung unterdrückt werden soll. Die Schnapsidee von der „Ideologiefreiheit“...

Ideologien schränken das selbständige Denken erheblich ein. Ideologien zu folgen, ist intellektuelle Selbstkastration.

Barbara Zahnpfennig schrieb in ihrem lesenswerten Artikel: Auch die Ideologie-Kritik muss sich wissenschaftlich ausweisen, um nicht selbst dem Ideologie-Verdacht zu verfallen 1).



1) https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Ideologien, Autorin: Barbara Zehnpfennig


Inhaltsverzeichnis

Im Blog withoutideologies.blogspot.com finden sie einige Posts auch auf Englisch. Der jüdische Glauben                                     ...