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Montag, 18. Mai 2020

Aggressionen


Im Internet können Videoclips von Games gefunden werden, in denen man selbst als Amokläufer dutzende von Personen niederschiessen kann.
Zum Beispiel diese Anleitung zu einem Game:
https://www.youtube.com/watch?v=W9dhKky110k (oder bei Google eingeben: youtube gta 50 headshots)
… shooting people on the head … all you are doing here is driving around from place to place in the town finding people on the street…you know… you are stopping, point your gun on the head, then getting the head free shot… er schiesst, der Mann sackt zusammen … you know… you drive around, you have not to leave the car, you can shoot him from inside the car … er schiesst, der Mann fällt zu Boden … it may be easier …
Man kann auch Polizisten erschiessen, so viele Fussgänger wie möglich zu Matsch fahren, in Grossaufnahmen mit einer grosskalibrigen Waffe auf den Bauch eines Opfers schiessen, so dass die Gedärme herausspritzen …
          Aber es gib Psychologen die in «wissenschaftlichen» Studien zum Schluss kommen dass, «Violent video game engagement is not associated with adolescents' aggressive behaviour» https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rsos.171474#d3e2748
Der obenstehende Link führt zu einer oft zitierten Studie der University of Oxford.
Diese Studie mag sich wissenschaftlich nennen, aber sie erfüllt nicht ansatzweise die Anforderungen die an naturwissenschaftliche oder medizinische Studien gestellt werden.
Wahrscheinlich ist es in diesem Bereich gar nicht möglich mit Menschen wissenschaftlich korrekte Studien durchzuführen.
Für Pharmazeutika braucht es randomisierte Placebo kontrollierte Doppelblindstudien. Randomisiert war diese Studie nicht ansatzweise, denn es wurden 1000 14- und 15-jährige Jugendliche gewählt, die sich selbst meldeten und damit mit grosser Wahrscheinlichkeit schon stark von gewaltverherrlichenden Games geprägt waren. Es fehlen 500 Jugendlich die bis anhin kaum Zugang zu solchen Games hatten, die aber von Eltern schwerlich die Bewilligung erhalten hätten, in diesem Versuch sich stundenlang gewaltverherrlichenden Videos auszusetzen.
Die Jugendlichen hatten sicher auch die Tendenz, die Fragen so zu beantworten, dass sie weiterhin alle Games spielen dürfen, womit jede Wissenschaftlichkeit verloren geht.
Es braucht solche Studien auch gar nicht, denn der gesunde Menschenverstand sagt doch jedem (ausser einigen Psychologen), dass gewalthaltige Spiele aggressive Gedanken verstärken und die Empathiefähigkeit reduzieren.
Es gibt eine gut organisierte und mächtige Game Industrie. Es ist naiv anzunehmen, dass diese Organisationen nicht versuchen solche Untersuchungen zu finanzieren.
Die Zigarettenindustrie finanzierte bis in die 80er Jahre Studien über die (Un)schädlichkeit des Rauchens und finanzierte (verdeckt) Artikel in denen die Nichtraucher zu Toleranz gegenüber den Rauchern aufgefordert wurden. Und es wirkte, denn niemand wollte intolerant sein.
Die Gamer wollen sich die gewaltverherrlichenden Games nicht nehmen lassen und wehren sich: «Und wenn man sieht wie viele X Millionen Menschen solche Spiele spielen, dann müssten die Strassen der Welt täglich mit Leichen gepflastert sein.
Ich finde, dass man Spiele und Realität einfach unterscheiden und trennen muss».

Wenn man über Aggressionen nachdenkt, kommt man fast unweigerlich auf die blutigen Gladiatorenkämpfe der Römer.
Als Kaiser Trajan seinen Triumph über die Daker feierte, sollen die «Spiele» 123 Tage gedauert haben. 10.000 Kämpfer und 11.000 exotische Tiere sorgten dafür, dass sich der Boden des Kolosseums rot färbte.
Die Massenabschlachtungen standen danach für die Vernichtung alle Feinde und die Gladiatorenkämpfe für Tapferkeit und Todesmut der Legionen.
Rom brauchte Legionäre mit einem grossen Aggressionspotenzial.

Die Spiele dauerten meistens einen ganzen Tag, der sich in drei Teile gliederte. Am Anfang standen Tierhetzen auf dem Programm. Das war eine ziemlich bunte Sache, ging es doch darum, dem Publikum eine Vorstellung von der Welt zu geben, die Rom beherrschte. Bei einem einzigen Spiel von Kaiser Nero sollen 400 Bären und 300 Löwen getötet worden sein.
Die Massenabschlachtungen um die Mittagszeit, in der verurteilte Verbrecher und Kriegsgefangene sich zu Hunderten umbrachten, standen für die Vernichtung aller Feinde, während die Gladiatorenkämpfe zum Abend hin Tapferkeit und Todesmut der Römer und ihrer Legionen repräsentierten.
War einer von ihnen tot, war das Duell zu Ende. Wenn ein Gladiator verletzt am Boden lag, kam die Entscheidung über Leben und Tod des Unterlegenen. „Töte ihn“ oder „begnadige ihn“ waren die Sprechchöre, mit denen die Zuschauer mit dem Ausrichter der Spiele in einen regelrechten Dialog eintraten. Und der war wohl beraten, sich dem Urteil der Masse anzuschließen.

Bei 3D-Videospielen wird alles immer realistischer. Sie stellen immerhin noch nicht die Wirklichkeit dar wie die Gladiatorenkämpfe der Römer. Die zuschauenden Römer konnten «töte ihn» rufen aber sie konnten selbst nicht töten. Bei den Games finde ich es unheimlich, dass man nicht zuschaut wie andere Menschen getötet werden, nein man tötet virtuell aktiv, indem man abdrückt!

Sogar Donald Trump ist gegen gewaltverherrlichende Games. Er sagte:
“We must stop the glorification of violence in our society. This includes the gruesome and grisly video games that are now commonplace. It is too easy today for troubled youth to surround themselves with a culture that celebrates violence. We must stop or substantially reduce this, and it has to begin immediately. Cultural change is hard, but each of us can choose to build a culture that celebrates the inherent worth and dignity of every human life”.

Wenn eine Frau sich in einen jungen Mann verliebt, der gewaltverherrlichende Games spielt, muss sie sich nicht wundern, wenn sie später von ihrem Freund oder Mann geschlagen wird.

Wer in einer Gruppe lebt, welche Gewalt befürwortet, oder wer selbst Opfer von Gewalt geworden ist, wird selbst eher aggressiv.
In Kulturen, in denen die Blutrache zum Gewohnheitsrecht gehört, müssen alle gedemütigten männlichen Mitglieder die Ehre wiedererlangen oder sie werden als minderwertig ausgegrenzt.
Die meisten Menschen möchten in einer friedlichen Kultur leben.
Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Gewallt und Aggressionen abgelehnt werden. Das Dulden von aggressivem Verhalten – auch im alltäglichen Leben – muss missbilligt werden.

Im Strassenverkehr gibt es zu häufig aggressives Verhalten. Dichtes Auffahren und Drängeln gehört zum Alltag im Strassenverkehr.
Beim Autofahren ist man, geschützt von einer blechernen Karosserie, anonym  unterwegs. Wenn man sich in anderen Situationen nach vorne drängt, muss man sich in die Augen schauen. Wenn mir jemand auf wenige Meter auffährt, denke ich: Ist der Schwul, was will der von mir? (Sorry, ich finde sonst Schwule sehr sympathisch).
40% aller Unfälle sind Auffahrunfälle.
Einige Autofahrer haben das Bedürfnis immer am Limit zu fahren. Wenn sie auf einen Fahrer stossen, der mit einer vernünftigen Geschwindigkeit fahren möchte, fahren sie eng auf, um zu zeigen, dass sie fähig sind schneller zu fahren.
Umfragen ergaben: Acht von zehn Personen wissen aus eigener Erfahrung, was es heisst, von anderen Verkehrsteilnehmern drangsaliert, eingeschüchtert und provoziert zu werden.
Es kommt eine Hektik in den Verkehr und für die Mehrheit der Fahrer geht Lebensqualität verloren.




Freitag, 27. März 2020

Ohne Gutmenschen gäbe es keine Populisten


Welche Aussage trifft zu:
  • Gut gemeint ist das Gegenteil von gut und gut gemeint ist nicht gut gemacht?
  • Der Begriff "Gutmensch" ist eine sarkastische, gehässige oder verachtend gemeinte Verunglimpfung von Einzelpersonen oder Gruppen.

Man kann das Wort do-gooder als "emotionaly loaded term" bezeichnen. Aber es gibt keinen Ersatz für do-gooder oder Gutmensch.
Alle Menschen übernehmen manchmal die Rolle des Gutmenschen.

Menschen in Europa müssen sich eingestehen, dass wenn sie als Nigerianer auf die Welt gekommen wären, sie sich wahrscheinlich auch auf den Weg nach Europa machen würden und Menschen in den USA müssen sich eingestehen, dass sie als Honduraner auch versuchen würden die Grenze zur USA zu überwinden.

Muss dieses Einfühlungsvermögen dazu führen, dass man allen Personen in den Entwicklungsländern das Recht zugesteht, in die USA oder Europa einzuwandern, auch wenn sich einige Millionen auf den Weg machen würden?

Gutmenschen würden sagen: Ja wir müssen, es werden schon nicht so viele kommen und wir schaffen das.
Diese Einwanderung löst aber bei vielen ein mehr oder weniger grosses Unbehagen aus. (Mehr im Post Flüchtlinge).

Regierungen, die nicht auf dieses Unbehagen ("Ängste") achten und auf die Menschenrechte und die Genfer Flüchtlingskonvention pochen, verlieren viele Stimmen an Populisten.
Trump gewann 2016 die Wahlen in den USA, weil er versprach, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen.

Das wichtigste Argument der Brexit Befürworter war die Kündigung der Personenfreizügigkeit der EU.

Die meisten Deutschen, die die AFD wählen, wollen kein Nazi Regime, sie wählen eine Partei, die verspricht, die Einwanderung zu stoppen. Die Zuwanderungsproblematik befeuert die AFD. Wenn Deutschland ein geregeltes und restriktives Einwanderungsgesetz wie die USA, Australien oder Japan einführen würde, würde die AFD rasch zur unbedeutenden Partei. 

Die Gutmenschen verhindern dies und stärken so die Populisten.

Eine realistische, pragmatische Politik ohne ideologische Scheuklappen würde die politische Lage in den USA und in Deutschland beruhigen. Man hätte dann Zeit und Kraft um zu überlegen, wie man die Lage in den Krisenländern verbessern kann.

Die meisten Parteien links von der Mitte möchten aus ideologischen Gründen die Grenzen möglichst offen halten.

Die Parteien rechts von der Mitte sind sich nicht einig, wie weit sie die Grenzen offen halten wollen. Der Druck der Migranten aus Süden hat sich erst in den letzten Jahrzehnten im Zuge der Globalisierung sehr verstärkt und wird sich weiter verstärken. Auch wenn sich die Lage in den Entwicklungsländern langsam verbessert, wird der Wohlstand in den Industrieländern durch IT und Automatisierung rascher wachsen und die Schere wird sich vermutlich weiter öffnen.

Die Migration wird auch in den nächsten 50 Jahren ein drängendes und heikles Problem bleiben!



Dienstag, 25. Februar 2020

Inhaltsverzeichnis


New:  Im Blog withoutideologies.blogspot.com finden sie die meisten Posts jetzt auch auf Englisch.

Waren alle Kriege sinnlos?                                         03.02.2020 
Die Bewertung des Sezessionskrieges der USA hat auch heute noch Auswirkungen auf die ganze Welt.
                                 
Wir können die Klimaziele nicht einhalten              17.12.2019
2050 werden die Entwicklungsländer voraussichtlich 30 Milliarden
Tonnen CO2 ausstossen. 

Für das scheinbar Gute kämpfen - Das Robin-Hood-Syndrom   09.09.2019
Gilt: Ob friedlich oder militant, wichtig ist der Widerstand?

Die Bürger sind wichtiger als die Wirtschaft             02.08.2019
Wirtschaftswachstum senkt unseren Wohlfühlfaktor und unsere Lebensqualität.

Selbstbestimmte Sexualität auch in den Entwicklungsländern  24.06.2019
Wir sind dazu verpflichtet, den Zugang zu Mitteln für die freiwillige Familienplanung zu ermöglichen.

Vom Karnivore zum Frutarier                                   12.05.2019
Die Vegetarier und die Veganer müssen sich viele Fragen gefallen lassen, die sie nur schwer beantworten können.

Wird die Welt besser/schlechter ohne Ideologien und Religionen?                                                                    01.04.2019
Geht es ohne Klassenkampf oder Moralkodex?

Der Tanz ums goldene Kalb                                        15.02.2019
Die EU tritt als Monopolist für den europäischen Binnenmarkt auf und erpresst Grossbritannien und die Schweiz.

Die Rosinenpicker                                                         08.01.2019
Die unbeschränkte Personenfreizügigkeit darf nicht herausgebrochen werden. Wer es versucht, wird als Rosinenpicker bezeichnet.

Grüne Ideen und Ideologien                                          19.11.2018
Ideologische Scheuklappen führen beim Umweltschutz zu vielen Fehlentwicklungen.

Kampf der Weltanschauungen                                  13.08.2018
Gewinnen die Gutmenschen den Kampf?

Direkte Demokratie                                                     13.06.2018
Die direkte Demokratie ist die höchste Form der Demokratie.

Kritische Betrachtung der Menschenrechte              08.05.2018
Die Verfasser der Menschenrechte kuschen vor den Religionen und Ideologien.

Das Problem mit den Gutmenschen                            26.03.2018
Trump ist der Anti-Gutmensch.

Eine erfundene Geschichte über französisches          10.02.2018
WC-Papier
Nicht alle Probleme können multilateral gelöst werden.

Flüchtlinge                                                                    17.01.2018
Das Flüchtlingsproblem kann uns innerlich zerreissen.

Frieden                                                                          19.12.2017
Für Ideologen aller Art ist ihre eigene Wahrheit wichtiger als der Frieden.

Pazifismus                                                                     27.11.2017
Ich finde, wir sollten einen moderaten Pazifismus wieder ins Gespräch bringen.

Asylpolitik                                                                     13.11.2017
Wenn Europa seine Grenzen öffnen würde, kämen pro Jahr mehrere Millionen Armutsflüchtlinge nach Europa.

Aussenpolitik                                                                29.10.2017
Wir dürfen unser Verständnis von Demokratie und Menschenrechten nicht mit Gewalt in der ganzen Welt verbreiten.

EU                                                                                  16.10.2017
Wer unterstützt die uneingeschränkte Personenfreizügigkeit in der EU? Es ist die unheilige Allianz der Sozialdemokraten und der Wirtschaft.

Ideologien                                                                      27.09.2017
Können wir ohne Ideologien und Religionen leben?

Islam                                                                              21.09.2017
Ist der Islam eine respektable Religion?

Sozialismus                                                                    18.09.2017
Der Sozialismus ist eine Ideologie, die alle territorialen Grenzen aufheben will.

Nationalismus                                                                18.09.2017
Sobald der Nationalismus einen ideologischen Charakter bekommt, führt er früher oder später zu Krieg.

Welche Ansichten haben Sie? Kommentare sind sehr willkommen.
Oder schreiben Sie mir:  2000phil2000@gmail.com


Montag, 3. Februar 2020

Waren alle Kriege sinnlos?


Gab es Kriege, die rückblickend als gerechtfertigt bezeichnet werden können oder die einen "Fortschritt" brachten?
Oder waren alle Kriege sinnlos? Macht es überhaupt Sinn sich diese Frage zu stellen?
Jean Amery schrieb: Man soll und darf die Vergangenheit nicht auf sich beruhen lassen, weil sie sonst auferstehen und zu neuer Gegenwart werden könnte.

Betrachten wir zuerst die Kriege im Irak. 1990 überfiel der Irak Kuwait. Einige Monate später begann eine Koalition, angeführt von den USA mit Kampfhandlungen zur Befreiung Kuwaits. Nach einigen Tagen war Kuwait befreit und die irakischen Truppen wurden vernichtend geschlagen.
2003 wurde unter der Führung der USA wieder ein Krieg gegen den Irak begonnen. Die USA verdächtigten den damaligen Diktator im Irak, Saddam Hussein, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Sie stürzten Saddam Hussein und hatten zum Ziel, eine demokratische Regierung an die Macht zu bringen.
               Die Befreiung Kuweits durch die Armeen der Koalition war unzweifelhaft ein gerechtfertigter und erfolgreicher Einsatz.
Im Gegensatz dazu, muss der Einmarsch in den Irak, der den Sturz des Diktators Saddam Husseins zur Folge hatte, als grosses  Desaster bezeichnet werden.
Der Vorwurf, Saddam Hussein entwickle Massenvernichtungs-Waffen, erwies sich als falsch. Es ist wahr, dass er den Terrorismus unterstützte und sein Volk unterdrückte. Aber dürfen solche Vorwürfe in Zukunft ein militärisches Eingreifen legitimieren? Der Einmarsch in den Irak forderte unter der irakischen Zivilbevölkerung viele Todesopfer und nach Kriegsende kam es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen und zu tausenden Terroranschläge, was die Ausbreitung des Islamischen Staates begünstigte.
Die Absicht, nach dem Krieg eine demokratische Regierung an die Macht zu bringen, war völlig illusorisch! Es bleibt zu hoffen, dass sich endlich die Einsicht durchsetzt, dass sich demokratische Regierungen nur in Ländern installieren lassen, in denen das Volk reif dazu ist.
Hatte man daraus gelernt? 

Die Auseinandersetzungen in Syrien begannen 2011 mit friedlichen Demonstrationen, die bald zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit dem autoritären Regime Assad wurden. Eine Vielzahl bewaffneter Gruppen rangen um die Macht, die auch ausländische Interessen vertraten.
        Die Heterogenität des Syrischen Staates und der syrischen Gesellschaft führt zu einem grossen Konfliktpotential. Die Sunniten bilden die Mehrheit der Bevölkerung. Zu den religiösen Minderheiten gehören Schiiten (Alawiten, Drusen), Jesiden und Christen. Der Präsident Baschar al-Assad gehört zu den Alawiten. Die meisten Rebellen waren Sunniten, die sich von Assad unterdrückt fühlten.
Ab November 2012 unterstütze der Geheimdienst CIA - durch verdeckte Operationen - Rebellen massiv mit Waffen (Wikipedia: Bürgerkrieg in Syrien seit 2011).
Ab Juli 3013 wurden "gemässigte" Rebellen durch die Administration Obama offen mit Waffen unterstützt.
Der "Islamische Staat" profitierte vom Chaos in Syrien und eroberte rasch grosse Gebiete von Syrien und konnte erst durch den Einsatz von Kampfflugzeugen der USA und Russland wieder zurückgedrängt werden.
Durch den Krieg verloren eine halbe Million Syrer ihr Leben und mehr als 5 Millionen flohen ins Ausland.
Warum wurde dem syrischen Volk dieses Elend zugefügt? Die Rebellen, die Administration Obama und viele europäische Länder wollten den Despoten Assad stürzen. Sie wurden von den meisten namhaften Zeitungen in den USA und Europa moralisch unterstützt. Die meisten Zeitungen vertraten die Ansicht, dass es mit Assad keinen Frieden geben werde. 
Sicher, Assad ist ein Diktator, der sich nur mit brutaler Gewalt an der Macht halten kann, aber was ist die Alternative?
In dem mehrheitlich muslimischen Syrien herrscht eine Kultur, in der die Gewalt allgegenwärtig ist und schon immer war. Die Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten sind nicht neu. Schon 18 Jahre nach dem Tod von Mohammed trugen die Sunniten und Schiiten ihre Streitigkeiten in blutigen Schlachten aus. Ich glaub nicht, dass der Westen in Syrien einen funktionierenden Staat aufbauen kann.

Auch der gewaltsame Sturz von Gaddafi in Libyen war nicht von Erfolg gekrönt. 
Die oben beschriebenen Einsätze von Armeen aus dem Westen wurden alle in fremden Kulturkreisen durchgeführt.

Die Konflikte in Jugoslawien fanden in unserem Kulturkreis statt und ein militärisches Eingreifen sollte daher eher erfolgreich sein.
Die Intervention der NATO im Kosovo ist ohne den Massenmord von Srebrenica, vier Jahre zuvor, nicht zu erklären. In der westlichen Öffentlichkeit fühlte man sich schuldig, weil man in Srebrenica nicht eingegriffen hatte.
1999 hatte der Konflikt zwischen Serben und den aufständischen Kosovo-Albaner ein Ausmass erreicht, dass die Öffentlichkeit nicht mehr zuschauen konnte. Mit dem Eingriff der NATO wollte man die zivile Bevölkerung im Kosovo schützen.
Die NATO war davon ausgegangen, dass ein paar harte Luftangriffe gegen militärische Ziele ausreichen würden, die Serben zum Einlenken zu bewegen. Die Serben lenkten aber erst ein, nachdem auch die zivile Infrastruktur ins Visier genommen wurde. was zum Tod von etwa 500 Zivilisten führte.
Die Intervention führte letztlich zur noch umstrittenen Unabhängigkeit des Kosovo, in dem jetzt aber die Waffe ruhen.

Gibt es noch mehr Kriege oder Intervention, die man heute als Erfolg werten kann?
Es gibt eine Website "Kriege der Menschheit", in der mehr als 400 Kriege aufgelistet sind. Die meisten Kriege beschäftigen uns heute nicht mehr oder wir können schwer nachvollziehen warum sich damals die Menschen die Köpfe eingeschlagen haben.
Aber über den Sezessionskrieg in den USA machen wir uns auch heute noch häufig Gedanken. Im Internet gibt es unzählige Beiträge und es wurden sicher hunderte Bücher über den Sezessionskrieg geschrieben. Aber die wenigsten stellen sich die Frage, ob dieser Krieg notwendig war oder was geschehen wäre, wenn er nicht ausgetragen worden wäre.
Als der als Sklavereigegner geltende Abraham Lincoln zum Präsidenten gewählt wurde, sagte sich der Süden los und verkündete die Konföderierten Staaten von Amerika. Lincoln konnte die Aufkündigung der staatlichen Einheit nicht hinnehmen und 1861 begann der Sezessionskrieg.  

Die Frankfurter Allgemeine schrieb 2015: Doch erst mit dem Krieg war der Aufstieg Amerikas zur Weltmacht möglich. Der Konflikt revolutionierte die Wirtschaft des Nordens ..... 
Ich möchte bezweifeln, dass die Wirtschaft des Nordens ohne den Krieg nicht auch stark geworden wäre und wenn schon, war es wert, dass 620'000 Menschen, zwei Prozent der amerikanischen Bevölkerung starben?
In meinem Post Pazifismus vom November 2017 schrieb ich:
In den letzten Jahren ist es hauptsächlich aus zwei Gründen zu kriegerischen Auseinandersetzungen gekommen:
·       Um die Einheit der Staaten zu erhalten, werden Minderheiten ohne Autonomierechte mit Waffengewalt im Zentralstaat gehalten. Wieviel Tote ist die Einheit eines Staates wert? Es sollte zu einem Gewohnheitsrecht werden, dass alle Minderheiten darüber abstimmen dürfen, wieviel Autonomierechte sie beanspruchen möchten.
·       In den letzten zweitausend Jahren haben immer wieder Ideologien und Religionen zu katastrophalen Kriegen geführt.

Ich glaube, dass die Konföderierten Staaten und die Nordstaaten
nach einigen Jahrzehnten auch ohne diesen brutalen Krieg wieder zusammengefunden hätten und dass die menschenverachtende Sklaverei auch in den Südstaaten abgeschafft worden wäre. Die Bürger der Nordstaaten, die mit Waffengewalt die Südstaaten massregeln wollten, haben es sicher gut gemeint, aber..... (siehe auch Aussenpolitik vom Okt. 2017)
        Man   kann sich fragen, ob es angebracht ist, dass man als Europäer die Geschichte der USA interpretiert. Die Bewertung des Sezessionskrieges der USA hat aber auch heute noch Auswirkungen auf die ganze Welt. Denn wenn man die Ansicht vertritt, dass Lincoln in die Südstaaten einmarschieren musste, um die Sklaverei zu beenden und um die Union zu erhalten, dann wird man auch heute die Ansicht vertreten, dass man mit Waffengewalt Regierungen stürzen muss, die die Menschenrechte verletzen.
             

Dienstag, 17. Dezember 2019

Wir können die Klimaziele nicht einhalten

Wir können die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht einhalten!

Der weltweite CO2-Ausstoss ist das Produkt aus dem CO2-Ausstoss des einzelnen Menschen mal die Anzahl der Menschen auf der Welt (mehr im Post Grüne Fehlentwicklungen vom November 2019)
2014 lancierte die Umweltschutzorganisation Ecopop (www.ecopop.ch) in der Schweiz die Volksinitiative "Stopp der Überbevölkerung - zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen". Die Initiative forderte weltweit staatliche Mittel zur Förderung der freiwilligen Familienplanung.
Die von Ecopop im Ausland mit Verhütungsmitteln angestrebte Eindämmung des Bevölkerungswachstums geisselte Nationalrat Balthasar Glättli (von den Grünen) als "verächtliche, neokolonialistische Haltung" (NZZ).
Der Leser wird sicher gemerkt haben, dass ich kein Freund von Parteien wie der Sozialdemokratischen Partei und der Grünen bin, die sozialistisches Gedankengut verbreiten. Aber hier geht es nicht um politischen Schlagabtausch. Es geht darum herauszufinden, wie die Linken und die Grünen ihre ideologischen Scheuklappen ablegen können, damit auch sie mithelfen die Weltbevölkerung in den nächsten 50 Jahren zu senken.
Wenn wir die  f r e i w i l l i g e  Familienplanung auf der ganzen Welt ermöglichen, erreichen wir zwei Ziele:
1. Wir erleichtern das Zusammenleben von Frauen und Männern in den Entwicklungsländern und verhindern tödliche Schwangerschaftsabbrüche. Mehr im Blog Selbstbestimmte Sexualität auch in Entwicklungsländern vom Juni 2019. 
2. Gleichzeitig helfen wir die Klimaerwärmung zu mindern.
            Wir Menschen müssen wählen, ob wir mit asketischer Lebensführung die Klimaerwärmung stoppen möchten oder andere rationale Massnahmen ergreifen wollen.
A u c h in den industrialisierten Ländern sollten wir dafür werben, dass die Kinderzahl pro Frau auf 1,2 - 1,6 sinkt. (Bei 2,1 Kindern pro Frau bleibt die Bevölkerungszahl stabil). Ich bin der Ansicht, dass die Kinderzahl nicht unter 1,2 sinken sollte, denn es muss sichergestellt werden, dass die Altersvorsorge nicht gefährdet wird. Die fehlenden Beitragszahler für die Altersvorsorge können nur bedingt durch Eingewanderte ersetzt werden, da die Aufnahmebereitschaft und -fähigkeit der Einheimischen nicht überschätzt werden darf. Bei Kinderzahlen von 1.2 - 1,6 können einige Paare auch 3 Kinder haben, denn es gibt immer mehr Paare, die keine Kinder haben.
Aktuell leben 7,7 Milliarden Menschen auf der Welt.
In den Industrieländern leben 1,4 Milliarden. In China, das schwer einzuordnen ist, leben auch 1,4 Milliarden.
Somit leben annähernd 5 Milliarden Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern.
Der CO2-Ausstoss nimmt in den Industrieländern langsam ab. China will in 10 Jahren auch so weit sein.
Aber die entscheidende Frage wird sein, wie sich der CO2-Ausstoss der Schwellen- und Entwicklungsländer entwickeln wird. 
In den Medien gibt es bis zum Überdruss Beiträge über die Klimaerwärmung, aber keine Beiträge, die sich mit der obigen Frage beschäftigen. In den Statistiken werden die Entwicklungsländer nur einzeln erfasst.
Ich nehme Indien als "Modell-Staat" für die Schwellen- und Entwicklungsländer. Es gibt Entwicklungsländer, die sich rascher als Indien entwickeln, aber auch viele, bei denen die Entwicklung langsamer verläuft. 
Indien stiess 1990 0.61Tonnen CO2 pro Person und Jahr aus (Wikipedia: CO2-Ausstoss pro Kopf). 2020 wird der Wert auf ca. 2.0 steigen. Der Wert hat sich also innert den letzten 30 Jahre mehr als verdreifacht. Wir können annehmen, dass sich der Wert in den nächste 30 Jahren (bis 2050) auch wieder verdreifachen wird. Damit wird der CO2-Ausstoss in dem "Modell-Staat" Indien 2050 6.0 Tonnen pro Person betragen.
Der "Modell-Staat" Indien steht für 5 Milliarden Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern.
5 Milliarden Personen mal 6.0 Tonnen pro Person gibt 30 Milliarden Tonnen CO2. Wieviel sind 30 Milliarden Tonnen CO2?
Der weltweite CO2-Ausstoss betrug 2017 36.2 Milliarden Tonnen (Statista Research Department).
Wir müssen daraus folgern, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer 2050 riesige Mengen CO2 ausstossen werden, die durch eine Reduktion der Werte in den industrialisierten Ländern unmöglich kompensiert werden können.
Man kann einwenden, dass Indien bis 2050 auch teilweise auf alternative Energieerzeugung umstellen wird. Das mag sein, aber der "Modellstaat" Indien steht auch für Afrika und die Bevölkerung in Afrika wird bis 2050 auf etwa 2,5 Milliarden steigen.
Die Weltbevölkerung beträgt jetzt 7,7 Milliarden. Bis 2050 kommen nochmals 2 Milliarden Menschen dazu. (In den Industrieländern nimmt die Bevölkerung ab, aber in den entwicklungsschwachen Ländern nimmt die Bevölkerung stark zu). Wieviel CO2 werden diese 2 Milliarden Menschen 2050 ausstossen? Diese Frage haben sich die Fachleute scheinbar noch nie gestellt. Lassen sie es mich bitte wissen, wenn sie irgendeinen Bericht finden, in dem obige Frage erwähnt wird.
             Wenn wir die Entwicklung der Weltbevölkerung betrachten, können wir kaum annehmen, dass bis 2050 der CO2-Ausstoss deutlich gesenkt werden kann.
Aber vielleicht werden ja in den nächsten 10 oder 20 Jahren neue Methoden für die Energieerzeugung gefunden, die den Wechsel zu CO2-freier Energieerzeugung leichter machen als bisher angenommen.
Photovoltaik:
Wenn Solarpanels auf Dächern und Aussenfassaden montiert werden, kann mit Photovoltaik sehr umweltfreundlich Strom erzeugt werden.
Photovoltaik hat aber einen grossen Nachteil. In Mitteleuropa erzeugen Solarpanels im Januar 10 mal weniger Strom als im Juli.
Wir brauchen aber im Winter besonders viel Strom. Solarpanels machen nur Sinn, wenn wir Speicher bauen können, in denen der im Sommer erzeugte Strom für den Winter gespeichert werden kann, oder wir finden uns damit ab, dass im Winter zusätzlich Strom mit Gaskraftwerken erzeugt werden muss. Auf Stromspeicher werde ich später zurückkommen.
Windenergie:
Vor acht Jahren hielt ich mich im westlichen Teil von Texas auf. Dort gibt es grosse Windparkanlagen mit sehr hohen Türmen. Ich fuhr unter eine Windkraftanlage, die noch von fünf weiteren umringt war. Es bliess ein konstanter, starker oder sehr starker Wind. Es herrschte ein beeindruckendes Getöse. Man spürte, dass hier riesige Energien abgegriffen werden. Es war ähnlich eindrücklich, wie wenn gleichzeitig drei Helikopter starten würden. Aber wohnen konnte man dort nicht. Ich war erstaunt, dass man in der Schweiz und in Deutschland hunderte solche Anlagen bauen wollte. Es gibt unter den Planern für Energieanlagen und bei den Journalisten zu viele Träumer und zu wenig Realisten.
          Zukunft haben Offshore-Windparks. Wenn aber zu viele Anlagen in einer Region (z.B. Nordsee) gebaut werden, besteht die Gefahr, dass das Stromnetz zusammenbricht, wenn Flaute herrscht.
Vielversprechend ist die Entwicklung von schwimmenden Windkraftanlagen, die z.B. an den Atlantikküsten von Portugal, Frankreich, Grossbritannien und den USA installiert werden können.
Um den drohenden Klimawandel aufzuhalten, müssten Industrie-Nationen wie die USA erheblich mehr in Grundlagenforschung zur Energieversorgung investieren, sagt Microsoft-Gründer Bill Gates. Dazu gehöre auch die Forschung an neuen Typen von Atomreaktoren, wie dem so genannten Laufwellenreaktor, dessen Entwicklung von Gates mitfinanziert wird. 
 Weiter sagte Bill Gates:„Alle Technologien, die sich erneuerbar nennen, sind nicht verlässlich, da sie nicht an allen Orten in ausreichender Menge vorhanden sind”
Wir brauchen leistungsstarke Energiespeicher. Das Linth-Limmern Pumpspeicherkraftwerk ist das neuste und leistungsstärkste Pumpspeicherkraftwerk in der Schweiz. Es hat eine Speicherkapazität von 33 GWh. Der Jahresverbrauch an Strom der Stadt Zürich beträgt 3000 GWh. Das Pumpspeicherkraftwerk Linth-Limmern könnte Schwankungen der Stromproduktion für die Stadt Zürich gerade mal für ein paar Tage ausgleichen. Erstaunlich wenig, da das Staubecken von Linth-Limmern  23 Mio. m3 Wasser fasst und die Höhendifferenz 600 m beträgt. Solarstrom vom Sommer kann so nicht für den Winter gespeichert werden. (Empfohlener Beitrag: https://www.bulletin.ch/de/news-detail/wasserkraft-versus-batterien.html
Alle realistisch denkenden Naturwissenschaftler wissen, dass die Physik beim Bau von Energie- und Speicheranlagen enge Grenzen setzt. Es wird auch in Zukunft keine Wunderanlagen geben!
Anders verhält es sich im IT-Bereich, wo noch erstaunliche Entwicklungen erwartet werden können.
Langfristig wird eines der grössten Probleme sein, dass das CO2, das wir freisetzen sich nur extrem langsam abbaut. Etwa die Hälfte des freigesetzten CO2 wird nach einigen Jahrzehnten vom Meer und dem Land aufgenommen sein, 15% bis 40% des CO2 wird aber auch nach 1000 Jahren noch in der Atmosphäre sein (IPCC). Dies wird weitreichende Folgen haben.




Montag, 9. September 2019

Für das scheinbar Gute kämpfen - Das Robin-Hood-Syndrom


Wenn ein Urmensch von einem Feind überrascht wurde, schüttete sein Körper Adrenalin aus. Das Herz schlug schneller, die Atmung wurde beschleunigt und der Blutdruck stieg.
Der Mensch war im Modus “ready for fight or flight” bereit für Kampf oder Flucht. Wenn sich der Mensch für den Kampf entschied, gab ihm die Erregung riesige Kräfte und konnte zu Enthemmung führen, die ihn befähigte den Feind zu schlagen.
       Die Veranlagung (Disposition, Trieb) gegen Feinde mit grossem Engagement kämpfen zu können, sitzt tief in uns drin und war überlebensnotwendig. Wenn in einem Stamm der Wille zu kämpfen schwach war, ging er unter.
Wir leben im 21. Jahrhundert, aber die Veranlagung gegen Feinde zu kämpfen ist immer noch voll entwickelt.
In meinem Post "Frieden" vom Dezember 2017 beschrieb ich, wie in den letzten 3000 Jahren fast dauernd Kriege geführt wurden.  
       Weltweit 20 Kriege und 385 Konflikte hat das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung im Jahr 2017 gezählt.
         Die meisten Menschen wollen jetzt Frieden.
Es gilt aber auch:
"Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt."
Ab wann muss ein Staat, der völlig defensiv eingestellt ist, bei einem Konflikt sagen: So weit und nicht weiter?
Um dies konkret an einem aktuellen Konflikt zu besprechen, eignet sich der Konflikt des Westens (USA/Westeuropa) mit Russland besonders gut.
1989 war die westliche Grenze der DDR die Grenze zwischen der NATO und der Sowjetunion. 2004 traten die Baltischen Staaten, Slowenien, die Slowakei, Rumänien und Bulgarien der NATO bei, damit rückte die Grenze der NATO nahe an die Grenze Russlands heran. Aber es ging 2008 noch weiter.
Jack Matlock, ehemaliger Botschafter in Moskau äusserte sich folgendermassen:"2008 entschloss die NATO, die Ukraine auf eine Spur zur Mitgliedschaft zu setzen. Ein in seinem Innern tief gespaltenes Land, direkt vor Russlands Tür."
Im September 2008 trafen die Ukraine und die EU eine Vereinbarung für ein Assoziierungsabkommen.
Dies weckte Ängste in Russland. Es begann Rebellen im Donbass zu unterstützen, dessen Bevölkerung überwiegend russlandfreundlich war. Und Russland annektierte die Krim. Mit welchen Argumenten kann Russland diesen Schritt rechtfertigen? Auf der Krim liegt Sewastopol, der wichtigste Hafen der russischen Marine am Schwarzen Meer. Die Krim wurde erst 1954 durch Beschluss des Obersten Sowjets der UdSSR der Ukraine zugeordnet. Bei Wahlen 1994 ging hervor, dass die Mehrheit der Krimbewohner russlandfreundlich ist. Die Wahlen von 2014 (nach der Annexion) wurden nur von Russland als gültig erklärt.
Um den Frieden zu sichern sollte man sich immer bemühen, die Sichtweise des Feindes zu verstehen.
Was würde unter umgekehrten Vorzeichen geschehen, wenn Russland versuchen würde eine militärische Allianz mit Kanada und Mexiko zu organisieren? Die USA reagierten mit Recht heftig als Russland mit Kuba unter Fidel Castro eine Militärallianz abschloss.
Die Rüstungsausgaben aller 29 NATO-Staaten beliefen sich 2018  auf rund 963 Milliarden Dollar. Russland rüstet (auch wegen der Krise) ab und gab 61 Milliarden für Rüstung aus.
Kann Russland angesichts solcher Zahlen wirklich gefährlich sein?
Ist es gerechtfertigt, wieder mit dem Kalten Krieg zu beginnen?
Die Menschen haben seit sie Waffen tragen konnten immer Kriege geführt. Muss es im 21. Jahrhundert so weitergehen?
Oder gilt: Wer keine Feinde hat, sucht sich welche?
Oder: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns?
Russland ist sich bewusst, dass es dem westlichen Waffenarsenal nichts Ebenbürtiges entgegensetzen kann. Aus militärischer Logik ist es so verständlich, dass Russland wieder mit der atomaren Aufrüstung beginnt. Wollen wir in einem unter unglücklichen Umständen ausgelösten atomaren Krieg sterben?
Wäre es nicht besser sich wieder in einer friedlichen Koexistenz zu arrangieren? Die osteuropäischen Staaten befürchten, dass Russland nochmals versuchen könnte, die dort lebenden russischen Minderheiten zu "beschützen". Könnte man nicht in einer Konferenz offen über solche Befürchtungen sprechen und Russland das Versprechen abringen, in Zukunft keine Grenzen mehr zu verschieben?
Man kann einwenden, dass russische Agenten Regimekritiker umbringen. Wir können das nicht hinnehmen. Aber erreichen wir mit Wirtschaftssanktionen und dem kalten Krieg wirklich etwas?
Wir haben nur eines erreicht: Es wird wieder aufgerüstet.
          Die Veranlagung mit grossem Engagement gegen Feinde kämpfen zu können/wollen ist nicht bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt. Wer heute diesem "Trieb" folgen will, kann Gewalt-Computerspiele spielen, einem Fussball Fanclub beitreten oder sich einer links- oder rechtsextremen Gruppierung anschliessen.
Ob friedlich oder militant wichtig ist der Widerstand. Dieser Spruch wurde von einer linksextremen Bewegung geäussert, könnte aber auch von einer rechtsextremen Gruppierung stammen.


         Aus der Bereitschaft gegen Feinde zu kämpfen, entwickelte sich die Veranlagung auch gegen das Böse kämpfen zu können.

         Linke Organisationen vermitteln ihren Anhänger die Überzeugung, dass sie gegen das Böse (den Kapitalismus) kämpfen und sich damit für das Gute einsetzen. Das ist für Jugendliche sehr verlockend und viele verfallen dem Robin-Hood-Syndrom.

Die bürgerlichen Jungparteien haben es da viel schwieriger. Sie müssen sich bemühen den besten Weg zu finden, auf dem die Marktwirtschaft gedeihen und gleichzeitig möglichst viele soziale Komponenten eingebaut werden können.
In einer Gruppierung, in der alle die gleiche Weltanschauung vertreten, fühlen sich die Gruppenmitglieder geborgen.
Das Wir-Gefühl trägt zu einem positiven Lebensgefühl bei. Alle sind gleichgeschaltet und können geeint gegen Andersdenkende kämpfen.

Häufig wird übersehen, dass das Gute für das gekämpft wird, nur vermeintlich gut ist und oft haben solche Engagements katastrophale Folgen. Beispiele beschrieb ich im Post "Das Problem mit den Gutmenschen" vom März 2018.



Freitag, 2. August 2019

Die Bürger sind wichtiger als die Wirtschaft

Es ist eine Binsenwahrheit:     
Bei Arbeitskräftemangel bringt Zuwanderung nichts!
Für den Zuwanderer braucht es wieder mehr Verkäuferinnen im Lebensmittelgeschäft, mehr Ärzte, mehr Maurer für neue Häuser usw.
Diese Tatsache wird von den wirtschaftsfreundlichen Zeitungen (in der Schweiz z.B. die NZZ) unterdrückt und die rosaroten, linkslastigen Zeitungen (in der Schweiz z.B. der Tagesanzeiger) erwähnen diese Binsenwahrheit nicht, weil sie aus ideologischen Gründen die Grenzen für Zuwanderer ganz öffnen möchten.
     Zuwanderung bringt der Wirtschaft viel. Die Firmen möchten wachsen und eine möglichst grosse Auswahl an billigen Arbeitskräften haben.
Die Bürger möchten sichere Arbeitsplätze und gut bezahlte Arbeit haben.
Die Bürger möchten vermeiden, dass wegen der Zuwanderung die Infrastruktur überlastet und ihre Naherholungsgebiete zubetoniert werden. In der kleinen Schweiz werden jährlich 29 km2 verbaut, was der Fläche des Brienzer-Sees entspricht. Die Wohnbevölkerung der Schweiz betrug 1960 5 Millionen, heute 8.5 Millionen. Jetzt sind wir zu verdichtetem Bauen gezwungen.
Die Lobbyisten der Wirtschaft behaupten, dass bei eingeschränkter Zuwanderung Arbeitsplätze ins Ausland ausgelagert werden (Aspekt A). Dies kann nicht ganz ausgeschlossen werden.
Die Lobbyisten verschweigen aber den ganz naheliegenden Aspekt (Aspekt B), dass bei Arbeitskräftemangel die Arbeitslosigkeit sinkt und die Löhne steigen.
Nun stellt sich die Frage: Welcher Aspekt wird überwiegen?
Ich glaube, dass bei vernünftiger Steuerung der Zuwanderung die Wirtschaft gut gedeiht und das Verbauen der Landschaft reduziert werden kann.
Die Wirtschaft schürt aus Eigeninteresse die Angst, dass Arbeitsplätze verloren gehen können. Aber warum weisen die Linken nicht darauf hin, dass es auch einen zweiten Aspekt gibt?
Hier spielt eine unheilige Allianz zwischen der Wirtschaft und den sozialistisch denkenden Politikern. Erst in den letzten Monaten haben die Gewerkschaften diese unheilige Allianz verlassen.
Sie wurden sich endlich bewusst, dass sie nicht die urbanen, gut verdienenden Linkswähler, sondern  die Geringverdiener vertreten, die trotz aller Rhetorik wissen, dass ihre Löhne wegen den Zuwanderern weniger steigen.
In den Medien findet man häufig folgenden Titel: "Wirtschaft profitiert von Zuwanderung" und es wird unausgesprochen suggeriert, dass es damit automatisch auch den Bürgern besser geht. Aber Wirtschaftswachstum in der Schweiz senkt unseren Wohlfühlfaktor und unsere Lebensqualität.
Die Firmen sollen in ihren Auslandsniederlassungen wachsen, damit kann bei gesteuerter Zuwanderung die Arbeitslosigkeit in der Schweiz weiter sinken und die Löhn steigen, ohne dass die Firmen auf Wachstum verzichten müssen.





Aggressionen

Im Internet können Videoclips von Games gefunden werden, in denen man selbst als Amokläufer dutzende von Personen niederschiessen kann. ...