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Freitag, 2. August 2019

Die Bürger sind wichtiger als die Wirtschaft

Es ist eine Binsenwahrheit:     
Bei Arbeitskräftemangel bringt Zuwanderung nichts!
Für den Zuwanderer braucht es wieder mehr Verkäuferinnen im Lebensmittelgeschäft, mehr Ärzte, mehr Maurer für neue Häuser usw.
Diese Tatsache wird von den wirtschaftsfreundlichen Zeitungen (in der Schweiz z.B. die NZZ) unterdrückt und die rosaroten, linkslastigen Zeitungen (in der Schweiz z.B. der Tagesanzeiger) erwähnen diese Binsenwahrheit nicht, weil sie aus ideologischen Gründen die Grenzen für Zuwanderer ganz öffnen möchten.
     Zuwanderung bringt der Wirtschaft viel. Die Firmen möchten wachsen und eine möglichst grosse Auswahl an billigen Arbeitskräften haben.
Die Bürger möchten sichere Arbeitsplätze und gut bezahlte Arbeit haben.
Die Bürger möchten vermeiden, dass wegen der Zuwanderung die Infrastruktur überlastet und ihre Naherholungsgebiete zubetoniert werden. In der kleinen Schweiz werden jährlich 29 km2 verbaut, was der Fläche des Brienzer-Sees entspricht. Die Wohnbevölkerung der Schweiz betrug 1960 5 Millionen, heute 8.5 Millionen. Jetzt sind wir zu verdichtetem Bauen gezwungen.
Die Lobbyisten der Wirtschaft behaupten, dass bei eingeschränkter Zuwanderung Arbeitsplätze ins Ausland ausgelagert werden (Aspekt A). Dies kann nicht ganz ausgeschlossen werden.
Die Lobbyisten verschweigen aber den ganz naheliegenden Aspekt (Aspekt B), dass bei Arbeitskräftemangel die Arbeitslosigkeit sinkt und die Löhne steigen.
Nun stellt sich die Frage: Welcher Aspekt wird überwiegen?
Ich glaube, dass bei vernünftiger Steuerung der Zuwanderung die Wirtschaft gut gedeiht und das Verbauen der Landschaft reduziert werden kann.
Die Wirtschaft schürt aus Eigeninteresse die Angst, dass Arbeitsplätze verloren gehen können. Aber warum weisen die Linken nicht darauf hin, dass es auch einen zweiten Aspekt gibt?
Hier spielt eine unheilige Allianz zwischen der Wirtschaft und den sozialistisch denkenden Politikern. Erst in den letzten Monaten haben die Gewerkschaften diese unheilige Allianz verlassen.
Sie wurden sich endlich bewusst, dass sie nicht die urbanen, gut verdienenden Linkswähler, sondern  die Geringverdiener vertreten, die trotz aller Rhetorik wissen, dass ihre Löhne wegen den Zuwanderern weniger steigen.
In den Medien findet man häufig folgenden Titel: "Wirtschaft profitiert von Zuwanderung" und es wird unausgesprochen suggeriert, dass es damit automatisch auch den Bürgern besser geht. Aber Wirtschaftswachstum in der Schweiz senkt unseren Wohlfühlfaktor und unsere Lebensqualität.
Die Firmen sollen in ihren Auslandsniederlassungen wachsen, damit kann bei gesteuerter Zuwanderung die Arbeitslosigkeit in der Schweiz weiter sinken und die Löhn steigen, ohne dass die Firmen auf Wachstum verzichten müssen.





Montag, 24. Juni 2019

Selbstbestimmte Sexualität auch in Entwicklungsländern


Seit Mai 1968 ist es ein Menschenrecht frei über die Anzahl Kinder entscheiden zu können. 1994 wurde in Kairo von der Weltbevölkerungskonferenz ein Aktionsprogramm zur Verbesserung der reproduktiven Gesundheitsvorsorge, inklusive Familienplanung und das "Empowerment" von Frauen beschlossen.

        Aber ein Recht auf Familienplanung nützt nichts, wenn der praktische Zugang zu Verhütungsmittel nicht ermöglicht wird. Für grosse Teile der Bevölkerung in den Entwicklungsländern sind Mittel für die Familienplanung unerschwinglich. Sie sind darauf angewiesen, dass ihnen Hilfsorganisationen Verhütungsmittel stark vergünstigt oder gratis anbieten.
Linksliberale und religiöse Organisationen verhindern, dass Geld für die Familienplanung in Entwicklungsländer aufgewendet wird.

      Die katholische Kirche verweist auf den Katechismus.

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P8C.HTM
2370 Die zeitweilige Enthaltsamkeit sowie die auf Selbstbeobachtung und der Wahl von unfruchtbaren Perioden der Frau beruhenden Methoden der Empfängnisregelung [Vgl. HV 16] entsprechen den objektiven Kriterien der Moral. Diese Methoden achten den Leib der Eheleute, ermutigen diese zur Zärtlichkeit und begünstigen die Erziehung zu echter Freiheit. Hingegen „ist jede Handlung verwerflich, die entweder in Voraussicht oder während des Vollzuges des ehelichen Aktes oder im Anschluß an ihn beim Ablauf seiner natürlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern, sei es als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel" (HV 14). Während die geschlechtliche Vereinigung ihrer ganzen Natur nach ein vorbehaltloses gegenseitiges Sich-Schenken der Gatten zum Ausdruck bringt, wird sie durch die Empfängnisverhütung zu einer objektiv widersprüchlichen Gebärde, zu einem Sich-nicht-ganz-Schenken. So kommt zur aktiven Zurückweisung der Offenheit für das Leben auch eine Verfälschung der inneren Wahrheit ehelicher Liebe ….

      Als ich diesen Abschnitt im Internet gelesen hatte, dachte ich zuerst, dass ich aus versehen eine Version des Katechismus aus dem vorletzten Jahrhundert geöffnet hatte. Aber es gibt keine aktuellere Version.
Im Psalm 127 steht: Auch Kinder sind ein Geschenk des Herrn; wer sie empfängt, wird damit reich belohnt. Aber daraus kann man nicht ableiten, dass es "verwerflich" ist Mittel für die Familienplanung zu verwenden. In Europa hält sich kaum ein(e) Katholik(in) an den Katechismus, ist sich wohl aber kaum bewusst, dass er grosse Probleme in Afrika verursacht, wenn er Geld der Caritas spendet.

        Nicht weniger verklemmt ist die folgende von linksliberalen Kreisen und Gutmenschen vertretene Ansicht:

Um die Frauen besser zu stellen sollte nicht der Zugang zu Familienplanung verbessert werden, sondern Bildung, Gesundheit und Wohlstand gefördert werden. Die reproduktive Selbstbestimmung kommt dann von alleine.

        Ich empfehle Personen, die solche Ansichten vertreten eine Reise in eine arme ländliche Gegend in Afrika. Schaut in die Augen hoffnungsvoller junger Mädchen, die wahrscheinlich nie die Mittel für Familienplanung aufbringen können und stellt euch vor wie diese mittellosen Mädchen bald Mütter von sechs bis acht Kinder sein werden!
Viele Mädchen werden sehr früh schwanger und brechen die Schule ab.
Jedes Jahr kommt es zu 89 Millionen ungewollte Schwangerschaften und zu 36 Millionen oft tödlich endenden Schwangerschaftsabbrüchen. https://www.dsw.org/freiwillige-familienplanung/

        Sicher gibt es noch Männer, die ihre Potenz mit der Anzahl ihrer Kinder unter Beweis stellen wollen, oder Schwiegermütter, welche die Frauen zu mehr Kindern drängen. Aber Millionen von Frauen in Entwicklungsländern haben keinen Zugang zu Mitteln für die Familienplanung.

        Die meisten afrikanischen Jugendliche finden heute eine Gelegenheit sich westliche Filme anzuschauen. Darin sehen sie, welche sexuellen Freiheiten wir in Europa und in den USA haben.
Eine Studie aus den USA zeigt, dass junge Männer 19 mal pro Tag an Sex denken. Es ist doch klar, dass das in Afrika nicht anders ist.
Wir haben den Menschen in den Entwicklungsländern lebensrettende Medikamente und auch eine sehr freizügige Kultur gebracht, damit sind wir jetzt auch dazu verpflichtet, den Zugang zu Mittel für die freiwillige Familienplanung zu ermöglichen.
Man müsste schon rassistisch denken, wenn man die selbstbestimmte Sexualität nur der weissen Bevölkerung vorbehalten möchte.

        25.5 Millionen Menschen in Afrika südlich der Sahara sind mit HIV infiziert. Dies ist ein weiterer Grund, dass mehr Mittel für die Gesundheitsfürsorge kombiniert mit Aufklärung und Zugang zu Empfängnisverhütungsmitteln aufgewendet werden müssen.
In Sambia zum Beispiel leben 60 Prozent der Bevölkerung von weniger als einem Dollar pro Tag. Wie soll da die Bevölkerung durch mehr Schulbildung in den nächsten Jahren die Mittel für die HIV Vorsorge und die Familienplanung selber aufbringen?

Sonntag, 12. Mai 2019

Vom Karnivore zum Frutarier

Die Zahl der Vegetarier und Veganer nimmt stark zu.
Sie glauben, dass man Tiere nicht töten darf.
Für Vegetarier und Veganer ist der Unterschied zwischen den Menschen und den Tieren klein.
Für Menschen, die Fleisch essen, ist der Unterschied zwischen den Menschen und Tieren so gross, dass sie ohne schlechtes Gewissen Fleisch essen.
Aber auch Vegetarier und Veganer töten Tiere. Wenn sie spazieren, treten sie unfreiwillig auf Ameisen und zum Anbau ihrer pflanzlichen Nahrung werden beim Bearbeiten der Äcker unzählig viele Würmer, Käfer und Mäuse zerdrückt und sterben einen qualvollen Tod.
Die meisten Mensch haben deutlich mehr Mitgefühl für Pferde, Rinder, Schafe und Kaninchen als für Hühner und Fische. Aber auch für Hühner und Fische empfinden wir mehr als für Insekten oder gar für das einzellige Pantoffeltierchen. Oder zögern wir nicht auch, wenn wir im Biologieunterricht ein Pantoffeltierchen töten müssen?
Haben wir das Recht für Pferde mehr zu empfinden als für Pantoffeltierchen? Wir nehmen mehr Rücksicht auf Tiere, in denen wir eine Ähnlichkeit mit uns sehen oder die sich ähnlich wie wir verhalten, wie zum Beispiel die Delphine.

Noch weiter gehen die Frutarier. Sie glauben, dass nicht nur Tiere sondern auch Pflanzen ein Recht auf Leben haben.
Frutarier streben eine Ernährung mit pflanzlichen Produkten an, die nicht die Beschädigung der Pflanze zu Folge haben. Dazu gehören z.B. Obst, Nüsse und Samen. Das Holz für Möbel sollte nur von umgestürzten Bäumen stammen.
Wenn ich im Garten einen Kopfsalat schneide, habe ich ein ungutes Gefühl. Der knackige Kopfsalat wollte eigentlich noch aufschiessen und Samenstände bilden.
Der Strunk einer frisch gefällten Birke stösst grosse Mengen an Xylemsaft aus. Kann man das nicht mit bluten oder weinen vergleichen?
Steve Jobs war eine Zeit lang Frutarier. Er hatte Mitgefühl mit wachsenden Pflanzen. Konnte er sich deshalb so erfolgreich in uns IT-Laien hinein denken und deshalb als erster ein benutzerfreundliches Handy entwickeln?
Auch Mahatma Gandhi lebte fünf Jahre lang als Frutarier, bevor er wieder Vegetarier wurde.

Am 27. November 2017 publizierte ich einen Blogpost, in dem ich schrieb, dass ich das Wiedererwachen eines moderaten Pazifismus begrüssen würde. Ich finde es schade, dass sich die Vegetarier und Veganer nicht auch in dieser Richtung äussern.
Für mich sind die Fleischesser und die Frutarier am konsequentesten. Die Vegetarier und die Veganer müssen sich viele Fragen gefallen lassen, die sie nur schwer beantworten können.
Veganer meiden das Karminrot, das häufig als Lebensmittelfarbstoff eingesetzt wird. Karmin ist ein aus Cochenille Schildläusen gewonnener roter Farbstoff und ist damit ein tierisches Produkt. Aber was machen Veganer, wenn ihre Rosen von Blattläusen befallen sind? Sie müssen ja nicht zur Chemiekeule greifen. Man kann Marienkäfer einsetzen, die heute im Fachhandel erhältlich sind. Ist dies erlaubt, wenn man nicht zuschaut wie die Marienkäfer die Läuse verspeisen? Oder darf man Brennnesselsud einsetzen, mit dem die Blattläuse langsam sterben?
           Vegetarier möchten nicht, dass ihretwegen Tiere leiden müssen und getötet werden. Sie essen nur Milchprodukte, Eier und pflanzliche Erzeugnisse.
Bis jetzt dachte ich, dass die Vegetarier ohne Probleme nach ihrem Grundsatz leben können, bis ich bei meinen Recherchen auf die Webseite animal-rights-switzerland.ch/milch stiess:
Jedes zweite Kälbchen ist männlich und müsste sofort nach seiner Geburt getötet werden, wenn es keine Fleischesser geben würde.
Gerade einmal ein bis drei Tage darf das frisch geborene Kälbchen mit seiner Mutter verbringen. Danach wird es der Mutterkuh entrissen, damit es die produzierte Muttermilch nicht wegtrinkt.
Schon nach zehn Wochen werden die Kühe wieder künstlich befruchtet. Kühe geben nach dem Kalbern am meisten Milch. Würden sie nicht laufend Kälber gebären, würde die Milchleistung
deutlich sinken. Daraus folgt, dass die lacto-vegane Ernährung nur dank den Fleischessern möglich ist.
Vegetarier und Veganer möchten nicht, dass ihretwegen Tiere getötet werden. 
Extreme Tierschützer bezeichnen das Töten von Tieren als kriminellen Akt. Sie demolieren Hochsitze, befreien Hühner und Schweine aus Tierfabriken, beschmieren Schaufenster von Metzgereien und bedrohen Menschen, die sich ihnen entgegenstellen und verachten selbst moderate Tierschützer.
Richard David Precht schreibt in seinem Buch "Tiere Denken": … diese Abgrenzung markiert die eigene Identität und hält das Selbstwertgefühl und die Gruppensolidarität zusammen. ….eine intellektuelle Einsicht, der man kompromisslos folg, oder die Lust daran, andere grundsätzlich schlechter zu finden als sich selbst.
Dies sind meiner Ansicht nach alles Merkmale, die man auch bei allen anderen Ideologien und Religionen findet. Man findet diese Mechanismen bei den Jungsozialisten, bei den Neonazis und bei allen extremen religiösen Bewegungen.
In der Natur heisst es fressen und gefressen werden. Die Grillen werden von Mäusen gefressen, die Mäuse von Schlange und die Schlangen werden vom Adler gefressen. Die Natur ist brutal.


Warum darf denn der Mensch nicht das Fleisch von Tieren essen? Tierschützer vertreten oft die Ansicht, dass der Unterschied zwischen den Tieren und den Menschen klein ist. Warum dürfen wir uns trotzdem nicht wie ein Glied in einer der Nahrungsketten verhalten?
Der Unterschied Mensch-Tier muss also doch so gross sein, dass für uns völlig andere Regeln gelten!
Wir haben eine Verantwortung den Tieren gegenüber.
Als ich geboren wurde gab es 2 1/2 Milliarden Menschen, jetzt 7 1/2 Milliarden. Tausende Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Der Mensch hat sich hemmungslos auf Kosten der Tiere vermehrt. Und immer noch gibt es Menschen die sich gegen eine Förderung der freiwilligen Familienplanung auf der ganzen Welt wenden.
       Wir haben eine Verantwortung den Tieren gegenüber, deshalb muss das Artensterben so rasch als möglich gestoppt werden und wir müssen auch das Leiden bei der Nutztierhaltung stoppen.

Die Fläche, die einem einzelnen Huhn oder Schwein zugestanden wird, ist immer noch skandalös klein! Und viele Tierfabriken sind abstossend gross!
Die meisten Konsumenten würden kaum mehr Fleisch essen, wenn sie Tierfabriken mit den minimalen und gesetzlich erlaubten Standards besuchen würden.







Montag, 1. April 2019

Wird die Welt besser/schlechter ohne Ideologien und Religionen?

Die grössten Katastrophen auf dieser Welt werden durch Gewalt ausgelöst.
      Jeder, der die Ansichten einer Ideologie oder Religion vertritt, ist mitverantwortlich dafür, dass im Namen seiner Weltanschauung keine Gewalttaten verübt werden.
Jeder Muslim muss gegenüber Gleichgesinnten und Andersgläubigen klarstellen, dass er gegen die Jihadisten ist.
Jeder Jude muss gegen das Verschieben der Grenzen von Israel Stellung nehmen.
Jeder Christ muss eingestehen, dass im Namen seines Glaubens furchtbare Verbrechen begannen wurden. Jeder Christ muss sich bewusst sein, dass die Bibelstellen, die die Homosexualität verurteilen für die Homosexuellen riesige Probleme - bis hin zu Verfolgungen - verursachen.
Jeder Katholik muss sich von der ablehnenden Haltung der katholischen Kirche und der Caritas gegenüber der Familienplanung in den Entwicklungsländern distanzieren, denn dies führt zu Hunger, Elend und Gewalt.
Jeder Sozialdemokrat sollte sich vom Klassenkampf distanzieren. Denn Kampf führt zu Unfrieden. Die Sozialdemokraten müssen sich klar von gewalttätigen linksextremen Gruppierungen distanzieren. 
Alle Parteien rechts von der Mitte müssen sich klar von rechtsextremen Gruppierungen abgrenzen, damit sich die Gräueltaten der Nazis nicht mehr wiederholen können.
                Es ist sicher unbestritten, dass alle Ideologien und Religionen schon Ursprung von Gewaltaten waren.
                 A b e r  werden die Menschen ohne Religionen und Ideologien nicht zu Egoisten? Verfallen nicht die Sitten? Wird die soziale Ungerechtigkeit nicht noch grösser?
In den sechziger Jahren nahm der Einfluss der Kirchen stark ab. Aber die Statistik zeigt, dass die Diebstähle bei der einheimischen Bevölkerung nicht zugenommen haben.
Auch die Religionslosen bemühen sich bei den Arbeitskollegen und im Freundeskreis gut anzukommen. In einem spannungsfreien Umfeld realisieren die meisten Menschen, dass ihnen der eigene Egoismus meistens schadet. Wir lieben weiterhin unseren Nächsten, weil wir auch von unseren Mitmenschen geliebt werden wollen und nicht weil uns ein Moralkodex das vorschreibt.
Die Scheidungen haben sicher zugenommen, aber war es früher besser als man in der Ehe widerwillig ausharrte? Ich vermute, dass anteilsmässig die einvernehmlichen Scheidungen zugenommen haben.
Wer sich offen zum christlichen Glauben bekennt, muss sich bewusst sein, dass sein Lebenswandel kritisch von seinen Mitmenschen beurteilt wird. Wenn die Diskrepanz gross ist, wird er zu Recht als Scheinheiliger bezeichnet. Traurige Beispiele sind die katholischen Priester, die sich an Kindern vergehen.
Die katholische und reformierte Kirche verlieren viele Mitglieder.
Die Anzahl der Konfessionslosen hat stark zugenommen.
Nur noch wenige Katholiken und Reformierte (oder Protestanten) sind davon überzeugt, dass ihr Glaube alleinseligmachend ist. Dadurch verlieren ihre Kirchen einerseits an Stosskraft und Schwung, anderseits führt ihr Glaube nicht mehr zu Konflikten. Katholiken und Reformierte leben heute konfliktfrei miteinander und  mit Andersgläubigen.
Alle Kirchen profitieren davon, dass sich der Mensch in der Gemeinschaft von Gleichgesinnten wohl fühlt.
Das Gleiche gilt auch für Clubs aller Art, aber auch für Parteien und politische Gruppierungen.
Die meisten Europäer werden zustimmen, dass die Welt mit weniger starken Religionsgemeinschaften nicht schlechter geworden ist.
Aber kann man jetzt in Analogie folgern, dass die Welt ohne Sozialismus auch nicht schlechter wird? Oder gilt die Befürchtung der Linken, dass ohne Klassenkampf die Schwächeren in unserer Gesellschaft verlieren werden?
Die Schweiz ist ein Land in dem die Löhne der Geringverdiener so hoch wie kaum in einem anderen Land sind, obwohl der Klassenkampf weniger bedeutend war als in den meisten anderen Ländern.
Die funktionierende Sozialpartnerschaft ist ein Markenzeichen des schweizerischen Erfolgsmodells.
So wie die Religionslosen einsehen, dass ihnen der eigene Egoismus meistens schadet, so können auch ideologiefreie Politiker einsehen, dass es allen besser geht, wenn es auch den Geringverdienern gut geht.

Freitag, 15. Februar 2019

DerTanz um das goldene Kalb

Sonderbare Beziehungsdramen spielen sich gegenwärtig in Europa ab. Die Ausgangslage in der Schweiz und in Grossbritannien ist zwar eine andere, doch zeigen sich erstaunliche Parallelen. In beiden Ländern stellen sich grosse Teile der Bevölkerung gegen einen neuen Deal mit der EU.
Bei der EU hat das Durchsetzen ihrer Ideologie Priorität, wie es den EU-Bürgern geht ist zweitrangig.
Die EU ist ein Projekt von Gutmenschen, die keine Rücksicht auf Nichtmitglieder nehmen.
Die EU hat ein Demokratiedefizit!
Wie wäre das Resultat, wenn alle EU-Bürger in einer Abstimmung gefragt würden, ob sie sich die EU als Staatenbund oder als Bundesstaat wünschen?
Die EU hat schlechte Erfahrung mit der direkten Demokratie in Grossbritannien gemacht. Es wird sich in Brüssel die Meinung verfestigen, dass dem Stimmvolk nicht zu trauen ist.
Die Beziehung zwischen der EU und der direkten Demokratie ist voll von Irritationen.
Die Grundidee des Binnenmarktes stösst in ganz Europa auf breite Zustimmung. Aber die uneingeschränkte Personenfreizügigkeit entzweit Europa. Die Forderung der EU, nur nach ihren Spielregeln zu spielen, scheint für souveräne Nationen, die sich nicht fragen müssen, ob sie eine Mitschuld am Ausbruch der beiden Weltkriege haben, eine Zumutung zu sein.
Ländern, denen die Untrennbarkeit der vier europäischen Freiheiten nicht einleuchtet, wird mit dem Ausschluss aus dem Binnenmarkt gedroht.
Die EU tritt als Monopolist für den europäischen Binnenmarkt auf, zeigt dabei aber keine Spur von Gewissensbissen. Für mich wieder ein Beispiel dafür, dass Menschen, die dogmatisch eine "gute" Idee vertreten, viel Unheil anrichten.
Wenn Grossbritannien und die Schweiz sich dem Diktat der EU nicht fügen, müssen sie mit partiellem Ausschluss aus dem Binnenmarkt rechnen. Es kann sein, dass dann für einige Zeit der Wohlstand in beiden Ländern weniger rasch wächst. Beide Länder wissen nicht mit welchen "Strafmassnahmen" von Brüssel sie rechnen müssen, aber da auch der innereuropäische Handel von WTO Regeln bestimmt wird, werden die Auswirkungen kleiner sein, als von den EU-Anhängern behauptet wird.
Aber ist es das höchste aller Ziele unseren Wohlstand zu optimieren?
Lohnt sich der Tanz ums goldene Kalb?
Gibt es nicht höhere Werte als die Höhe des Wirtschaftswachstums? Sollten die Politiker nicht dafür eintreten, dass die Bevölkerung nach eigenen Regeln leben kann und nicht fremdbestimmt wird?
     Langfristig wird aber auch der Wohlstand höher sein, wenn wir nicht mit starrem Blick das goldene Kalb fixieren.
Wollen wir uns die Planung des Berliner Flughafens, den starren französischen Zentralismus oder das italienische Chaos als Vorbild nehmen? Ist die Schweiz nicht die erfolgreichste europäische Nation?



Weitere Posts mit dem Label EU:
8. Januar 2019   Die Rosinenpicker
13. Juni 2019   Direkte Demokratie
16. Oktober 2017   EU





Dienstag, 8. Januar 2019

Die Rosinenpicker

Die Briten und die Schweizer werden als Rosinenpicker bezeichnet.
       Wie ich schon in meinem Post vom Oktober 2017 betonte, liebe ich Europa, aber ich habe Probleme mit der EU in der heutigen Form.
Viele Anhänger der EU beharren auf der Untrennbarkeit der vier Freiheiten. Die unbeschränkte Personenfreizügigkeit darf nicht herausgebrochen werden. Wer es versucht wird als Rosinenpicker bezeichnet.
In Twitter findet man häufig die Aussage: #Rosinenpicker braucht Europa nicht!
Aus ökonomischer Sicht spricht aber nichts für die Untrennbarkeit der vier europäischen Freiheiten. Anders wäre es z.B. wenn ein Land die Güterfreiheit möchte, ohne sich auch zu verpflichten die Vereinbarungen betreffend Umweltschutz einzuhalten.
Wenn ein Land die Personenfreizügigkeit einschränken könnte, hätten die andern Mitgliedsländer keinen wirtschaftlichen Nachteil.
Die EU-Euphoriker wollen die vier Freiheiten mit Zwang durchsetzen. Was für ein Widerspruch!
Die Idee vom vereinten Europa wird häufig mit ideologischem Eifer vertreten. Aber sollten nicht gerade die Deutschen wissen, dass zu viel Eifer in der Politik zu grossen Katastrophen führen kann? Ist Eifer für etwas Gutes immer gut? Nein es gilt "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint"
      Wäre nicht mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer Länder angebracht? Dogmatische Sturheit und Besserwisserei wird die EU zerstören!
Mit mehr Flexibilität wäre es nicht zum Brexit gekommen!
       Die EU hat ein Demokratie Defizit, immer mehr Bürger empfinden Brüssel als Bürokratie-Monster.

Montag, 19. November 2018

Grüne Ideen und Ideologien



Grüne Fehlentwicklungen

Plastik
Riesige Mengen an Plastik verschmutzen die Meere. Dies muss gestoppt werden! Aber wie?
An den Stränden von Europa kommt der grösste Teil des angeschwemmten Plastiks von Schiffen.
In den Häfen der EU-Staaten mussten bis jetzt alle Schiffe eine Abfallgebühr bezahlen, unabhängig von der abgegebenen Menge.
Sie erhalten dafür eine Freimenge. Wenn ein Schiff mehr Abfälle abliefern will, muss es eine zusätzliche Gebühr bezahlen. Dies führt natürlich zur Versuchung den überschüssigen Abfall illegal im Meer zu entsorgen.
Nach einem neuen Richtlinienvorschlag können die Schiffe Abfälle ohne Mengenbegrenzung abgeben. Die Häfen müssten dafür höhere fixe Gebühren verlangen und wehren sich dagegen, weil dies zu einem Wettbewerbsnachteil führen würde.
Aber diese neuen Richtlinien müssen so rasch als möglich in Kraft treten, wenn wir die Verschmutzung der Meere ernsthaft stoppen wollen.
Von dieser neuen Richtlinie habe ich erst einmal in den Medien erfahren.
Statt dessen verbreiten die Medien dutzende Artikel in denen der Einsatz von Plastiksäcken mit Gebühren belastet werden soll und suggerieren, dass wir damit etwas zur Reinhaltung der Meere beitragen. Ich vermute aber, dass in Europa kaum ein Promill dieser Plastiksäcke im Meer landet.
Dies ist reine S c h a u m s c h l ä g e r e i. 
Für die Medien ist es nicht attraktiv über Hafenauffangeinrichtungen für Schiffsabfälle zu berichten. Sie berichten lieber über Gesetze die den Gebrauch von Kunststoffartikel beschränken und bedienen damit das bei jedem Menschen im emotionalen Bereich verankerte Spar- und Verzichtssyndrom.
Abgesehen davon bin ich natürlich auch dafür, dass jeder sich persönlich für den nachhaltigen Gebrauch unserer Ressourcen einsetzt.

Brennholz
Heizen mit Holz ist klimaneutral. Dies ist nur die halbe Wahrheit!
Blätter, Äste und Baumstämme verrotten im Wald und bilden Humus. Der Humus seinerseits wird durch Bakterien langsam abgebaut (Mineralisation).
In einem Naturwald bleibt die Humusschicht immer gleich hoch. Es besteht ein Gleichgewicht. Es wird gleich viel Humus aus neuer Biomasse gebildet, wie Humus durch Mineralisation abgebaut wird.
Wenn regelmässig Holz aus dem Wald entfernt wird, entsteht ein neues Gleichgewicht, die Humusschicht wird dünner und der CO2-Speicher Humus wird kleiner.
In der obersten Bodenschicht der Welt sind mehrere Tausend Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden, mehr als in der Erdatmosphäre und der gesamten Erdvegetation zusammen.
Der Humus ist eine ganz wichtige Kohlenstoffsenke, die heute auch durch intensive Landwirtschaft und Brandrodungen erheblich reduziert wird.

Sonnenenergie
Die Photovoltaik ist eine faszinierende Technologie, mit der fast unbeschränkt viel Energie gewonnen werden kann.
Die Nutzung der Sonnenergie bringt aber vorläufig noch grosse Probleme mit sich.
In Zürich scheint die Sonne im Juli durchschnittlich 6.8 Stunden, im Januar aber nur 1.4 Stunden (wetter.com).
Im Januar ist der Energieverbrauch aber am grössten und im Juli am kleinsten.
Die Einspeisevergütung ist im Winter und Sommer die gleiche.
Dies ist realitätsfremd! Die Einspeisevergütung muss im Winter höher sein als im Sommer!
Es braucht Kurz- und Langzeitspeicher.
Vielversprechend sind Power-to-Gas-Anlagen, aber die so gespeicherte Energie wird heute immer noch viel zu teuer.
Wenn das gewonnene Methan mit einer Gasturbine wieder in Strom verwandelt wird, beträgt der Gesamtwirkungsgrad nur 30%.

Klimaerwärmung
Der CO2-Ausstoss muss reduziert werden.
Die CO2-Emissionen in Tonnen pro Person und Jahr sind in den einzelnen Länder sehr verschieden.                      
Katar                                40.4
USA                                  16.5
Deutschland                       9.4
Indien                                 1.6 (steigt rasch)
Republik Kongo                   0.5

Durch Konsumverzicht kann die CO2-Emission pro per Person
reduziert werden.                        

Der weltweite CO2-Ausstoss ist das Produkt aus dem CO2-Ausstoss des einzelnen Menschen mal die Anzahl der Menschen auf der Welt.

    CO2-Ausstoss des                    Anzahl Menschen               weltweiter
   einzelnen Menschen       X         auf der Welt        =    CO2-Ausstoss 

Die Weltbevölkerungszahl ist demnach gleich wichtig wie die Emission pro Person.
Diese Tatsache ist aber für die meisten Grünen ein Tabu.
Alle 12 Jahre wächst die Weltbevölkerung um 1 Milliarde Menschen.
Es bringt nichts wenn wir unseren Ausstoss von Treibhausgasen um einen Drittel reduzieren, wenn in der gleichen Zeit die Weltbevölkerung um einen Drittel zunimmt.
Die Zunahme der Weltbevölkerung sollte durch freiwillige Familienplanung verlangsamt werden.
Greenpeace, der WWF und die meisten Naturschutzverbände verschweigen diese Zusammenhänge, man könnte ja als Rassist gelten. Die Verantwortlichen sind zu feige, lieber lassen sie die Welt zu Grunde gehen.
Alle Ideologen und alle Religiösen haben Schwierigkeiten sich mit dem Thema Bevölkerungswachstum zu befassen.

Artensterben
Experten schätzen, dass täglich zwischen 50 und 150 Arten unwiederbringlich von der Erde verschwinden.
Ein grosser Teil der Tier- und Pflanzenarten werden in den nächsten Jahrzehnten verschwinden.
Nur wenn man ideologische Scheuklappen trägt, sieht man nicht, dass die Hauptursache für das Artensterben das Bevölkerungswachstum ist.
   



Die Bürger sind wichtiger als die Wirtschaft

Es ist eine Binsenwahrheit:      Bei Arbeitskräftemangel bringt Zuwanderung nichts! Für den Zuwanderer braucht es wieder mehr Verkäuferinn...