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Dienstag, 7. Januar 2025

Wo braucht es Brandmauern?


In der AFD gibt es viele Protestwähler, die sich von den Altparteien nicht vertreten fühlen. Durch die Brandmauer gegen die AFD werden sie ins politische Abseits gedrängt.

Deutschland braucht eine Partei, die entschlossen gegen die Wokeness der Linken und Grünen vorgeht und der man abnimmt, dass sie wirklich  o h n e  VORBEHALTE  gegen unkontrollierte Migration vorgeht.

Zu Recht wird darauf hingewiesen, dass rechtsextreme Parteien, die zum Faschismus neigen und Nazi-Gedankengut pflegen, gefährlich sind. Gegen rechtsextreme Ideologen wie Björn Höcke und seine Anhänger vom völkischen Flügel der AFD muss eine Brandmauer errichtet werden, aber nicht vor der AFD, sondern durch die AFD hindurch, um den rechtsextremen Flügel der AFD zu isolieren.

Ein grosser Teil der AFD-Wähler hat mit Nazi-Gedankengut nichts am Hut und fühlt sich von Alice Weidel vertreten. Ja, Alice Weidel vertritt rechtsaussen Gedankengut, aber sie gefährdet meiner Meinung nach eindeutig nicht die Demokratie.

Kann eine lesbische Frau, die im Ausland lebt, eine Gefahr für Deutschland sein?

Man sollte die Möglichkeit offen lassen, dass es auf kommunaler Ebene zu einer Zusammenarbeit mit der AFD kommen kann, wenn dort die Abgeordneten der AFD nicht zum extremen Flügel gehören.

Meiner Meinung nach kann man sich nicht prinzipiell gegen eine Zusammenarbeit mit der AFD aussprechen, da dies im Einzelfall zu fast absurden Situationen führen kann.

Wie können Demokratien vor der Übernahme durch antidemokratische Kräfte geschützt werden? Das gelingt, wenn wir alle Formen extremer linker und rechter Ideologien entschieden in die Schranken weisen.



Donnerstag, 4. April 2024

Zwei Elemente kennzeichnen alle Ideologien

 

Die folgenden Ausführungen sind nicht leicht zu verstehen. Ich versuche, das Innenleben der Parteien zu sezieren. Wenn Sie nur leicht verdauliche Kost möchten, wählen Sie besser einen anderen Abschnitt.

Ich versuche, die Positionen von allen Politikern zu verstehen. Wenn ich zum Beispiel Aussagen von Putin-Verstehern höre, frage ich mich, mit welcher Ideologie man Verständnis für einen Autokraten haben kann, der ein anderes Land überfällt.

Oder wie kommt man dazu, keinen Unterschied zwischen bürgerlichen Parteien und rechtsaussen Parteien zu sehen?

Mit den bekannten Ideologien kann man vieles nur erklären, wenn man berücksichtigt, dass alle Ideologien aus zwei Komponenten bestehen.

Parteiprogramme haben zwei Komponenten, eine konstruktive und eine, mit der sie sich von konkurrierenden Parteien abgrenzen. Jede politische Partei wirbt mit der ihr spezifischen Ideologie, aber gleichzeitig meist auch mit Parolen, mit denen sie die gegnerischen Parteien bekämpft.

- Rechtsaussen Parteien mobilisieren ihre Anhänger mit Nationalismus, aber auch mit Antilinks-Ideologien. Sie leben davon, dass linke Ideologien für viele abstossend sind. Sie profitieren davon, dass die meisten Menschen mit Wokeness nichts anfangen können und nicht in einem Ameisenstaat leben wollen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Antilinks-Ideologie Antikommunismus genannt. In der BRD führte der Antikommunismus 1956 zum Verbot der KPD. Die Argumente für und gegen ein Verbot der KPD erinnern an die heutigen Diskussionen um ein Verbot der AFD. In den USA führte der Antikommunismus zu zahlreichen Verhaftungen. Aus heutiger Sicht griff eine Antikommunismus-Hysterie um sich.

- Linksaussen Parteien mobilisieren ihre Anhänger mit Emotionen gegen Ungerechtigkeit und mit Klassenkampfparolen, aber auch mit einer Antirechts-Ideologie. Die Antirechts-Ideologie weist darauf hin, wie gefährlich Rechtsaussen-Parteien sind, die zum Faschismus neigen und Nazi-Gedankengut pflegen. Die Anhänger der Antirechts-Ideologie neigen dazu, alle Gruppierungen, die sich rechts von ihnen positionieren, als staatsgefährdend einzustufen.           

Wenn «Anti-Einstellungen» zu einer Ideologie werden, wird alles mit Scheuklappen betrachtet und der Blick wird getrübt.

Wenn Rechtsradikale die Ansichten der westlichen Wertegemeinschaft kritisieren, dann oft deshalb, weil sie darin zu viel Sozialismus sehen. Man kann die Ansicht vertreten, dass die westlichen Werte viel kollektivistisches Gedankengut enthalten. Eine Komponente der Rechtsaussen-Ideologie ist die Antilinks-Ideologie, deshalb können Rechtsradikale die westlichen Werte nicht akzeptieren, denn sie finden darin kollektivistisches Gedankengut.

Wird die Weltanschauung der westlichen Wertegemeinschaft auch durch zwei Elemente gekennzeichnet? Ja, das konstruktive Element ist der Einsatz für Freiheit und Wohlstand für alle und die Antikomponente ist der Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen in autokratischen Regimen.

Warum sympathisieren rechtskonservative Kreise in den USA und in Europa mit Putins Gedankengut? Sie wehren sich gegen Kreise, für die Demokratie ein hohes Gut ist, die sich in der Mitte positionieren und ohne radikale Ideologien auskommen möchten.

Für rechtskonservative Kreise im Westen und in Russland hat der christliche Glaube eine wichtige Funktion. Liberale, die alle Ideologien verabscheuen, werden als Gefahr angesehen.

Anti-Bewegungen gibt es nicht nur gegen Ideologien, sondern auch gegen Religionen. Die Bewegung gegen den Islam nennen wir Islamophobie.

Die monotheistischen Religionen ihrerseits bestehen auch aus zwei Elementen. Die konstruktive Komponente besagt, dass alle Gläubigen in den Himmel kommen, und die Anti-Komponente besagt, dass allen Ungläubigen und Andersgläubigen großes Unheil widerfahren wird. 

Ich gehe davon aus, dass wir alle der Meinung sind, dass man Auffassungen, Ideologien und Religionen entschieden ablehnen kann, dass wir aber den Menschen, die diese Ansichten vertreten, mit Respekt begegnen müssen.



Samstag, 12. November 2022

Die Zeit der uneingeschränkten Globalisierung ist vorbei

Die Globalisierung hat die verschiedenen Kulturen näher gebracht und bewirkte, dass sich die Schwellenländer wirtschaftlich stark entwickeln konnten, aber die Globalisierung konnte den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine nicht verhindern.

"Die Globalisierung nützt allen", dies wurde wie ein Mantra tausendfach wiederholt. Wandel durch Handel. Wir glaubten, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es noch zu grösseren kriegerischen Auseinandersetzungen kommt, immer kleiner wird. Ich war geschockt, als ich in den Nachrichten erfuhr, dass Putin seine Panzer in Richtung Ukraine losschickte.

Es muss jedem klar sein, dass jetzt die Gefahr besteht, dass Xi Jinping Putin nachahmt und Taiwan überfällt. Putin will die Ukraine und Xi Jinping Taiwan "Heim ins Reich" holen.

Wir haben Russland mit umfassenden Sanktionen belegt. Der Westen muss sich auch aus China wirtschaftlich zurückziehen. Nur so kann im Westen auf Dauer eine gesunde Wirtschaft bestehen, die nicht erpresst werden kann.

Die Wirtschaft Chinas wächst mit beeindruckendem Tempo. China wird in einigen Jahren wirtschaftlich und militärisch das stärkste Land der Welt sein.

China hat sich langsam von der kommunistischen Ideologie getrennt. Vom Kommunismus übrig geblieben ist nur noch Autokratie und Despotie. Wie in Russland, hat sich auch in China ein Nationalismus gebildet. China will durch Handel die ganze Welt beherrschen. Wenn sich China stärker als der Westen fühlt, wird es uns behandeln wie seine Regimegegner oder wie die Uiguren.

Solarpanels, seltene Erden und andere Produkte, durch die wir in Abhängigkeit von China geraten sind, müssen mit Zöllen belegt werden und Hightech-Produkte dürfen nicht mehr nach China exportiert werden. Wir dürfen nicht mehr zulassen, dass China Firmen in westlichen Ländern übernimmt.

Der Abbau von Zöllen hat viele positive Effekte. Aber als ich kürzlich in den USA war, wurde mir in den Gestellen von Lebensmittelgeschäften Mineralwasser aus Italien und Frankreich, Butter aus Irland und Marmelade aus Frankreich angeboten. Dies sind sicher unsinnige Auswüchse der Globalisierung.

Wenn wir erreichen wollen, dass in Zukunft die Industrien auf der ganzen Welt nur noch Produkte ohne Ausstoss von CO₂ herstellen, müssen wir Produkte, die nicht CO₂-frei hergestellt wurden, mit Zöllen belegen. Es wird sicher noch lange dauern, bis in Europa die meisten Produkte CO₂-frei hergestellt werden, aber es muss schon heute publik gemacht werden, dass wir unsere Industrie in Zukunft vor Importen aus Ländern schützen können, die ungenügende Umweltmassnahmen treffen. Denn wir müssen das Argument entkräften, dass es nichts nützt, wenn nur wir zum Teil einschneidende Umweltmassnahmen beschliessen.


Montag, 11. Juli 2022

Ideologien sind Drogen fürs Volk


Bis 1990 wurde die Sowjetunion von der kommunistischen Partei beherrscht. Unter Gorbatschow zerfiel die Sowjetunion und Jelzin realisierte, dass er auch das übriggebliebene Russland nicht zusammenhalten konnte. Er setzte den KGB-Mann Putin als Präsidenten ein. Putin hat sich von der kommunistischen Ideologie gelöst und will Russland mit der nationalistischen Partei "Einiges Russland" wieder zu einer starken Nation machen. Siehe auch Abschnitt: Putins Ideologie "Ruskiy Mir" gefährdet den Weltfrieden.        

Gorbatschow und Jelzin versuchten Russland nach demokratischen Grundsätzen zu regieren und sind gescheitert. Russland war nicht bereit für die Demokratie. Russland ist einfacher mit der kommunistischen oder einer nationalistischen Ideologie zu regieren. Diese Ideologien wirken wie Drogen, mit denen das Volk ruhiggestellt werden kann. Alle sind gleichgeschaltet, werden von einem positiven Wir-Gefühl getragen und die Regierenden können geeint mit den Mitläufern gegen Andersdenkende vorgehen. Siehe auch Abschnitt: Was macht eine Ideologie erfolgreich?

Ähnliche Transformationen wie in Russland gab es in China. Auch die Staatsführung in China hat sich langsam von der kommunistischen Ideologie getrennt, obwohl sich die staatstragende Partei immer noch Kommunistische Partei Chinas nennt. Vom Kommunismus übrig geblieben ist aber nur noch Autokratie und Despotie. Mit dem Erstarken der chinesischen Wirtschaft ist China zu einem gefährlichen, imperialistischen Staat geworden.

Indien, das als ehemalige Kolonie Grossbritanniens von der westlichen, freiheitlichen Kultur geprägt wurde, weist zunehmend eine autoritäre und demokratiegefährdende Entwicklung auf. Es entwickelt sich ein Hindu-Nationalismus, der geprägt wird vom politischen Konzept Hindutva, das die autoritäre Ausrichtung Indiens nach den Vorstellungen eines politisch-kulturell verstandenen Hinduismus zum Ziel hat (Wikipedia: Hindutva). Andersdenkende werden diskriminiert und Indien wird deswegen von den westlichen Staaten kritisiert. Das kann zur Folge haben, dass sich Indien vom Westen abwendet und sich von Brasilien, Saudi-Arabien, Russland und China besser verstanden fühlt. Wenn wir uns bezüglich Menschenrechte diesen Staaten gegenüber nicht toleranter verhalten, entsteht ein antiwestlicher Block. Siehe auch Abschnitt: Geht es der Welt besser mit unserem moralischen Imperialismus?

Marx prägte den Ausdruck "Religion ist Opium des Volkes". Damit hatte er sicher recht. Die Religionen wurden von Herrschenden häufig als Opium fürs Volk missbraucht. Priester und Herrschende arbeiteten Hand in Hand, unterstützten sich gegenseitig und missbrauchten ihre Macht. Aber Marx hat mit seinen Schriften die Grundlage für eine Weltanschauung gelegt, mit der fanatische Ideologen ihre Ziele ohne Rücksicht auf die Bevölkerung verfolgten.

           

Freitag, 18. März 2022

Putins Ideologie "Russkiy Mir" gefährdet den Weltfrieden


Der Nationalismus und alle anderen Ideologien bringen immer wieder furchtbares Elend auf unsere Welt.

Hat Putin vergessen, was Nationalismus im Zweiten Weltkrieg in Russland angerichtet hat?

Die Nazis wollten das Saarland, das Sudetenland und Österreich Heim ins Reich holen. Putin will jetzt die Ukraine zurück ins russische Grossreich holen. Denkt Putin, dass sein Nationalismus besser ist als der Nationalismus der Nazis?

In seiner Rede vor dem Einmarsch begründete er seine Ansprüche so: Die Ukraine ist für uns nicht einfach ein Nachbarland. Sie ist integraler Bestandteil unserer Geschichte, unserer Kultur, unseres geistigen Raums, Russland, Belarus und die Ukraine sind das Kerngebiet der Russischen Welt (Russkiy Mir).

Ukraine Crisis Media Center schrieb am 28.05.2021: Als politisches Konzept gewann Russkiy Mir in den 2000er Jahren an Bedeutung, insbesondere nachdem Wladimir Putin begann, es in seinen öffentlichen Reden zu verwenden.

«Russkiy Mir»ist eine russische Quasi-Ideologie, die auf die Ausweitung des Einflusses im Ausland und die Vereinigung der Staaten abzielt, die vom Kreml als sein Hinterhof betrachtet werden, auf der Grundlage der gemeinsamen Geschichte der russischen Sprache in der Wahrnehmung Moskaus und der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROC).

Übertriebene Vaterlandsliebe und religiöse Überheblichkeit vereinen sich unter dem Begriff «Russkiy Mir» zu einer unheilvollen Bewegung.

Der Patriarch Kirill von Moskau verkündete: Wie kann sich die russische Kirche heute und in Zukunft nicht um den Russkiy Mir sorgen, der aus den Wurzeln der Rus erwächst und dessen Nationen von Gott seiner pastoralen Sorge anvertraut wurden? Dies nicht zu tun, würde bedeuten, Gott selbst ungehorsam zu sein.

Im Westen setzt sich die Ansicht durch, dass sich die Interventionen im Irak, in Libyen und Syrien nicht gelohnt haben. Hat Putin vergessen, dass in Afghanistan 13'300 russische Soldaten ihr Leben für nichts und wieder nichts verloren haben?

Putin bringt mit seinem Krieg in der Ukraine die Welt an den Rand eines dritten Weltkrieges. Über die Ukraine kommt furchtbares Elend. Wenn Städte entschlossen verteidigt werden, und der Feind sie erobert, werden sie in Schutt und Asche gelegt.



Montag, 5. Juli 2021

Was macht eine Ideologie erfolgreich?


Damit Ideologien Anhänger finden und verbreitet werden, müssen sie einige Bedingungen erfüllen. Was müssen Ideologien potenziellen Gefolgsleuten bieten? Was suchen Menschen, die sich einer Ideologie oder Religion anschliessen?

Ideologien bieten ein gemeinsames Ziel.  Brauchen wir ein Ziel im Leben? Was ist der Sinn des Lebens? Bei vielen Religionen ist der Sinn des Lebens, ein gottgefälliges Leben zu führen. Die meisten Ideologien wollen die Welt verändern, in ihrem Sinn verbessern. Gemeinsam diese Ziele zu erreichen, spornt an und gibt ein Wir-Gefühl, das den inneren Zusammenhalt jeder menschlichen Gemeinschaft gewährleistet.

Ideologien und Religionen haben Heilsversprechen.  Marx strebte die klassenlose Gesellschaft an: …sei der Staat als Instrument der Klassenherrschaft nicht mehr notwendig und würde, wenn er tatsächlich überflüssig geworden sei, absterben. … steigere sich die Produktion ungemein. Es würde gelingen, den Mangel zu beseitigen, sodass es letztlich möglich sei, jeden Menschen nach seinen (vernünftigen) Bedürfnissen zu versorgen. …solle es dann wegen der vorhandenen Überproduktion möglich sein, dass die Menschen bei der Arbeit ihren Neigungen folgen und keine festen Berufe zu haben brauchten, sondern sich je nach Interesse und eigenem Verstand kurzfristig entscheiden könnten, welche Tätigkeit sie ausüben wollten….

Der Koran schildert in Sure 78 die glückselige Zukunft der Gottesfürchtigen nach dem Tod: Siehe, für die Gottesfürchtigen gibt es im Paradies Gewinn: Obstgärten und Weinstöcke, und gleichaltrige Frauen, und Becher, bis zum Rand gefüllt.

Die Bibel verspricht dem Gläubigen: Der Himmel ist ein Ort des ewigen Friedens, wo es kein Leid, keine Angst, keinen Krieg und keine Krankheiten mehr gibt.

Ideologien bieten Nestwärme.  Der Pluralismus in unserer Gesellschaft kann zu Orientierungslosigkeit führen. Unzählige unterschiedliche Lebensanschauungen reiben sich aneinander, was uns verwirren kann. In einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten fühlen wir uns geborgen und aufgehoben. Ideologien befriedigen das Bedürfnis nach Sicherheit und Sinnhaftigkeit. Wir sind soziale Wesen und brauchen Gemeinschaft. Wir finden am einfachsten Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Aber in solchen Gemeinschaften dürfen wir uns nicht gegen andere Gemeinschaften wenden, sonst spalten wir die Gesellschaft.

Ideologien grenzen sich gegen andere ab.  Als Mitstreiter einer Ideologie fühle ich mich einer Gruppe zugehörend. Je stärker sich die Gruppe von andern abgrenzt, desto mehr kann man sich mit dieser Gruppe identifizieren und umso stärker wird das Gemeinschaftsgefühl. Wir Menschen finden Befriedigung, wenn wir andere schlechter finden als uns selbst. Es hebt das Selbstwertgefühl, wenn wir uns besser fühlen als andere. Ideologien wirken spaltend und mobilisieren Kräfte gegen Andersdenkende. Häufig werden Freund-Feind-Bilder inszeniert. Die Nationalisten kämpfen gegen alle Nationen, die sich Ihnen nicht unterwerfen. Die Sozialisten kämpfen gegen alle, die sich rechts von Ihnen positionieren. Gläubige von Religionen grenzen sich gegen die Ungläubigen oder gegen die Anhänger anderer Religionen ab. Mitstreiter von Ideologien und Religionen müssen sich bewusst sein, dass ihre ausformulierten Leitbilder einer komplexen Wirklichkeit nicht gerecht werden können.

Brauchen wir Ideologien?  –  Die Antiideologie.  Brauchen wir vorfabrizierte Weltanschauungen? Brauchen wir ausformulierte Leitbilder? Ist die freiwillige Unterordnung unter eine Ideologie nicht mit dem Gebrauch von Krücken vergleichbar? Darf ich Sie fragen: Folgen Sie einer Ideologie oder denken Sie selbst? Die Philosophen Slavoj Zizek und Herbert Schnädelbach weisen darauf hin, dass solch technokratisches Denken alles andere als nicht-ideologisch sei: Eine der idealen Grundbedingungen für eine Ideologie sei die Annahme, dass es keine Ideologie gäbe. Der oben kursiv gedruckte Satz klingt schön, ist für mich aber eine leere Phrase. Slavoj Zizek ist ein linker Modephilosoph. Ihm schwebt eine «radikaldemokratische, revolutionäre Umwälzung» der Gesellschaft vor. Somit ist verständlich, dass er gegen jede Art von Anti-Ideologie ist. Verkündet die Ideologie der Antiideologie wieder neue Wahrheiten? Nein, wir sollten uns nicht bemühen, die Wahrheit, sondern die beste Ethik zu finden.

 

 

Mittwoch, 27. September 2017

Ideologien



Können wir ohne Ideologien leben?

Gibt es gute und schlechte Ideologien?

Sozialismus, Kommunismus, Kapitalismus und Nationalismus: Diese Begriffe sind für mich alle negativ besetzt.
Aber auch die monotheistischen Religionen (Christentum, Judentum und Islam) sind eine Art von Ideologien.

Alle diese Ideologien haben furchtbares Elend über die Menschheit gebracht.

Es ist Zeit, dass wir ohne Ideologien leben und pragmatische Lösungen für das Zusammenleben suchen.
Alle Ideologien beanspruchen das Monopol auf die Wahrheit. Darum können Menschen mit verschiedenen Ideologien nie friedlich miteinander leben.

Auch kann ein überzeugter Ideologe nie ein Demokrat sein, denn er ist der Wahrheit seiner Ideologie mehr verpflichtet als den Regeln der Demokratie.

Viele Leute mit einer abgeschwächten Form des Sozialismus merken nicht, dass sie Anhänger einer Ideologie sind. Diese Form des Sozialismus ist heute in den entwickelten Ländern die am weitesten verbreitete Ideologie.
Ich nenne sie die rosarote Ideologie.

Wie lange können die heute vorherrschenden Ideologien noch überleben?

Ideologien der Eltern werden meistens von den Kindern übernommen. Ein im christlichen Glauben unterwiesenes Kind wird seine Überzeugung beibehalten, ein jüdisches Kind wird mit grosser Wahrscheinlichkeit Jude bleiben und Kinder in islamischen Ländern werden Mohammedaner werden.

Ist es erlaubt, Kinder so zu indoktrinieren, dass sie sich nur nach jahrelangen inneren Konflikten von den anerzogenen Fesseln lösen können? Ist es nicht an der Zeit, religiös oder politisch einseitig geprägte Schulen nicht mehr zu unterstützen?

Eltern sollten ihr weltanschaulich geprägtes Leben vorleben, aber sie dürfen ihre Kinder nicht indoktrinieren.

Matthäus, Lukas und Johannes würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie erfahren würden, dass jetzt in den christlichen Kirchen Babys getauft werden. Gemäss dem Neuen Testament soll getauft werden, wer sich aus freiem Willen Jesus zuwendet.

Genitale Verstümmelungen jeder Art sollten verboten oder geächtet werden.

Ist die religiöse Freiheit nicht ein hohes Gut? Nein, Religionen sind von Natur aus intolerant und gegenüber Intoleranz darf es keine Toleranz geben.

Der Koran wurde von Mohammed geschrieben und Mohammed war in seiner zweiten Lebenshälfte ein Kriegsherr.

Die Bücher des Alten Testamentes waren die Grundlage einer staatstragenden Religion, und diese Religion musste das jüdische Volk zusammenhalten und war die Motivation Land mit Waffengewalt zu erobern.

Der christliche Glaube entstand unter der römischen Herrschaft. Wenn der christliche Glaube direkt oder indirekt zum Widerstand gegen Rom aufgerufen hätte, wäre er sofort radikal bekämpft worden. Der christliche Glaube hatte nur eine Chance, weil er defensiv ist. Das Neue Testament ruft an keiner Stelle zu Gewalt auf, aber es zitiert häufig das Alte Testament, das sich nicht von Gewalt distanziert.

Die drei heiligen Bücher verursachen Gewalt auf der ganzen Welt, denn alle drei beanspruchen alleinseligmachend zu sein, was bewirkt, dass ihre Anhänger nicht in Frieden miteinander leben können.

Weitsichtige Christen, Juden und Mohammedaner sollten zusammensitzen und vereinbaren, dass alle Stellen in ihren heiligen Büchern die zu Gewalt aufrufen, heute keine Bedeutung mehr haben.

Der Kommunismus und der Sozialismus sind Pseudoreligionen und rufen beide zum Klassenkampf auf. Kampf und Frieden passen nicht zusammen.

Kann man gegen alle Ideologien und Religionen sein? Nimmt dann nicht der Egoismus überhand? Wir sind uns sicher alle einig, dass der Mensch für Höheres einstehen soll.

Nach der Französischen Revolution galt als Motto: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Für mich sind auch die Begriffe Fairness und Gerechtigkeit wichtig.

Wir sollten uns nicht bemühen die Wahrheit, sondern die beste Ethik zu finden.

Moslems sind von ihrer islamischen Kultur, Kinder von sozialistisch denkenden Eltern sind vom Sozialismus geprägt, aber alle sollten sich deutlich von intoleranten Aspekten der Weltanschauung ihrer Eltern distanzieren.

Der Islam, der Sozialismus, verschiedene Formen des Nationalismus und des Neoliberalismus sind die Weltanschauungen, die heute von ihren Anhängern am unduldsamsten propagiert werden.  

                                                                                                      
                                                                                                           

Montag, 18. September 2017

Sozialismus


Welche Weltanschauungen herrschen in der Schweiz vor?
Die meisten Einwohner sind Reformierte oder Katholiken. Man kann aber auch zwei oder drei Weltanschauungen gleichzeitig haben. So haben die meisten eine Weltanschauung, die auf dem christlichen Glauben basiert und viele sind gleichzeitig stark vom Sozialismus geprägt und merken nicht, dass sie von einer light Form von Sozialismus gesteuert werden. Ich nenne diese Lebenseinstellung auch die rosarote Weltanschauung.

Der Sozialismus ist eine Ideologie, die alle territorialen Grenzen aufheben will. Jeder Mensch auf der ganzen Welt darf dort wohnen wo er möchte. Zum Beispiel darf ein Mensch aus Indien, aus Kamerun oder aus Kanada sich in der Schweiz niederlassen, wenn er das möchte, und niemand darf ihn daran hindern. Diese Absicht klingt schön, ist aber in der Realität nicht umzusetzen.

Der Sozialismus will verhindern, dass es Auseinandersetzungen zwischen den Nationen gibt. Er konzentriert sich auf Auseinandersetzungen zwischen den Gesellschaftsschichten (Klassen). Fortschritt entsteht dann, wenn die unteren Klassen sich gegen die oberen durchsetzen.

Die nationalistischen Kräfte konzentrieren sich auf Auseinandersetzungen in der horizontalen, der Sozialismus auf Auseinandersetzungen in der Vertikalen.

Der Sozialismus positioniert sich links von der Mitte. Wer pragmatisch politisiert und versucht sich nur von der Vernunft leiten zu lassen, nimmt an, dass er sich in der Mitte positioniert. Er befindet sich aber leicht rechts vom Sozialismus und wird an den rechten Rand gedrängt.
Mit dieser Strategie gehen Sozialisten gegen alle anders denkenden Menschen vor. Mit Gruppierungen, die sich links vom Sozialismus positionieren beschäftigen sich Sozialisten kaum, aber Gruppierungen rechts von ihnen werden mit grossem Eifer bekämpft. Da der Sozialismus eine Ideologie ist und auch Züge einer allein-selig-machenden Pseudoreligion hat, politisieren sozialistisch denkende Menschen mit erstaunlich grossem Eifer gegen alle, die nach ihrer Ansicht rechts von ihnen stehen.

Viele junge Menschen, die die rosarote Weltanschauung angenommen haben, möchten ihre Weltanschauung weitergeben und versuchen Journalist zu werden. Bürgerliche haben diesen Missionseifer meistens nicht und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in den Medien linke Ansichten vorherrschen.

Nur dickhäutige Menschen können den rosaroten Angriffen auf Dauer widerstehen und werden deshalb häufig als Rüppel empfunden. Rüppel kann man in den Medien leicht angreifen und somit geht die Strategie auf.

Man könnte argumentieren, dass sich ohne Sozialismus niemand für die wirtschaftlich Schwachen einsetzt. Auf dieses Thema werde ich in einem späteren Post zurückkommen.

Nationalismus


Bei der Bundeszentrale für politische Bildung fand ich folgende Definition für Nationalismus:
Nationalismus bezeichnet eine Ideologie, die die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft (z. B. Sprache, Kultur, Geschichte) überhöht, als etwas Absolutes setzt und in dem übersteigerten (i. d. R. aggressiven) Verlangen nach Einheit von Volk und Raum mündet.

Sicher ist es ganz natürlich, wenn man seine Heimat liebt und wenn man sich am wohlsten in seinem eigenen Land fühlt, aber wenn die Heimatliebe übersteigert und überhöht wird, wird sie zum Nationalismus und kann zu einer gefährlichen Ideologie werden.

Auch hier führt ein übersteigertes Ueberlegenheitsgefühl zu Konflikten mit Minderheiten oder Personengruppen mit anderen Weltanschauungen oder Ideologien.
Sobald der Nationalismus einen ideologischen Charakter bekommt, führt er früher oder später zu Krieg.

Es bringt aber nichts Nationalismus durch Sozialismus zu ersetzen. Man soll den Teufel nicht durch Beelzebub austreiben.



Der jüdische Glauben

Ich bin überzeugt: Ideologien und Religionen gefährden den Frieden. Gilt dies auch für den jüdischen Glaube? Die jüdischen Speisegesetze...