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Montag, 2. Februar 2026

Brauchen wir Sozialismus


Mündlicher Beitrag von Michael Klonovsky

Dieser Beitrag wurde am 16.01.2024 von Michael Immel auf der Plattform X gepostet und jetzt von mir niedergeschrieben und gekürzt.

Michael Klonovsky zitiert zuerst einen Text eines Sozialisten und kommentiert ihn dann wie folgt:

Kein Privateigentum, keine Privatsphäre. So klingt Sozialismus, aber ob auch die Kinder Gemeinschaftseigentum werden, beantwortet der Text nicht, weil Kinder in dieser Welt wahrscheinlich nicht vorgesehen sind. Sie stossen ohnehin nur CO₂ aus und Kinder gibt es in anderen Erdteilen schon mehr als genug. Meine Damen und Herren diesseits der 30, Sie sind noch zu jung, um die DDR kennengelernt zu haben. Das letzte deutsche Regime, das möglichst viel Privateigentum abgeschafft und in Gemeinschaftseigentum verwandelt hat. Aus den Schulbüchern wissen Sie, dass die Menschen damals in Scharen versucht haben, dieses Land zu verlassen. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob Ihnen in der Schule auch erklärt wurde, dass diese Menschen vor dem Sozialismus geflohen sind. Sozialismus hat nie funktioniert und wird nie funktionieren. Was allen gehört, gehört am Ende keinem. Niemand wird sich darum kümmern. Sozialismus macht erst alle gleich und dann alle arm. Ihre Generation soll die nächste sein, an der dieses freiheitsfeindliche und menschenverachtende Experiment ausprobiert wird. Was ist das Wesen des Sozialismus? Keineswegs eine höhere Moral, wie man Ihnen einzureden versucht, sondern ein Aberglaube. Es handelt sich um den Aberglauben, dass die Entwicklung der Menschheit menschlicher Planung zugänglich ist und deshalb keinesfalls dem Zufall, etwa dem chaotischen Markt, überlassen bleiben darf. Der Unterschied zur Gegenwart besteht darin, dass die heutigen Sozialisten internationale Sozialisten sind. Der Nichtsozialist weiss, dass gesellschaftliche Entwicklungen wie zum Beispiel die Automobilität den Regeln der Evolution folgen, also Versuch, Irrtum, scheitern, verbessern, neuer Versuch, weiteres verbessern – so entwickelt sich Komplexität. Evolution ist das genaue Gegenteil von Planung. Planung verhindert Entwicklung. Dennoch sind die Planer überall auf dem Vormarsch. Natürlich sagt man Ihnen nicht, dass zu Ihren Lebzeiten ein neuer Sozialismus errichtet werden soll, sondern man versichert Ihnen, dass es um eine sozial gerechtere, ökologischere und nachhaltigere Zukunft geht, um Global Governance, einen Green Deal oder den Great Reset. Die absonderliche Logik dahinter lautet: Wenn die ganze Welt zentralistisch wie die DDR organisiert ist oder wie Venezuela, dann sind wir endlich in der Lage, das Klima, die Meere und nebenbei noch Afrika zu retten. Dieselben Politiker, die Ihnen erzählen, dass Sie kein CO₂ hinterlassen dürfen, haben nicht das geringste Problem damit, Ihnen Schuldenberge in Billionenhöhe zu hinterlassen. Die schrittweise Übertragung unserer Parlamentsrechte und Regierungsaufgaben auf die Behörden der EU wird dazu führen, dass eine Handvoll namenloser Brüsseler Bürokraten über Ihr Leben bestimmt.


Kommentar von mir:

Der Sozialismus schneidet hier sehr schlecht ab, darum beauftragte ich die Software Copilot (von Microsoft): „Schreib mir ein Plädoyer für den Sozialismus“ und erhielt folgenden Text:

Der Sozialismus steht seit jeher für eine Gesellschaftsordnung, in der Gleichheit, Solidarität und soziale Gerechtigkeit im Mittelpunkt stehen. Angesichts wachsender Ungleichheiten und globaler Krisen gewinnt die Idee eines solidarischen Miteinanders zunehmend an Bedeutung. Während der Kapitalismus oftmals die Profitmaximierung über das Wohl der Gemeinschaft stellt, setzt der Sozialismus auf die gerechte Verteilung von Ressourcen und Chancen.

In einem sozialistischen System werden die Grundbedürfnisse aller Menschen als oberste Priorität angesehen. Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Sicherheit sollen nicht vom Geldbeutel abhängen, sondern jedem Menschen unabhängig von seiner Herkunft offenstehen. Dadurch werden nicht nur soziale Spannungen abgebaut, sondern auch das individuelle Potenzial jedes Einzelnen gefördert.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die demokratische Mitbestimmung. Sozialismus bedeutet nicht zentrale Planwirtschaft ohne Mitsprache, sondern die echte Teilhabe der Bevölkerung an politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen. So entsteht eine Gesellschaft, in der nicht einige wenige über das Schicksal vieler bestimmen, sondern in der die Menschen gemeinsam über ihre Zukunft entscheiden.

Angesichts der Herausforderungen unserer Zeit – vom Klimawandel bis zur Digitalisierung – braucht es ein System, das nicht nur kurzfristige Gewinne, sondern nachhaltigen Fortschritt für alle anstrebt. Der Sozialismus bietet hierfür eine überzeugende Vision: Er verbindet individuelles Glück mit kollektiver Verantwortung und macht so eine menschenwürdige, gerechte Zukunft möglich.


Was gilt nun?

Ich stehe für die soziale Marktwirtschaft. Für die Marktwirtschaft nehme ich den Text von Michael Klonovsky und für die soziale Komponente das Plädoyer von Copilot.

Wenn man auf der ganzen Welt schaut, wo die Wirtschaft gedeiht, dann muss man zum Schluss kommen, dass zu viel Sozialismus die Wirtschaft erstickt.

In der Marktwirtschaft braucht es den egoistischen Ansporn, grosse Leistungen zu vollbringen. Das eigennützige (egoistische) Streben der Menschen kann zum Wohl der gesamten Gesellschaft beitragen.

Die Profitmaximierung darf jedoch nicht immer das höchste Ziel sein.

Für das Wohl der Gemeinschaft braucht es eine soziale Komponente.

Aber es ist kontraproduktiv, wenn der soziale Aspekt mit ideologischem Eifer eingebracht wird.




Samstag, 5. Juli 2025

Rufen das Alte Testament und der Koran zu Gewalt auf?


Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand … (2. Mose 21, 23-25)

Wer sich an euch vergeht, an dem vergeht euch genauso, wie er sich an euch vergangen hat! (Sure 2, 194)

Da steht der Koran dem Alten Testament in nichts nach.


Und tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben, denn Verfolgung ist schlimmer als Töten! Kämpft jedoch nicht gegen sie bei der geschützten Gebetsstätte, bis sie dort (zuerst) gegen euch kämpfen. Wenn sie aber (dort) gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Ungläubigen. (Sure 2, 191)

So tötet nun alles was, männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die schon einen Mann erkannt und bei ihm gelegen haben, aber alle Mädchen, die noch nicht bei einem Mann gelegen haben, die lasst für euch leben. (4. Mose 31, 17-18)

Im Koran gibt es einige Verse, die zum Töten von Ungläubigen aufrufen. Im Alten Testament wird zur Vernichtung der Völker, die im verheissenen Land lebten, aufgerufen.

 

Wer aber nicht den Herrn, den Gott Israels, suchen würde, sollte getötet werden, sei er klein oder gross, Mann oder Frau. (2. Chr 15, 13)

Wer seine Religion ändert, den sollt ihr töten. (Hadith-Nr. 3017)

Dies steht nicht im Koran, aber nach der allgemein gültigen islamischen Rechtsauffassung wird der Abfall vom Islam mit dem Tod bestraft.  Ist dies eine respektable Religion?

 

Früher wurde der Koran von Imamen ausgelegt und radikale Imame wurden von den Herrschenden nicht geduldet. Heute kann sich jeder im Internet Gruppen anschliessen, die den Koran fundamentalistisch auslegen. Das Gleiche gilt bei den Juden: Jeder kann dem Rabbiner folgen, der die Tora und den Talmud nach seinem Gusto auslegt. Islamisten und ultraorthodoxe Juden legen ihre heiligen Schriften fundamentalistisch aus, was dazu führt, dass gewaltverherrlichende Verse eine grosse Bedeutung erhalten.

Solange es religiöse Eiferer gibt, wird es keinen Frieden geben. Erst wenn sich die Mehrheit der Menschen von der Vernunft leiten lässt und sich von allen alleinseligmachenden Ideologien distanziert, wird es Frieden geben.

Nun, die religiösen Fanatiker im Nahen Osten sollen sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, das geht mich nichts an.

So können wir nicht mehr denken, wenn sich mit Israel und dem Iran zwei Atommächte gegenüberstehen.


Dienstag, 7. Januar 2025

Wo braucht es Brandmauern?


In der AFD gibt es viele Protestwähler, die sich von den Altparteien nicht vertreten fühlen. Durch die Brandmauer gegen die AFD werden sie ins politische Abseits gedrängt.

Deutschland braucht eine Partei, die entschlossen gegen die Wokeness der Linken und Grünen vorgeht und der man abnimmt, dass sie wirklich  o h n e  VORBEHALTE  gegen unkontrollierte Migration vorgeht.

Zu Recht wird darauf hingewiesen, dass rechtsextreme Parteien, die zum Faschismus neigen und Nazi-Gedankengut pflegen, gefährlich sind. Gegen rechtsextreme Ideologen wie Björn Höcke und seine Anhänger vom völkischen Flügel der AFD muss eine Brandmauer errichtet werden, aber nicht vor der AFD, sondern durch die AFD hindurch, um den rechtsextremen Flügel der AFD zu isolieren.

Ein grosser Teil der AFD-Wähler hat mit Nazi-Gedankengut nichts am Hut und fühlt sich von Alice Weidel vertreten. Ja, Alice Weidel vertritt rechtsaussen Gedankengut, aber sie gefährdet meiner Meinung nach eindeutig nicht die Demokratie.

Kann eine lesbische Frau, die im Ausland lebt, eine Gefahr für Deutschland sein?

Man sollte die Möglichkeit offen lassen, dass es auf kommunaler Ebene zu einer Zusammenarbeit mit der AFD kommen kann, wenn dort die Abgeordneten der AFD nicht zum extremen Flügel gehören.

Meiner Meinung nach kann man sich nicht prinzipiell gegen eine Zusammenarbeit mit der AFD aussprechen, da dies im Einzelfall zu fast absurden Situationen führen kann.

Wie können Demokratien vor der Übernahme durch antidemokratische Kräfte geschützt werden? Das gelingt, wenn wir alle Formen extremer linker und rechter Ideologien entschieden in die Schranken weisen.



Freitag, 13. September 2024

Die Genfer Flüchtlingskonvention muss angepasst werden


Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) ist nach dem Zweiten Weltkrieg für andere Gegebenheiten verfasst worden und ist reformbedürftig.

Es gibt keine Konvention, die mehr missbraucht wird!

  • Die meisten Asylsuchenden sind nicht politisch Verfolgte, sondern Wirtschaftsflüchtlinge.
  • Viele kommen ohne Ausweispapiere, weil so das Abschieben schwieriger wird.
  • Es werden falsche Ursprungsländer angegeben.
  • Großfamilien sammeln Geld und schicken einen Unmündigen, weil sie wissen, dass Minderjährige nicht zurückgeschickt werden (unbegleitete minderjährige Asylsuchende UMA).
  • „Politisch Verfolgte“ machen Urlaub in ihren Ursprungsländern.
  • Ursprungsländer nehmen Geflüchtete nicht zurück oder erschweren die Rücknahme.
Es ist ein Grundsatz, dass Gesetze, die zu 90 % missbraucht werden, angepasst werden müssen, es geht auch um Rechtsstaatlichkeit.

In der GFK *) steht nicht, dass man sich das attraktivste Land aussuchen kann. Meiner Ansicht nach sollten Geflüchtete in der Regel in den Nachbarländern Aufnahme finden. Diese Länder werden dann von den Industrieländern unterstützt.

Grundsätzlich sollten Geflüchtete in ihrem Kulturkreis bleiben. Korangläubige**) Flüchtlinge passen nicht in unsere Gesellschaft, sie sollten von islamischen Ländern aufgenommen werden. Saudi-Arabien und die Emirate könnten die Kosten für deren Unterbringung übernehmen.

Die Ausgaben der westlichen Länder für die Überprüfung und Versorgung von Schutzsuchenden in ihrem Staatsgebiet beträgt ein Vielfaches dessen, was dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR für die Versorgung einer weit höheren Anzahl von Menschen in Flüchtlingslagern zur Verfügung steht (Wikipedia, Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtling, August 2024) Aus der Flüchtlingskonvention darf nicht abgeleitet werden, dass Flüchtlinge so viel Geld erhalten, dass sie einen Teil davon in ihre Herkunftsländer schicken können.

Es ist unbestritten, dass politisch Verfolgte Asyl erhalten sollen. Aber wer gilt als politisch Verfolgter, der bei uns Asyl erhalten soll?

In Afrika kommt es häufig vor, dass eine Rebellenarmee eines Stammes gegen die Rebellenarmee eines anderen Stammes kämpft. Ist nun ein Anhänger einer solchen Rebellenarmee ein politisch Verfolgter? Meiner Meinung nach sollten nur solche politischen Flüchtlinge bei uns Asyl bekommen, die sich in ihrem Land für unsere Werte eingesetzt haben.

Macht es Sinn, einen Schiiten aufzunehmen, der von Sunniten verfolgt wurde oder einen Sunniten, der von Schiiten verfolgt wurde?

Die meisten Migranten kommen aus Ländern, in denen sie überhaupt keine Rechte haben. Es ist unsinnig, dass sie dann bei uns nach den Regeln eines ausgeklügelten Rechtssystems behandelt werden. Ich finde es für vertretbar, dass die meisten Asylgesuche in Schnellverfahren von 2 bis 3 Wochen beurteilt werden.

Wir dürfen nicht tolerieren, dass Ursprungsländer Migranten nicht zurücknehmen oder die Rücknahme erschweren. Regierungen, die mit der EU Rückübernahmeabkommen abschliessen, kommen bei der Bevölkerung schlecht an.

Es bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen Ländern mit Boykottmassnahmen zu drohen, auch wenn grüne und linke Ideologen lautstark protestieren werden.

Jeder vernünftige, nicht ideologisch gebundene Mensch erkennt, dass die Migrationskrise bei Einhaltung der GFK nicht gelöst werden kann.

Deutschland, das am meisten vom hohen Migrationsdruck betroffen ist, sollte ankündigen, dass es die GFK in der jetzigen Form nicht mehr in allen Punkten einhalten wird.

Zwar ist eine Kündigung der GFK mit den Regeln der EU nicht vereinbar, aber ich bin sicher, dass Deutschland keine Retorsionsmassnahmen befürchten muss, denn viele europäische Regierungen werden froh sein, wenn Deutschland mit diesem Schritt vorangeht.

Wie soll die neue Flüchtlingskonvention aussehen? Sie muss so gestaltet werden, dass jüdische Flüchtlinge gemäss der neuen Konvention im Zweiten Weltkrieg überall aufgenommen worden wären.

Und jeder muss sich bewusst sein, dass er auch einmal Flüchtling werden kann und dafür auch auf eine vernünftig formulierte Flüchtlingskonvention angewiesen sein könnte.


*) Wenn ich die Abkürzung GFK schreibe, schliesse ich folgende Dokumente mit ein: Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge / Protokoll über die Rechtsstellung der Flüchtlinge / Globaler Pakt für Flüchtlinge / Richtlinie 2011/95/EU (Qualifikationsrichtlinie)

**) korangläubig in Analogie zu bibelgläubig. Korangläubige Muslime sind verpflichtet, die Scharia über unsere demokratische Gesellschaftsordnung zu stellen.


Donnerstag, 4. April 2024

Zwei Elemente kennzeichnen alle Ideologien

 

Die folgenden Ausführungen sind nicht leicht zu verstehen. Ich versuche, das Innenleben der Parteien zu sezieren. Wenn Sie nur leicht verdauliche Kost möchten, wählen Sie besser einen anderen Abschnitt.

Ich versuche, die Positionen von allen Politikern zu verstehen. Wenn ich zum Beispiel Aussagen von Putin-Verstehern höre, frage ich mich, mit welcher Ideologie man Verständnis für einen Autokraten haben kann, der ein anderes Land überfällt.

Oder wie kommt man dazu, keinen Unterschied zwischen bürgerlichen Parteien und rechtsaussen Parteien zu sehen?

Mit den bekannten Ideologien kann man vieles nur erklären, wenn man berücksichtigt, dass alle Ideologien aus zwei Komponenten bestehen.

Parteiprogramme haben zwei Komponenten, eine konstruktive und eine, mit der sie sich von konkurrierenden Parteien abgrenzen. Jede politische Partei wirbt mit der ihr spezifischen Ideologie, aber gleichzeitig meist auch mit Parolen, mit denen sie die gegnerischen Parteien bekämpft.

- Rechtsaussen Parteien mobilisieren ihre Anhänger mit Nationalismus, aber auch mit Antilinks-Ideologien. Sie leben davon, dass linke Ideologien für viele abstossend sind. Sie profitieren davon, dass die meisten Menschen mit Wokeness nichts anfangen können und nicht in einem Ameisenstaat leben wollen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Antilinks-Ideologie Antikommunismus genannt. In der BRD führte der Antikommunismus 1956 zum Verbot der KPD. Die Argumente für und gegen ein Verbot der KPD erinnern an die heutigen Diskussionen um ein Verbot der AFD. In den USA führte der Antikommunismus zu zahlreichen Verhaftungen. Aus heutiger Sicht griff eine Antikommunismus-Hysterie um sich.

- Linksaussen Parteien mobilisieren ihre Anhänger mit Emotionen gegen Ungerechtigkeit und mit Klassenkampfparolen, aber auch mit einer Antirechts-Ideologie. Die Antirechts-Ideologie weist darauf hin, wie gefährlich Rechtsaussen-Parteien sind, die zum Faschismus neigen und Nazi-Gedankengut pflegen. Die Anhänger der Antirechts-Ideologie neigen dazu, alle Gruppierungen, die sich rechts von ihnen positionieren, als staatsgefährdend einzustufen.           

Wenn «Anti-Einstellungen» zu einer Ideologie werden, wird alles mit Scheuklappen betrachtet und der Blick wird getrübt.

Wenn Rechtsradikale die Ansichten der westlichen Wertegemeinschaft kritisieren, dann oft deshalb, weil sie darin zu viel Sozialismus sehen. Man kann die Ansicht vertreten, dass die westlichen Werte viel kollektivistisches Gedankengut enthalten. Eine Komponente der Rechtsaussen-Ideologie ist die Antilinks-Ideologie, deshalb können Rechtsradikale die westlichen Werte nicht akzeptieren, denn sie finden darin kollektivistisches Gedankengut.

Wird die Weltanschauung der westlichen Wertegemeinschaft auch durch zwei Elemente gekennzeichnet? Ja, das konstruktive Element ist der Einsatz für Freiheit und Wohlstand für alle und die Antikomponente ist der Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen in autokratischen Regimen.

Warum sympathisieren rechtskonservative Kreise in den USA und in Europa mit Putins Gedankengut? Sie wehren sich gegen Kreise, für die Demokratie ein hohes Gut ist, die sich in der Mitte positionieren und ohne radikale Ideologien auskommen möchten.

Für rechtskonservative Kreise im Westen und in Russland hat der christliche Glaube eine wichtige Funktion. Liberale, die alle Ideologien verabscheuen, werden als Gefahr angesehen.

Anti-Bewegungen gibt es nicht nur gegen Ideologien, sondern auch gegen Religionen. Die Bewegung gegen den Islam nennen wir Islamophobie.

Die monotheistischen Religionen ihrerseits bestehen auch aus zwei Elementen. Die konstruktive Komponente besagt, dass alle Gläubigen in den Himmel kommen, und die Anti-Komponente besagt, dass allen Ungläubigen und Andersgläubigen großes Unheil widerfahren wird. 

Ich gehe davon aus, dass wir alle der Meinung sind, dass man Auffassungen, Ideologien und Religionen entschieden ablehnen kann, dass wir aber den Menschen, die diese Ansichten vertreten, mit Respekt begegnen müssen.



Sonntag, 4. Februar 2024

Ist Ideologiefrei auch eine Ideologie?


Häufig höre ich die Aussagen:
  • Kein Mensch ist frei von Ideologien
  • Ohne Ideologien gibt es kein Leben
  • Wer behauptet, er habe keine Ideologie, ist meistens derjenige, der am meisten verblendet ist von einer Ideologie 
Sicher, jeder Mensch hat eine Weltanschauung, aber ist nicht Anhänger einer vorgefertigten Ideologie, die ihre Anhänger auf eine Linie bringt.

Das Wort Weltanschauung ist in der deutschen Sprache ein neutraler Begriff. Das Wort Ideologie klingt leicht negativ.

Für mich sind Ideologien:
  • vorgefertigte Weltanschauungen
  • Weltanschauungen, bei denen alle Anhänger gleichgeschaltet sind
  • ausformulierte Weltanschauungen
  • alleinseligmachende Weltanschauungen
  • Weltanschauungen mit exklusivem Wahrheitsanspruch
  • geschlossene Weltdeutungsmodelle mit Absolutheitsanspruch (Barbara Zehnpfennig)
Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert Ideologien folgendermaßen: Der Begriff steht für sogenannte Weltanschauungen, die vorgeben, für alle gesellschaftlichen Probleme die richtige Lösung zu haben. Menschen, die solche weltanschaulichen Ideen oftmals starr und einseitig vertreten, nennt man „Ideologen“.

Menschen, die einer Ideologie folgen und diese nicht mehr mit ihrem eigenen Verstand kritisch hinterfragen, sind eine Gefahr für die Demokratie und für den Frieden, denn für überzeugte Ideologen ist ihre Wahrheit wichtiger als die Demokratie.

Im Gegensatz zu allen anderen Ideologien kann man mit der Ideologie „Ideologiefrei“ keine Menschen in einen Krieg führen.

Alle Religionen behaupten, alleinseligmachend zu sein. Die meisten Ideologien werden mit pseudoreligiösem Eifer vertreten.

Ich finde es beängstigend, wenn Vertreter der rechten Blase (oder der linken Blase) bis in Detailfragen genau die gleichen Ansichten vertreten. Wer nach der Devise lebt: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen (Kant), ist sich bewusst, dass andere mit ihrem Verstand zu anderen Ansichten kommen können.

Ideologien führen zu einer eindimensionalen Sichtweise. Auch wenn man einige Ansichten einer Ideologie als korrekt bezeichnen kann, werden andere wichtige Aspekte der realen Welt ausgeblendet.

Wer sich als Ideologe angegriffen fühlt, kann die Ansicht vertreten, dass alle eine Ideologie haben. Auf der Webseite der MLPD Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands fand ich folgenden Artikel unter dem Titel: Der Kampfbegriff der Ideologiefreiheit…
Das sind heute „Kampfbegriffe“, mit denen wir uns den Herrschenden und ihrer Interpretation der Dinge unterwerfen sollen. Ihre sogenannte Ideologiefreiheit ist nur das Synonym dafür, dass ihre bürgerliche Ideologie allgemeingültig sein soll. Sie sieht die Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen als unantastbar und ewig gültig an. Sie ist zugleich das Synonym dafür, dass die proletarische Weltanschauung unterdrückt werden soll. Die Schnapsidee von der „Ideologiefreiheit“...

Ideologien schränken das selbständige Denken erheblich ein. Ideologien zu folgen, ist intellektuelle Selbstkastration.

Barbara Zahnpfennig schrieb in ihrem lesenswerten Artikel: Auch die Ideologie-Kritik muss sich wissenschaftlich ausweisen, um nicht selbst dem Ideologie-Verdacht zu verfallen 1).



1) https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Ideologien, Autorin: Barbara Zehnpfennig


Dienstag, 5. Dezember 2023

Wer ist gegen die Vernunft?


Warum hat die Vernunft nicht den richtigen Stellenwert?

Immanuel Kant war sicher der wichtigste Philosoph, der sich mit der Vernunft befasste.

Die Kritik der reinen Vernunft ist sein Hauptwerk. Wikipedia schreibt zum Titel: Kritik ist nicht auf Beanstandung, Tadel oder Herabwürdigung zu verstehen, sondern im ursprünglichen Sinn des griechischen Wortes krino "scheiden, unterscheiden, beurteilen" als Analyse und Überprüfung im weitesten Sinne.

Moses Mendelssohn nannte Kants Philosophie „alles zermalmend“. Doch die Kritik der reinen Vernunft zerstört nicht nur, sie verteidigt menschliche Freiheit und Autonomie. Das Werk wurde 1827 von der katholischen Kirche auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt (Wikipedia).

Für Luther war die Vernunft des Teufels Hure.

Im Neuen Testament steht in Epheser 2,3: Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unseres Fleisches und hatten den Willen des Fleisches und der Vernunft und waren Kinder des Zornes von Natur wie auch die anderen.

Anderseits gibt es in der Bibel auch viele Stellen, in denen die Vernunft positiv erwähnt wird. Die Vernunft darf aber den Glauben an Gott nicht beeinträchtigen.

Alle Religionen berufen sich nur so lange auf die Vernunft, wie sie sich der absoluten, religiösen Wahrheit unterwirft.

Wir brauchen eine zweite Aufklärung!

Mit Aufklärung wird eine geistige Bewegung bezeichnet, die gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstand. Diese Denkrichtung erklärte die Vernunft (Rationalität) des Menschen und ihren richtigen Gebrauch zum Massstab allen Handelns. Nur das, was mit dem Verstand begründet werden kann, was beweisbar ist, kann als Richtschnur des eigenen Verhaltens dienen.

Die Vernunft könnte ein Bollwerk gegen Voodoo und andere spiritualistische Ansichten, gegen Aberglauben aller Art, gegen Esoterik, gegen Verschwörungstheorien, gegen das Staatsverweigerer-Syndrom und Schwurblerei sein.

In unserer Gesellschaft hat die Vernunft nicht den gebührenden Stellenwert.

Die Religionen wollen, dass in dem Bollwerk der Vernunft eine grosse Öffnung bleibt. Auch alle Ideologien wie der Sozialismus oder der Nationalismus, wehren sich dagegen, dass die Vernunft das Mass aller Dinge wird.

Der Ausspruch von Kant: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen könnte zersetzend wirken und sich negativ auf die Geschlossenheit der Community auswirken.

Aber können wir ohne Religion leben? Wir suchen in unserem Leben einen Sinn, einen letzten Grund, auf dem wir bauen können, einen Halt, ein Fundament, etwas das unsere Welt im Innersten zusammenhält 1).

Wenn wir Ideologien oder Religionen folgen, dann wissen wir, dass es Gleichgesinnte gibt. Wir fühlen uns nicht allein.

Wir, die wir auf westliche Werte bauen und uns an einer aufgeklärten Weltanschauung orientieren, sollten auch ein Wir-Gefühl entwickeln.

Es ist kein Widerspruch, wenn wir uns beim Anhören einer Bach Kantate in eine andere Welt entführen lassen, wir staunend in einer alten Kirche stehen oder auf einer Kirchenbank unsere Gedanken sammeln oder uns von religiöser islamischer Musik verzaubern lassen.

Werden wir zu Egoisten, wenn wir uns zu stark auf die Vernunft fokussieren?

Nein, es ist vernünftig niemanden zu schädigen, weil ich selbst nicht geschädigt werden will, da ich das schmerzhafte Gefühl kenne, das Verletzungen welcher Art auch immer hervorrufen. Wahrhaft vernünftiges Handeln, kann nicht egoistisch sein, sondern hat immer den anderen mit im Blick 2).

1) Christian Tapp, Religionsphilosophie: Vernunft und Glaube  
2) Katharina Ceming: Empathische Vernunft

Samstag, 7. Januar 2023

Ohne Ideologien zu mehr innerem Frieden

Imagine all the people livin' life in peace. You may say I'm a dreamer, but I'm not the only one. I hope someday you'll join us and the world will be as one.

Imagine all the people livin' for today.
John Lennon

Verfechter von Ideologien sind selten glücklich, sie verlieren die Lebensfreude. Wir hören lieber auf Menschen, die gute Laune bringen. Menschen, die verbissen ihre Weltanschauung vertreten, wirken unsympathisch. 
Extreme Ideologen wirken abstossend, sie können nur noch in ihrer Blase mit Gleichgesinnten leben. So kommt es, dass Islamisten sogar zu Selbstmordattentaten fähig sind.
Aber braucht es nicht auch Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen? Menschen, die sich für die Umwelt, für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzen? Sicher, jeder sollte sich dafür einsetzen, aber wir sollten uns dabei nicht von Ideologien oder vorgefertigten Weltanschauungen leiten lassen. Wenn wir vorgefertigte Weltanschauungen vertreten, werden wir leicht intolerant und die Leichtigkeit im Leben verfliegt.

Wir wurden als Kind von unseren Eltern geprägt. Ein im christlichen Glauben unterwiesenes Kind wird seine Überzeugung meistens beibehalten, ein jüdisches Kind wird mit grosser Wahrscheinlichkeit Jude bleiben und Kinder in islamischen Ländern werden Mohammedaner werden.

Einseitig indoktrinierte Kinder können sich oft erst nach jahrelangen inneren Konflikten von den anerzogenen Fesseln lösen. Sollten wir uns nicht alle bewusst fragen, was wir von den übernommenen Weltanschauungen über Bord werfen sollten? Was ist Ballast und was könnte durch bessere Anschauungen ersetzt werden? 

Religionen können den Gläubigen ein Gefühl der Sicherheit geben. Sie können sich von Gott beschützt fühlen. Wenn Gläubige Gott danken, bekommen sie eine positive Lebenseinstellung. Wenn sie aber überzeugt sind, dass ihr Glaube alleinseligmachend ist, und sie anderen Leuten ihre Meinung (z.B. bezüglich Abtreibung) aufzwingen wollen, verursachen sie Unfrieden. Ideologen aller Art tendieren dazu, die Freiheit ihrer Mitmenschen zu beschneiden. Die Sozialisten wollen die Freiheiten des Individuums zugunsten des Kollektivs beschneiden, die Mohammedaner beschneiden die Freiheiten der Frauen in hohem Masse.

Fast alle Religionen kennen den Missionsbefehl. (Eine interessante Ausnahme bildet hier der jüdische Glaube). Auch fast alle Ideologien fordern ihre Anhänger auf, ihre Überzeugung weiter zu verbreiten. Man kämpft vereint gegen anders Denkende. Die Orientierungslosigkeit ist vorbei, es entsteht ein Wir-Gefühl, in dem man sich geborgen fühlt, aber man sollte jetzt auch das eigene Leben nach der neuen Weltanschauung ausrichten. Die Leichtigkeit im Leben geht verloren.

Dürfen wir einfach das Leben geniessen, ohne uns um Politik und Weltanschauungen zu kümmern? Es wäre sicher von Vorteil, wenn die Extremisten aus dem linken, rechten oder religiösen Spektrum aufhören würden, für ihre Wahrheit zu kämpfen und stattdessen versuchen würden, es sich wohl sein zu lassen.

Wir sollten versuchen unbeschwert zu leben, andere auf ihre Art leben zu lassen und unseren Mitmenschen mit viel Empathie zu begegnen.

 

 

Montag, 11. Juli 2022

Ideologien sind Drogen fürs Volk


Bis 1990 wurde die Sowjetunion von der kommunistischen Partei beherrscht. Unter Gorbatschow zerfiel die Sowjetunion und Jelzin realisierte, dass er auch das übriggebliebene Russland nicht zusammenhalten konnte. Er setzte den KGB-Mann Putin als Präsidenten ein. Putin hat sich von der kommunistischen Ideologie gelöst und will Russland mit der nationalistischen Partei "Einiges Russland" wieder zu einer starken Nation machen. Siehe auch Abschnitt: Putins Ideologie "Ruskiy Mir" gefährdet den Weltfrieden.        

Gorbatschow und Jelzin versuchten Russland nach demokratischen Grundsätzen zu regieren und sind gescheitert. Russland war nicht bereit für die Demokratie. Russland ist einfacher mit der kommunistischen oder einer nationalistischen Ideologie zu regieren. Diese Ideologien wirken wie Drogen, mit denen das Volk ruhiggestellt werden kann. Alle sind gleichgeschaltet, werden von einem positiven Wir-Gefühl getragen und die Regierenden können geeint mit den Mitläufern gegen Andersdenkende vorgehen. Siehe auch Abschnitt: Was macht eine Ideologie erfolgreich?

Ähnliche Transformationen wie in Russland gab es in China. Auch die Staatsführung in China hat sich langsam von der kommunistischen Ideologie getrennt, obwohl sich die staatstragende Partei immer noch Kommunistische Partei Chinas nennt. Vom Kommunismus übrig geblieben ist aber nur noch Autokratie und Despotie. Mit dem Erstarken der chinesischen Wirtschaft ist China zu einem gefährlichen, imperialistischen Staat geworden.

Indien, das als ehemalige Kolonie Grossbritanniens von der westlichen, freiheitlichen Kultur geprägt wurde, weist zunehmend eine autoritäre und demokratiegefährdende Entwicklung auf. Es entwickelt sich ein Hindu-Nationalismus, der geprägt wird vom politischen Konzept Hindutva, das die autoritäre Ausrichtung Indiens nach den Vorstellungen eines politisch-kulturell verstandenen Hinduismus zum Ziel hat (Wikipedia: Hindutva). Andersdenkende werden diskriminiert und Indien wird deswegen von den westlichen Staaten kritisiert. Das kann zur Folge haben, dass sich Indien vom Westen abwendet und sich von Brasilien, Saudi-Arabien, Russland und China besser verstanden fühlt. Wenn wir uns bezüglich Menschenrechte diesen Staaten gegenüber nicht toleranter verhalten, entsteht ein antiwestlicher Block. Siehe auch Abschnitt: Geht es der Welt besser mit unserem moralischen Imperialismus?

Marx prägte den Ausdruck "Religion ist Opium des Volkes". Damit hatte er sicher recht. Die Religionen wurden von Herrschenden häufig als Opium fürs Volk missbraucht. Priester und Herrschende arbeiteten Hand in Hand, unterstützten sich gegenseitig und missbrauchten ihre Macht. Aber Marx hat mit seinen Schriften die Grundlage für eine Weltanschauung gelegt, mit der fanatische Ideologen ihre Ziele ohne Rücksicht auf die Bevölkerung verfolgten.

           

Donnerstag, 12. Mai 2022

Geht es der Welt besser mit unserem moralischen Imperialismus?


Mit Imperialismus verbinden wir in Europa häufig die Aussenpolitik der USA bis in die 1980er-Jahre mit ihren Interventionen und Einflussnahmen in Süd- und Mittelamerika. Es war ein nationalistisch geprägter Imperialismus, mit dem sich die USA auch wirtschaftliche Vorteile verschafften.

Die Interventionen im Irak, in Libyen und in Syrien verschafften den USA und den westeuropäischen Mächten eindeutig keine wirtschaftlichen Vorteile. Es ging um moralischen Imperialismus, denn man glaubte, man müsse die Diktatoren stürzen, die die Menschenrechte aufs gröbste verletzten. Man beabsichtigte, in diesen Ländern rechtsstaatliche Regierungen einzusetzen.

Es ist selbstverständlich, dass wir uns für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen. Aber ab wann sollen wir Länder, in denen die Menschenrechte verletzt werden, sanktionieren? Oder dürfen wir solche Länder mit Verachtung bestrafen? Helfen wir der betroffenen Bevölkerung damit?

Unser moralischer Imperialismus (oder diskreter ausgedrückt: der Einfluss des Westens) führte leider noch nicht dazu, dass:

  • keine Mädchen mehr beschnitten werden
  • viele Frauen in islamischen Ländern in ihren Häusern «eingesperrt» werden
  • alle 10 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt
  • z.B. in El Salvador jedes Jahr 3300 Menschen ermordet werden
  • in autokratisch regierten Länder (z.B. Russland) Regimegegner ermordet werden
Bei der Invasion der Ukraine durch die russische Armee starben tausende russische Soldaten. Der Tod von einigen Regimegegnern erregt aber ein viel grösseres mediales Echo. Ist das gerechtfertigt?

Kaum Aufmerksamkeit erhält der westliche Kulturimperialismus. Fast auf der ganzen Welt werden Blue Jeans getragen, westliche Filme angeschaut und Pop-Musik gehört. Englisch wird fast unangefochten als Weltsprache akzeptiert und kann damit als Symbol für die «Vorherrschaft» der westlichen Kultur angesehen werden.     

Unsere westliche Kultur wird über die Medien auf der ganzen Welt verbreitet, was dazu führt, dass sogar Weihnachten immer mehr auch von Nichtchristen auf der ganzen Welt gefeiert wird. In Japan, China, Ägypten und der Türkei ist Weihnachten natürlich kein offizieller Feiertag und frei von religiöser Bedeutung, aber es gibt dickbäuchige Weihnachtsmänner, Plastiktannenbäume, Weihnachtslieder und eindrucksvolle Lichtspiele.

Unumstritten ist die Weihnachtsmode nicht. Aus islamistischen Kreisen kommt Kritik daran, dass muslimische Länder ein christliches Fest übernehmen und so vor dem westlichen Kulturimperialismus kapitulieren. Haben Sie schon einmal einen Christen gesehen, der das islamische Opferfest begeht? plakatierten Weihnachtsgegner in Istanbul 1). Ich glaub, es ist verständlich, dass sich viele Imame vom Eindringen der westlichen Kultur bedroht fühlen. Ist das auch eine Erklärung dafür, dass es zum 9/11-Terroranschlag kam? 

Kulturimperialismus ist hier aber wohl nicht der richtige Ausdruck, weil die westliche Kultur (alle Arten von Kunst und Lebensführung) von den anderen Ländern ohne jeden Druck und Zwang angenommen wird. Aber wir dürfen unsere Anschauungen - auch in Bezug auf die Menschenrechte - nicht mit Gewalt auf der ganzen Welt durchsetzen.

 1) Der Tagesspiegel, 18.12.2014


Freitag, 18. März 2022

Putins Ideologie "Russkiy Mir" gefährdet den Weltfrieden


Der Nationalismus und alle anderen Ideologien bringen immer wieder furchtbares Elend auf unsere Welt.

Hat Putin vergessen, was Nationalismus im Zweiten Weltkrieg in Russland angerichtet hat?

Die Nazis wollten das Saarland, das Sudetenland und Österreich Heim ins Reich holen. Putin will jetzt die Ukraine zurück ins russische Grossreich holen. Denkt Putin, dass sein Nationalismus besser ist als der Nationalismus der Nazis?

In seiner Rede vor dem Einmarsch begründete er seine Ansprüche so: Die Ukraine ist für uns nicht einfach ein Nachbarland. Sie ist integraler Bestandteil unserer Geschichte, unserer Kultur, unseres geistigen Raums, Russland, Belarus und die Ukraine sind das Kerngebiet der Russischen Welt (Russkiy Mir).

Ukraine Crisis Media Center schrieb am 28.05.2021: Als politisches Konzept gewann Russkiy Mir in den 2000er Jahren an Bedeutung, insbesondere nachdem Wladimir Putin begann, es in seinen öffentlichen Reden zu verwenden.

«Russkiy Mir»ist eine russische Quasi-Ideologie, die auf die Ausweitung des Einflusses im Ausland und die Vereinigung der Staaten abzielt, die vom Kreml als sein Hinterhof betrachtet werden, auf der Grundlage der gemeinsamen Geschichte der russischen Sprache in der Wahrnehmung Moskaus und der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROC).

Übertriebene Vaterlandsliebe und religiöse Überheblichkeit vereinen sich unter dem Begriff «Russkiy Mir» zu einer unheilvollen Bewegung.

Der Patriarch Kirill von Moskau verkündete: Wie kann sich die russische Kirche heute und in Zukunft nicht um den Russkiy Mir sorgen, der aus den Wurzeln der Rus erwächst und dessen Nationen von Gott seiner pastoralen Sorge anvertraut wurden? Dies nicht zu tun, würde bedeuten, Gott selbst ungehorsam zu sein.

Im Westen setzt sich die Ansicht durch, dass sich die Interventionen im Irak, in Libyen und Syrien nicht gelohnt haben. Hat Putin vergessen, dass in Afghanistan 13'300 russische Soldaten ihr Leben für nichts und wieder nichts verloren haben?

Putin bringt mit seinem Krieg in der Ukraine die Welt an den Rand eines dritten Weltkrieges. Über die Ukraine kommt furchtbares Elend. Wenn Städte entschlossen verteidigt werden, und der Feind sie erobert, werden sie in Schutt und Asche gelegt.



Montag, 24. Januar 2022

Alpweiden und Wölfe vertragen sich nicht

Der Mensch hat seit Urzeiten den Wolf gejagt. Dass der Mensch versucht, friedlich mit dem Wolf zu leben, hat es bisher noch nie gegeben. Ich vermute, dass dieses Experiment scheitern wird. 

So wie der Fuchs, wird sich auch der Wolf immer mehr an die Nähe zum Mensch gewöhnen, wenn er nicht gejagt wird. Der Wolf und der Fuchs gehören beide zur Unterordnung der Hundeartigen.

Man nimmt an, dass es in Berlin mehr als tausend Füchse gibt. Die Populationsdichte der Füchse ist heute in der Stadt deutlich höher als auf dem Lande. Abfälle aller Art und Futternäpfe von Haustieren gehören zu den Nahrungsquellen der Füchse. 

Der Wolf hat festgestellt, dass er Schafe und Ziegen viel leichter reissen kann als Rehe und Hirsche. Er wird in Zukunft auch Esel, Ponys, Katzen und andere Haustiere reissen.

Schafe auf Alpweiden können nur noch mit aufwändigen Schutzmassnahmen vor Angriffen der Wölfe geschützt werden. Es müssen Herdenschutzhunde eingesetzt werden. Herdenschutzhunde sind aber sehr arbeitsintensiv und können sich teils auch gegenüber Wanderern aggressiv verhalten. Man kann auch nicht voraussetzen, dass alle Hirten Freude am Umgang mit Hunden haben.

Wenn die Alpung wegen des Wolfs aufgegeben wird, verbuschen die Alpweiden. Wacholder, Alpenrosen, Grünerlen und Legföhren machen sich breit und anschliessend verwalden diese Flächen. Die Alpweiden gehen verloren und damit ein Habitat für Schmetterlinge, Hummeln, Käfer und Heuschrecken. Langfristig wird es Alpweiden nur noch oberhalb der Waldgrenze geben.

Die Naturschutzorganisation Pro Natura schreibt in Ihrer Website unter dem Titel: Lasst uns über Schafe statt Wölfe reden: "Schafe kosten viel mehr als Wölfe". Pro Natura ist sich nicht bewusst, dass ohne Schafe und Ziegen die Verbuschung nicht verhindert werden kann.

Extreme Naturschützer und Tierschützer folgen mit Fanatismus einer Idee. Man zählt sie nicht zu den Anhängern einer Ideologie, weil ihre Ideen nicht alle Lebensbereiche umfassen, aber die Sprache sagt schon, dass beide Begriffe verwandt sind. (Mehr im Abschnitt: Vom Karnivoren zum Frutarier)

Die meisten von uns werden nie einen Wolf zu Gesicht bekommen. Aber die nächste Generation wird einen grossen Teil der Alpweiden vermissen. Das Verschwinden der Alpweiden im Tessin, im Wallis und in Graubünden ist schon heute nicht mehr aufzuhalten.


Montag, 5. Juli 2021

Was macht eine Ideologie erfolgreich?


Damit Ideologien Anhänger finden und verbreitet werden, müssen sie einige Bedingungen erfüllen. Was müssen Ideologien potenziellen Gefolgsleuten bieten? Was suchen Menschen, die sich einer Ideologie oder Religion anschliessen?

Ideologien bieten ein gemeinsames Ziel.  Brauchen wir ein Ziel im Leben? Was ist der Sinn des Lebens? Bei vielen Religionen ist der Sinn des Lebens, ein gottgefälliges Leben zu führen. Die meisten Ideologien wollen die Welt verändern, in ihrem Sinn verbessern. Gemeinsam diese Ziele zu erreichen, spornt an und gibt ein Wir-Gefühl, das den inneren Zusammenhalt jeder menschlichen Gemeinschaft gewährleistet.

Ideologien und Religionen haben Heilsversprechen.  Marx strebte die klassenlose Gesellschaft an: …sei der Staat als Instrument der Klassenherrschaft nicht mehr notwendig und würde, wenn er tatsächlich überflüssig geworden sei, absterben. … steigere sich die Produktion ungemein. Es würde gelingen, den Mangel zu beseitigen, sodass es letztlich möglich sei, jeden Menschen nach seinen (vernünftigen) Bedürfnissen zu versorgen. …solle es dann wegen der vorhandenen Überproduktion möglich sein, dass die Menschen bei der Arbeit ihren Neigungen folgen und keine festen Berufe zu haben brauchten, sondern sich je nach Interesse und eigenem Verstand kurzfristig entscheiden könnten, welche Tätigkeit sie ausüben wollten….

Der Koran schildert in Sure 78 die glückselige Zukunft der Gottesfürchtigen nach dem Tod: Siehe, für die Gottesfürchtigen gibt es im Paradies Gewinn: Obstgärten und Weinstöcke, und gleichaltrige Frauen, und Becher, bis zum Rand gefüllt.

Die Bibel verspricht dem Gläubigen: Der Himmel ist ein Ort des ewigen Friedens, wo es kein Leid, keine Angst, keinen Krieg und keine Krankheiten mehr gibt.

Ideologien bieten Nestwärme.  Der Pluralismus in unserer Gesellschaft kann zu Orientierungslosigkeit führen. Unzählige unterschiedliche Lebensanschauungen reiben sich aneinander, was uns verwirren kann. In einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten fühlen wir uns geborgen und aufgehoben. Ideologien befriedigen das Bedürfnis nach Sicherheit und Sinnhaftigkeit. Wir sind soziale Wesen und brauchen Gemeinschaft. Wir finden am einfachsten Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Aber in solchen Gemeinschaften dürfen wir uns nicht gegen andere Gemeinschaften wenden, sonst spalten wir die Gesellschaft.

Ideologien grenzen sich gegen andere ab.  Als Mitstreiter einer Ideologie fühle ich mich einer Gruppe zugehörend. Je stärker sich die Gruppe von andern abgrenzt, desto mehr kann man sich mit dieser Gruppe identifizieren und umso stärker wird das Gemeinschaftsgefühl. Wir Menschen finden Befriedigung, wenn wir andere schlechter finden als uns selbst. Es hebt das Selbstwertgefühl, wenn wir uns besser fühlen als andere. Ideologien wirken spaltend und mobilisieren Kräfte gegen Andersdenkende. Häufig werden Freund-Feind-Bilder inszeniert. Die Nationalisten kämpfen gegen alle Nationen, die sich Ihnen nicht unterwerfen. Die Sozialisten kämpfen gegen alle, die sich rechts von Ihnen positionieren. Gläubige von Religionen grenzen sich gegen die Ungläubigen oder gegen die Anhänger anderer Religionen ab. Mitstreiter von Ideologien und Religionen müssen sich bewusst sein, dass ihre ausformulierten Leitbilder einer komplexen Wirklichkeit nicht gerecht werden können.

Brauchen wir Ideologien?  –  Die Antiideologie.  Brauchen wir vorfabrizierte Weltanschauungen? Brauchen wir ausformulierte Leitbilder? Ist die freiwillige Unterordnung unter eine Ideologie nicht mit dem Gebrauch von Krücken vergleichbar? Darf ich Sie fragen: Folgen Sie einer Ideologie oder denken Sie selbst? Die Philosophen Slavoj Zizek und Herbert Schnädelbach weisen darauf hin, dass solch technokratisches Denken alles andere als nicht-ideologisch sei: Eine der idealen Grundbedingungen für eine Ideologie sei die Annahme, dass es keine Ideologie gäbe. Der oben kursiv gedruckte Satz klingt schön, ist für mich aber eine leere Phrase. Slavoj Zizek ist ein linker Modephilosoph. Ihm schwebt eine «radikaldemokratische, revolutionäre Umwälzung» der Gesellschaft vor. Somit ist verständlich, dass er gegen jede Art von Anti-Ideologie ist. Verkündet die Ideologie der Antiideologie wieder neue Wahrheiten? Nein, wir sollten uns nicht bemühen, die Wahrheit, sondern die beste Ethik zu finden.

 

 

Donnerstag, 8. April 2021

"Wovor hat diese Kröte Schiss?"

 

Dies sagte der Regimekritiker Nawalny in Bezug auf Putin.

Sollen wir Oppositionelle mit einem solchen Vokabular unterstützen?

2011 sprach sich Nawalny für freien Waffenbesitz aus für den Fall, dass «Kakerlaken in unsere Wohnung eindringen» - gemeint waren mit den Kakerlaken Migranten aus dem Kaukasus.

Im Februar 2021 stufte Amnesty International den Kreml-Kritiker Nawalny nicht länger als «gewaltlosen politischen Gefangenen» ein (1). Ich finde auch, dass wir keinen Oppositionellen unterstützen sollten, der als Präsident gleich schlimm oder schlimmer als der gegenwärtige Regierungschef wäre.

Vorbildliche Regimegegner waren Mahatma Ghandi, Martin Luther King, Nelson Mandela (in der zweiten Lebenshälfte) und alle, die 1989 für den friedlichen Wandel der DDR verantwortlich waren («Montagsdemonstrationen»).

Gewaltfreie Proteste haben doppelt so grosse Chancen ihre Ziele zu erreichen, als gewalttätige Proteste. Zu dem Ergebnis kamen zwei amerikanische Forscherinnen, nachdem sie für ihre Studie «Why Civil Resistance Works» 323 Widerstandsbewegungen der letzten 106 Jahre untersucht hatten.

Welche Art von Aktionen und Demonstrationen können als gewaltfrei bezeichnet werden?

·       Fahnen oder Kerzen in Fenster stellen

·       Märsche mit Plakaten durch die Zentren von Städten (evtl.

      mit Gesang oder rufen von Parolen)

·       lange Menschenketten bilden

·       Demonstrationen in Geschäften oder Banken (Hausfriedensbruch)

·       Sitzblockaden, bei denen sich die Demonstranten von Polizisten wegtragen lassen

·       Sitzblockaden, bei denen sich die Demonstranten an Brückengeländer festketten

·       Barrikaden errichten und brennbare Abfälle anzünden

Für mich sind Hausfriedensbruch und Sitzblockaden schon nicht mehr eindeutig gewaltfrei.

Aggressive Formen von Protesten stossen viele potentielle Mitläufer ab. Bei gewaltfreien Aktionen ist es möglich, dass ein grosser Teil der Bevölkerung mitmacht oder sich solidarisiert. Damit erhält die Protestbewegung auch eine moralische Legitimation.

Protestbewegungen, die ihre Ziele mit Gewalt durchsetzen wollen, riskieren, dass es zu Umstürzen mit grossem Elend als Folge kommt. Häufig gilt dann: «Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder», weil am Schluss sehr radikale Gruppierungen die Oberhand gewinnen.

In Ländern mit direkter Demokratie können die Bürger am einfachsten Änderungen von Gesetzen durchsetzen. Illegale und gewaltsame Aktionen sind hier eindeutig nicht mehr gerechtfertigt. Alle Gruppierungen können für ihre Anliegen Unterschriften sammeln und erreichen, dass über ihre Anliegen abgestimmt wird (siehe auch: «Direkte Demokratie»).

Die direkte Demokratie ist die stabilste Staatsform, weil hier extreme Ideologien aller Art kaum eine Chance haben.

(1) Amnesty International will sich aber weiter für seine Freilassung einsetzen.


Montag, 28. Dezember 2020

Kann der Liberalismus gefährlich sein?


Leitziel des Liberalismus ist die Freiheit des Individuums, vornehmlich gegenüber dem Staat. Jeder Mensch soll so leben wie er möchte, solange er nicht die Freiheit anderer verletzt.
Dazu können sicher alle zustimmen. Aber was geschieht, wenn jemand durch sein Erbe oder durch seine Fähigkeiten wirtschaftlich so stark wird, dass andere von ihm abhängig werden? Wenn er sich nur auf die Maximierung des Profits seiner Firma ausrichtet und seine Macht missbraucht?
Solches Verhalten kann zu Raubtierkapitalismus (auch Turbokapitalismus oder Ultraliberalismus genannt) führen. 
Es gab Wirtschaftswissenschaftler, die die  f r e i e  Marktwirtschaft propagierten. Heute setzen sich die meisten Wirtschaftswissenschaftler für eine  s o z i a l e  Markwirtschaft ein.

Wie sozial soll die Marktwirtschaft sein? Wenn eine Wirtschaft nur sozial ist, fehlt der Stimulus grosse Leistungen zu vollbringen. In der freien Marktwirtschaft kann das eigennützige (egoistische) Streben der Menschen zum Wohl der gesamten Gesellschaft beitragen.

Wenn eine Wirtschaft nur «frei» ist, erhalten Mitarbeiter in nicht privilegierten Positionen ungerecht tiefe Löhne. Die Wirtschaft muss so geregelt werden, dass alle einen gerechten Anteil am Gewinn erhalten.
Gewerkschaften können helfen, die Rechte der Lohnabhängigen zu verteidigen. Es braucht Gewerkschaften. Alle Menschen müssen sich wehren und ihr Recht einklagen können.
Wenn aber Gewerkschaften die Löhne gegen die Gegebenheiten des Marktes durch Streiks nach oben drücken, dann brauchen sie das Instrument der Kartelle. So wie die Bildung von Kartellen bei Firmen, so ist auch die kartellmässige Fixierung von Löhnen Gift für die Wirtschaft.

Warum steigen die Löhne in den unteren Einkommensklassen ungenügend? Wenn wir annehmen, dass auch bei den Löhnen das Prinzip von Nachfrage und Angebot gilt, dann müssen wir feststellen, dass Personen mit geringqualifizierten Berufen – wegen der Globalisierung – mit Arbeitern aus China konkurrieren müssen.

Mitarbeiter einer Firma, die Staubsauger herstellen, können durch Streiks nicht höhere Löhne durchsetzen, weil sonst die Staubsauger aus China importiert werden. Die Gewerkschaften haben im produzierenden Gewerbe an Einfluss verloren.

Die Löhne und damit auch die Preise der Produkte steigen kaum mehr und wir haben fast keine Inflation.

Die Arbeitgeber können auch fast unbeschränkt viele Arbeitskräfte aus Billiglohnländern holen.
Zurechtgebogene «Studien» von Wirtschaftswissenschaftlern machen uns glauben, dass die Löhne durch Zuwanderung nicht weniger steigen.
Auch viele Gewerkschaften akzeptieren diese Studien, weil sie dem Sozialismus verpflichtet sind, der die Grenzen für alle öffnen will.

Es besteht eine unheilige Allianz zwischen Vertretern der freien Marktwirtschaft und vom Sozialismus geprägten Gewerkschaften, was bewirkt, dass das «Angebot» an Arbeitskräften mit geringer Qualifikation immer gross ist und die Löhne nicht von selbst steigen.

Eine unkontrollierte Globalisierung bringt den internationalen Konzernen am meisten Vorteile.

Organismen der Natur bestehen aus Zellen, die durch Zellwände geschützt sind.
Jede Zelle legt fest, was die Zellwände passieren darf und was nicht. Organismen bestehen nicht aus einem Fluidum, in dem sich alles überallhin bewegen kann.
So müssen auch alle Länder festlegen, wie weit sie ihre Grenzen offen halten wollen.

Die soziale Marktwirtschaft braucht sorgfältig austarierte Gesetze. Aber alles lässt sich nicht mit Gesetzen regeln. Die Reputation von Firmen und Institutionen muss von der Gesellschaft hoch gewichtet werden. Schwarze Listen können grossen Einfluss haben.

Wenn sich Firmen dem Raubtierkapitalismus hingeben, müssen sie auch von den bürgerlichen Parteien an den Pranger gestellt werden.

Die soziale Marktwirtschaft kann nicht ganz verhindern, dass es grosse Lohnunterschiede gibt.
Einkommensunterschiede müssen durch Steuern gemildert werden.
Die Steuertarife werden in den meisten Ländern progressiv gestaltet. Die Steuerprogression ist aber in fast allen Ländern durch die Teuerung in Schieflage geraten. Durch die kalte Progression werden die kleinen und mittleren Einkommen zu stark besteuert und der Spitzensteuersatz greift zu früh. Das gleiche gilt auch für die Vermögenssteuern.

Dogmatischer Liberalismus hat die Eigenschaften einer Ideologie und ist für die Gesellschaft schädlich, weil er zu Ungerechtigkeiten führt und den Kommunismus und den dogmatischen Sozialismus fördert.

 

Freitag, 27. März 2020

Ohne Gutmenschen gäbe es keine Populisten


Welche Aussage trifft zu:
  • Gut gemeint ist das Gegenteil von gut und gut gemeint ist nicht gut gemacht?
  • Der Begriff "Gutmensch" ist eine sarkastische, gehässige oder verachtend gemeinte Verunglimpfung von Einzelpersonen oder Gruppen.

Man kann das Wort do-gooder als "emotionaly loaded term" bezeichnen. Aber es gibt keinen Ersatz für do-gooder oder Gutmensch.
Alle Menschen übernehmen manchmal die Rolle des Gutmenschen.

Menschen in Europa müssen sich eingestehen, dass wenn sie als Nigerianer auf die Welt gekommen wären, sie sich wahrscheinlich auch auf den Weg nach Europa machen würden und Menschen in den USA müssen sich eingestehen, dass sie als Honduraner auch versuchen würden die Grenze zur USA zu überwinden.

Muss dieses Einfühlungsvermögen dazu führen, dass man allen Personen in den Entwicklungsländern das Recht zugesteht, in die USA oder Europa einzuwandern, auch wenn sich einige Millionen auf den Weg machen würden?

Gutmenschen würden sagen: Ja wir müssen, es werden schon nicht so viele kommen und wir schaffen das.
Diese Einwanderung löst aber bei vielen ein mehr oder weniger grosses Unbehagen aus. (Mehr im Post Flüchtlinge).

Regierungen, die nicht auf dieses Unbehagen ("Ängste") achten und auf die Menschenrechte und die Genfer Flüchtlingskonvention pochen, verlieren viele Stimmen an Populisten.
Trump gewann 2016 die Wahlen in den USA, weil er versprach, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen.

Das wichtigste Argument der Brexit Befürworter war die Kündigung der Personenfreizügigkeit der EU.

Die meisten Deutschen, die die AFD wählen, wollen kein Nazi Regime, sie wählen eine Partei, die verspricht, die Einwanderung zu stoppen. Die Zuwanderungsproblematik befeuert die AFD. Wenn Deutschland ein geregeltes und restriktives Einwanderungsgesetz wie die USA, Australien oder Japan einführen würde, würde die AFD rasch zur unbedeutenden Partei. 

Die Gutmenschen verhindern dies und stärken so die Populisten.

Eine realistische, pragmatische Politik ohne ideologische Scheuklappen würde die politische Lage in den USA und in Deutschland beruhigen. Man hätte dann Zeit und Kraft um zu überlegen, wie man die Lage in den Krisenländern verbessern kann.

Die meisten Parteien links von der Mitte möchten aus ideologischen Gründen die Grenzen möglichst offen halten.

Die Parteien rechts von der Mitte sind sich nicht einig, wie weit sie die Grenzen offen halten wollen. Der Druck der Migranten aus Süden hat sich erst in den letzten Jahrzehnten im Zuge der Globalisierung sehr verstärkt und wird sich weiter verstärken. Auch wenn sich die Lage in den Entwicklungsländern langsam verbessert, wird der Wohlstand in den Industrieländern durch IT und Automatisierung rascher wachsen und die Schere wird sich vermutlich weiter öffnen.

Die Migration wird auch in den nächsten 50 Jahren ein drängendes und heikles Problem bleiben!



Dienstag, 17. Dezember 2019

Wir können die Klimaziele nicht einhalten

Wir können die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht einhalten!

Der weltweite CO2-Ausstoss ist das Produkt aus dem CO2-Ausstoss des einzelnen Menschen mal die Anzahl der Menschen auf der Welt (mehr im Post Grüne Fehlentwicklungen vom November 2019)
2014 lancierte die Umweltschutzorganisation Ecopop (www.ecopop.ch) in der Schweiz die Volksinitiative "Stopp der Überbevölkerung - zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen". Die Initiative forderte weltweit staatliche Mittel zur Förderung der freiwilligen Familienplanung.
Die von Ecopop im Ausland mit Verhütungsmitteln angestrebte Eindämmung des Bevölkerungswachstums geisselte Nationalrat Balthasar Glättli (von den Grünen) als "verächtliche, neokolonialistische Haltung" (NZZ).
Der Leser wird sicher gemerkt haben, dass ich kein Freund von Parteien wie der Sozialdemokratischen Partei und der Grünen bin, die sozialistisches Gedankengut verbreiten. Aber hier geht es nicht um politischen Schlagabtausch. Es geht darum herauszufinden, wie die Linken und die Grünen ihre ideologischen Scheuklappen ablegen können, damit auch sie mithelfen die Weltbevölkerung in den nächsten 30 Jahren zu senken.
Wenn wir die  f r e i w i l l i g e  Familienplanung auf der ganzen Welt ermöglichen, erreichen wir zwei Ziele:
1. Wir erleichtern das Zusammenleben von Frauen und Männern in den Entwicklungsländern und verhindern tödliche Schwangerschaftsabbrüche. Mehr im Blog Selbstbestimmte Sexualität auch in Entwicklungsländern vom Juni 2019. 
2. Gleichzeitig helfen wir die Klimaerwärmung zu mindern.
            Wir Menschen müssen wählen, ob wir mit asketischer Lebensführung die Klimaerwärmung stoppen möchten oder andere rationale Massnahmen ergreifen wollen.
A u c h in den industrialisierten Ländern sollten wir dafür werben, dass die Kinderzahl pro Frau auf 1,2 - 1,6 sinkt. (Bei 2,1 Kindern pro Frau bleibt die Bevölkerungszahl stabil). Ich bin der Ansicht, dass die Kinderzahl nicht unter 1,2 sinken sollte, denn es muss sichergestellt werden, dass die Altersvorsorge nicht gefährdet wird. Die fehlenden Beitragszahler für die Altersvorsorge können nur bedingt durch Eingewanderte ersetzt werden, da die Aufnahmebereitschaft und -fähigkeit der Einheimischen nicht überschätzt werden darf. Bei Kinderzahlen von 1.2 - 1,6 können einige Paare auch 3 Kinder haben, denn es gibt immer mehr Paare, die keine Kinder haben.
Aktuell leben 7,7 Milliarden Menschen auf der Welt.
In den Industrieländern leben 1,4 Milliarden. In China, das schwer einzuordnen ist, leben auch 1,4 Milliarden.
Somit leben annähernd 5 Milliarden Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern.
Der CO2-Ausstoss nimmt in den Industrieländern langsam ab. China will in 10 Jahren auch so weit sein.
Aber die entscheidende Frage wird sein, wie sich der CO2-Ausstoss der Schwellen- und Entwicklungsländer entwickeln wird. 
In den Medien gibt es bis zum Überdruss Beiträge über die Klimaerwärmung, aber keine Beiträge, die sich mit der obigen Frage beschäftigen. In den Statistiken werden die Entwicklungsländer nur einzeln erfasst.
Ich nehme Indien als "Modell-Staat" für die Schwellen- und Entwicklungsländer. Es gibt Entwicklungsländer, die sich rascher als Indien entwickeln, aber auch viele, bei denen die Entwicklung langsamer verläuft. 
Indien stiess 1990 0.61Tonnen CO2 pro Person und Jahr aus (Wikipedia: CO2-Ausstoss pro Kopf). 2020 wird der Wert auf ca. 2.0 steigen. Der Wert hat sich also innert den letzten 30 Jahre mehr als verdreifacht. Wir können annehmen, dass sich der Wert in den nächste 30 Jahren (bis 2050) auch wieder verdreifachen wird. Damit wird der CO2-Ausstoss in dem "Modell-Staat" Indien 2050 6.0 Tonnen pro Person betragen.
Der "Modell-Staat" Indien steht für 5 Milliarden Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern.
5 Milliarden Personen mal 6.0 Tonnen pro Person gibt 30 Milliarden Tonnen CO2. Wieviel sind 30 Milliarden Tonnen CO2?
Der weltweite CO2-Ausstoss betrug 2017 36.2 Milliarden Tonnen (Statista Research Department).
Wir müssen daraus folgern, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer 2050 riesige Mengen CO2 ausstossen werden, die durch eine Reduktion der Werte in den industrialisierten Ländern unmöglich kompensiert werden können.
Man kann einwenden, dass Indien bis 2050 auch teilweise auf alternative Energieerzeugung umstellen wird. Das mag sein, aber der "Modellstaat" Indien steht auch für Afrika und die Bevölkerung in Afrika wird bis 2050 auf etwa 2,5 Milliarden steigen.
Die Weltbevölkerung beträgt jetzt 7,7 Milliarden. Bis 2050 kommen nochmals 2 Milliarden Menschen dazu. (In den Industrieländern nimmt die Bevölkerung ab, aber in den entwicklungsschwachen Ländern nimmt die Bevölkerung stark zu). Wieviel CO2 werden diese 2 Milliarden Menschen 2050 ausstossen? Diese Frage haben sich die Fachleute scheinbar noch nie gestellt. Lassen sie es mich bitte wissen, wenn sie irgendeinen Bericht finden, in dem obige Frage erwähnt wird.
             Wenn wir die Entwicklung der Weltbevölkerung betrachten, können wir kaum annehmen, dass bis 2050 der CO2-Ausstoss deutlich gesenkt werden kann.
Oder können wir annehmen, dass in den nächsten 10 oder 20 Jahren neue Methoden für die Energieerzeugung gefunden werden, die den Wechsel zu CO2-freier Energieerzeugung leichter machen als bisher angenommen?
Photovoltaik:
Wenn Solarpanels auf Dächern und Aussenfassaden montiert werden, kann mit Photovoltaik sehr umweltfreundlich Strom erzeugt werden.
Photovoltaik hat aber einen grossen Nachteil. In Mitteleuropa erzeugen Solarpanels im Januar 10 mal weniger Strom als im Juli.
Wir brauchen aber im Winter besonders viel Strom. Solarpanels machen nur Sinn, wenn wir Speicher bauen können, in denen der im Sommer erzeugte Strom für den Winter gespeichert werden kann, oder wir finden uns damit ab, dass im Winter zusätzlich Strom mit Gaskraftwerken erzeugt werden muss. Auf Stromspeicher werde ich später zurückkommen.
Windenergie:
Vor acht Jahren hielt ich mich im westlichen Teil von Texas auf. Dort gibt es grosse Windparkanlagen mit sehr hohen Türmen. Ich fuhr unter eine Windkraftanlage, die noch von fünf weiteren umringt war. Es bliess ein konstanter, starker oder sehr starker Wind. Es herrschte ein beeindruckendes Getöse. Man spürte, dass hier riesige Energien abgegriffen werden. Es war ähnlich eindrücklich, wie wenn gleichzeitig drei Helikopter starten würden. Aber wohnen konnte man dort nicht. Ich war erstaunt, dass man in der Schweiz und in Deutschland hunderte solche Anlagen bauen wollte. Es gibt unter den Planern für Energieanlagen und bei den Journalisten zu viele Träumer und zu wenig Realisten.
          Zukunft haben Offshore-Windparks. Wenn aber zu viele Anlagen in einer Region (z.B. Nordsee) gebaut werden, besteht die Gefahr, dass das Stromnetz zusammenbricht, wenn Flaute herrscht.
Vielversprechend ist die Entwicklung von schwimmenden Windkraftanlagen, die z.B. an den Atlantikküsten von Portugal, Frankreich, Grossbritannien und den USA installiert werden können.
Um den drohenden Klimawandel aufzuhalten, müssten Industrie-Nationen wie die USA erheblich mehr in Grundlagenforschung zur Energieversorgung investieren, sagt Microsoft-Gründer Bill Gates. Dazu gehöre auch die Forschung an neuen Typen von Atomreaktoren, wie dem sogenannten Laufwellenreaktor, dessen Entwicklung von Gates mitfinanziert wird. 
 Weiter sagte Bill Gates:„Alle Technologien, die sich erneuerbar nennen, sind nicht verlässlich, da sie nicht an allen Orten in ausreichender Menge vorhanden sind”
Wir brauchen leistungsstarke Energiespeicher. Das Linth-Limmern Pumpspeicherkraftwerk ist das neuste und leistungsstärkste Pumpspeicherkraftwerk in der Schweiz. Es hat eine Speicherkapazität von 33 GWh. Der Jahresverbrauch an Strom der Stadt Zürich beträgt 3000 GWh. Das Pumpspeicherkraftwerk Linth-Limmern könnte Schwankungen der Stromproduktion für die Stadt Zürich gerade mal für ein paar Tage ausgleichen. Erstaunlich wenig, da das Staubecken von Linth-Limmern  23 Mio. m3 Wasser fasst und die Höhendifferenz 600 m beträgt. Solarstrom vom Sommer kann so nicht für den Winter gespeichert werden. (Empfohlener Beitrag: https://www.bulletin.ch/de/news-detail/wasserkraft-versus-batterien.html
Alle realistisch denkenden Naturwissenschaftler wissen, dass die Physik beim Bau von Energie- und Speicheranlagen enge Grenzen setzt. Es wird auch in Zukunft keine Wunderanlagen geben!
Anders verhält es sich im IT-Bereich, wo noch erstaunliche Entwicklungen erwartet werden können.
Langfristig wird eines der grössten Probleme sein, dass das CO2, das wir freisetzen sich nur extrem langsam abbaut. Etwa die Hälfte des freigesetzten CO2 wird nach einigen Jahrzehnten vom Meer und dem Land aufgenommen sein, 15% bis 40% des CO2 wird aber auch nach 1000 Jahren noch in der Atmosphäre sein (IPCC). Dies wird weitreichende Folgen haben.




Freitag, 2. August 2019

Die Bürger sind wichtiger als die Wirtschaft

Es ist eine Binsenwahrheit:     
Bei Arbeitskräftemangel bringt Zuwanderung nichts!
Für den Zuwanderer braucht es wieder mehr Verkäuferinnen im Lebensmittelgeschäft, mehr Ärzte, mehr Maurer für neue Häuser usw.
Diese Tatsache wird von den wirtschaftsfreundlichen Zeitungen (in der Schweiz z.B. die NZZ) unterdrückt und die rosaroten, linkslastigen Zeitungen (in der Schweiz z.B. der Tagesanzeiger) erwähnen diese Binsenwahrheit nicht, weil sie aus ideologischen Gründen die Grenzen für Zuwanderer ganz öffnen möchten.
     Zuwanderung bringt der Wirtschaft viel. Die Firmen möchten wachsen und eine möglichst grosse Auswahl an billigen Arbeitskräften haben.
Die Bürger möchten sichere Arbeitsplätze und gut bezahlte Arbeit haben.
Die Bürger möchten vermeiden, dass wegen der Zuwanderung die Infrastruktur überlastet und ihre Naherholungsgebiete zubetoniert werden. In der kleinen Schweiz werden jährlich 29 km2 verbaut, was der Fläche des Brienzer-Sees entspricht. Die Wohnbevölkerung der Schweiz betrug 1960 5 Millionen, heute 8.5 Millionen. Jetzt sind wir zu verdichtetem Bauen gezwungen.
Die Lobbyisten der Wirtschaft behaupten, dass bei eingeschränkter Zuwanderung Arbeitsplätze ins Ausland ausgelagert werden (Aspekt A). Dies kann nicht ganz ausgeschlossen werden.
Die Lobbyisten verschweigen aber den ganz naheliegenden Aspekt (Aspekt B), dass bei Arbeitskräftemangel die Arbeitslosigkeit sinkt und die Löhne steigen.
Nun stellt sich die Frage: Welcher Aspekt wird überwiegen?
Ich glaube, dass bei vernünftiger Steuerung der Zuwanderung die Wirtschaft gut gedeiht und das Verbauen der Landschaft reduziert werden kann.
Die Wirtschaft schürt aus Eigeninteresse die Angst, dass Arbeitsplätze verloren gehen können. Aber warum weisen die Linken nicht darauf hin, dass es auch einen zweiten Aspekt gibt?
Hier spielt eine unheilige Allianz zwischen der Wirtschaft und den sozialistisch denkenden Politikern. Erst in den letzten Monaten haben die Gewerkschaften diese unheilige Allianz verlassen.
Sie wurden sich endlich bewusst, dass sie nicht die urbanen, gut verdienenden Linkswähler, sondern  die Geringverdiener vertreten, die trotz aller Rhetorik wissen, dass ihre Löhne wegen den Zuwanderern weniger steigen.
In den Medien findet man häufig folgenden Titel: "Wirtschaft profitiert von Zuwanderung" und es wird unausgesprochen suggeriert, dass es damit automatisch auch den Bürgern besser geht. Aber Wirtschaftswachstum in der Schweiz senkt unseren Wohlfühlfaktor und unsere Lebensqualität.
Die Firmen sollen in ihren Auslandsniederlassungen wachsen, damit kann bei gesteuerter Zuwanderung die Arbeitslosigkeit in der Schweiz weiter sinken und die Löhn steigen, ohne dass die Firmen auf Wachstum verzichten müssen.





Montag, 1. April 2019

Wird die Welt besser/schlechter ohne Ideologien und Religionen?



Die grössten Katastrophen auf dieser Welt werden durch Gewalt ausgelöst.
      Jeder, der die Ansichten einer Ideologie oder Religion vertritt, ist mitverantwortlich dafür, dass im Namen seiner Weltanschauung keine Gewalttaten verübt werden.
Jeder Muslim muss gegenüber Gleichgesinnten und Andersgläubigen klarstellen, dass er gegen die Jihadisten ist.
Jeder Jude muss gegen das Verschieben der Grenzen von Israel Stellung nehmen.
Jeder Christ muss eingestehen, dass im Namen seines Glaubens furchtbare Verbrechen begangen wurden. Jeder Christ muss sich bewusst sein, dass die Bibelstellen, die die Homosexualität verurteilen, für Homosexuelle riesige Probleme - bis hin zu Verfolgungen - verursachen.
Jeder Katholik muss sich von der ablehnenden Haltung der katholischen Kirche und der Caritas gegenüber der Familienplanung in den Entwicklungsländern distanzieren, denn dies führt zu Hunger, Elend und Gewalt.
Jeder Sozialdemokrat sollte sich vom Klassenkampf distanzieren. Denn Kampf führt zu Unfrieden. Die Sozialdemokraten müssen sich klar von gewalttätigen linksextremen Gruppierungen distanzieren. 
Alle Parteien rechts von der Mitte müssen sich klar von rechtsextremen Gruppierungen abgrenzen, damit sich die Gräueltaten der Nazis nicht mehr wiederholen können.
                Es ist sicher unbestritten, dass alle Ideologien und Religionen schon Ursprung von Gewalttaten waren.
                 A b e r  werden die Menschen ohne Religionen und Ideologien nicht zu Egoisten? Verfallen nicht die Sitten? Wird die soziale Ungerechtigkeit nicht noch grösser?
Seit den sechziger Jahren nahm der Einfluss der Kirchen stark ab. Aber die Statistik zeigt, dass z.B. die Diebstähle bei der einheimischen Bevölkerung nicht zugenommen haben.
Auch die Religionslosen bemühen sich bei den Arbeitskollegen und im Freundeskreis gut anzukommen. In einem spannungsfreien Umfeld realisieren die meisten Menschen, dass ihnen der eigene Egoismus meistens schadet. Wir lieben weiterhin unseren Nächsten, weil wir auch von unseren Mitmenschen geliebt werden wollen und nicht weil uns ein Moralkodex das vorschreibt.
Die Scheidungen haben sicher zugenommen, aber war es früher besser als man in der Ehe widerwillig ausharrte? Ich vermute, dass anteilsmässig die einvernehmlichen Scheidungen zugenommen haben.
Wer sich offen zum christlichen Glauben bekennt, muss sich bewusst sein, dass sein Lebenswandel kritisch von seinen Mitmenschen beurteilt wird. Wenn die Diskrepanz gross ist, wird er zu Recht als Scheinheiliger bezeichnet. Trauriges Beispiel sind die katholischen Priester, die sich an Kindern vergehen.
Die katholischen und die reformierte Kirche verlieren viele Mitglieder.
Die Anzahl der Konfessionslosen hat stark zugenommen.
Nur noch wenige Katholiken und Reformierte (oder Protestanten) sind davon überzeugt, dass ihr Glaube alleinseligmachend ist. Dadurch verlieren ihre Kirchen einerseits an Stosskraft und Schwung, anderseits führt ihr Glaube nicht mehr zu Konflikten. Katholiken und Reformierte leben heute konfliktfrei miteinander und  mit Andersgläubigen.
Alle Kirchen profitieren davon, dass sich der Mensch in der Gemeinschaft von Gleichgesinnten wohl fühlt.
Das Gleiche gilt auch für Clubs aller Art, aber auch für Parteien und politische Gruppierungen.
Die meisten Europäer werden zustimmen, dass die Welt mit weniger starken Religionsgemeinschaften nicht schlechter geworden ist.
Aber kann man jetzt in Analogie folgern, dass die Welt ohne Sozialismus auch nicht schlechter wird? Oder gilt die Befürchtung der Linken, dass ohne Klassenkampf die Schwächeren in unserer Gesellschaft verlieren werden?
Die Schweiz ist ein Land, in dem die Löhne der Geringverdiener so hoch wie kaum in einem anderen Land sind, obwohl der Klassenkampf weniger bedeutend war als in den meisten anderen Ländern.
Die funktionierende Sozialpartnerschaft ist ein Markenzeichen des schweizerischen Erfolgsmodells.
So wie die Religionslosen einsehen, dass ihnen der eigene Egoismus meistens schadet, so können auch ideologiefreie Politiker einsehen, dass es allen besser geht, wenn es auch den Geringverdienern gut geht.

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