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Montag, 5. Juli 2021

Was macht eine Ideologie erfolgreich?


Damit Ideologien Anhänger finden und verbreitet werden, müssen sie einige Bedingungen erfüllen. Was müssen Ideologien potenziellen Gefolgsleuten bieten? Was suchen Menschen, die sich einer Ideologie oder Religion anschliessen?

Ideologien bieten ein gemeinsames Ziel.  Brauchen wir ein Ziel im Leben? Was ist der Sinn des Lebens? Bei vielen Religionen ist der Sinn des Lebens, ein gottgefälliges Leben zu führen. Die meisten Ideologien wollen die Welt verändern, in ihrem Sinn verbessern. Gemeinsam diese Ziele zu erreichen, spornt an und gibt ein Wir-Gefühl, das den inneren Zusammenhalt jeder menschlichen Gemeinschaft gewährleistet.

Ideologien und Religionen haben Heilsversprechen.  Marx strebte die klassenlose Gesellschaft an: …sei der Staat als Instrument der Klassenherrschaft nicht mehr notwendig und würde, wenn er tatsächlich überflüssig geworden sei, absterben. … steigere sich die Produktion ungemein. Es würde gelingen, den Mangel zu beseitigen, sodass es letztlich möglich sei, jeden Menschen nach seinen (vernünftigen) Bedürfnissen zu versorgen. …solle es dann wegen der vorhandenen Überproduktion möglich sein, dass die Menschen bei der Arbeit ihren Neigungen folgen und keine festen Berufe zu haben brauchten, sondern sich je nach Interesse und eigenem Verstand kurzfristig entscheiden könnten, welche Tätigkeit sie ausüben wollten….

Der Koran schildert in Sure 78 die glückselige Zukunft der Gottesfürchtigen nach dem Tod: Siehe, für die Gottesfürchtigen gibt es im Paradies Gewinn: Obstgärten und Weinstöcke, und gleichaltrige Frauen, und Becher, bis zum Rand gefüllt.

Die Bibel verspricht dem Gläubigen: Der Himmel ist ein Ort des ewigen Friedens, wo es kein Leid, keine Angst, keinen Krieg und keine Krankheiten mehr gibt.

Ideologien bieten Nestwärme.  Der Pluralismus in unserer Gesellschaft kann zu Orientierungslosigkeit führen. Unzählige unterschiedliche Lebensanschauungen reiben sich aneinander, was uns verwirren kann. In einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten fühlen wir uns geborgen und aufgehoben. Ideologien befriedigen das Bedürfnis nach Sicherheit und Sinnhaftigkeit. Wir sind soziale Wesen und brauchen Gemeinschaft. Wir finden am einfachsten Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Aber in solchen Gemeinschaften dürfen wir uns nicht gegen andere Gemeinschaften wenden, sonst spalten wir die Gesellschaft.

Ideologien grenzen sich gegen andere ab.  Als Mitstreiter einer Ideologie fühle ich mich einer Gruppe zugehörend. Je stärker sich die Gruppe von andern abgrenzt, desto mehr kann man sich mit dieser Gruppe identifizieren und umso stärker wird das Gemeinschaftsgefühl. Wir Menschen finden Befriedigung, wenn wir andere schlechter finden als uns selbst. Es hebt das Selbstwertgefühl, wenn wir uns besser fühlen als andere. Ideologien wirken spaltend und mobilisieren Kräfte gegen Andersdenkende. Häufig werden Freund-Feind-Bilder inszeniert. Die Nationalisten kämpfen gegen alle Nationen, die sich Ihnen nicht unterwerfen. Die Sozialisten kämpfen gegen alle, die sich rechts von Ihnen positionieren. Gläubige von Religionen grenzen sich gegen die Ungläubigen oder gegen die Anhänger anderer Religionen ab. Mitstreiter von Ideologien und Religionen müssen sich bewusst sein, dass ihre ausformulierten Leitbilder einer komplexen Wirklichkeit nicht gerecht werden können.

Brauchen wir Ideologien?  –  Die Antiideologie.  Brauchen wir vorfabrizierte Weltanschauungen? Brauchen wir ausformulierte Leitbilder? Ist die freiwillige Unterordnung unter eine Ideologie nicht mit dem Gebrauch von Krücken vergleichbar? Darf ich Sie fragen: Folgen Sie einer Ideologie oder denken Sie selbst? Die Philosophen Slavoj Zizek und Herbert Schnädelbach weisen darauf hin, dass solch technokratisches Denken alles andere als nicht-ideologisch sei: Eine der idealen Grundbedingungen für eine Ideologie sei die Annahme, dass es keine Ideologie gäbe. Der oben kursiv gedruckte Satz klingt schön, ist für mich aber eine leere Phrase. Slavoj Zizek ist ein linker Modephilosoph. Ihm schwebt eine «radikaldemokratische, revolutionäre Umwälzung» der Gesellschaft vor. Somit ist verständlich, dass er gegen jede Art von Anti-Ideologie ist. Verkündet die Ideologie der Antiideologie wieder neue Wahrheiten? Nein, wir sollten uns nicht bemühen, die Wahrheit, sondern die beste Ethik zu finden.

 

 

Donnerstag, 8. April 2021

"Wovor hat diese Kröte Schiss?"

 

Dies sagte der Regimekritiker Nawalny in Bezug auf Putin.

Sollen wir Oppositionelle mit einem solchen Vokabular unterstützen?

2011 sprach sich Nawalny für freien Waffenbesitz aus für den Fall, dass «Kakerlaken in unsere Wohnung eindringen» - gemeint waren mit den Kakerlaken Migranten aus dem Kaukasus.

Im Februar 2021 stufte Amnesty International den Kreml-Kritiker Nawalny nicht länger als «gewaltlosen politischen Gefangenen» ein (1). Ich finde auch, dass wir keinen Oppositionellen unterstützen sollten, der als Präsident gleich schlimm oder schlimmer als der gegenwärtige Regierungschef wäre.

Vorbildliche Regimegegner waren Mahatma Ghandi, Martin Luther King, Nelson Mandela (in der zweiten Lebenshälfte) und alle, die 1989 für den friedlichen Wandel der DDR verantwortlich waren («Montagsdemonstrationen»).

Gewaltfreie Proteste haben doppelt so grosse Chancen ihre Ziele zu erreichen, als gewalttätige Proteste. Zu dem Ergebnis kamen zwei amerikanische Forscherinnen, nachdem sie für ihre Studie «Why Civil Resistance Works» 323 Widerstandsbewegungen der letzten 106 Jahre untersucht hatten.

Welche Art von Aktionen und Demonstrationen können als gewaltfrei bezeichnet werden?

·       Fahnen oder Kerzen in Fenster stellen

·       Märsche mit Plakaten durch die Zentren von Städten (evtl.

      mit Gesang oder rufen von Parolen)

·       lange Menschenketten bilden

·       Demonstrationen in Geschäften oder Banken (Hausfriedensbruch)

·       Sitzblockaden, bei denen sich die Demonstranten von Polizisten wegtragen lassen

·       Sitzblockaden, bei denen sich die Demonstranten an Brückengeländer festketten

·       Barrikaden errichten und brennbare Abfälle anzünden

Für mich sind Hausfriedensbruch und Sitzblockaden schon nicht mehr eindeutig gewaltfrei.

Aggressive Formen von Protesten stossen viele potentielle Mitläufer ab. Bei gewaltfreien Aktionen ist es möglich, dass ein grosser Teil der Bevölkerung mitmacht oder sich solidarisiert. Damit erhält die Protestbewegung auch eine moralische Legitimation.

Protestbewegungen, die ihre Ziele mit Gewalt durchsetzen wollen, riskieren, dass es zu Umstürzen mit grossem Elend als Folge kommt. Häufig gilt dann: «Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder», weil am Schluss sehr radikale Gruppierungen die Oberhand gewinnen.

In Ländern mit direkter Demokratie können die Bürger am einfachsten Änderungen von Gesetzen durchsetzen. Illegale und gewaltsame Aktionen sind hier eindeutig nicht mehr gerechtfertigt. Alle Gruppierungen können für ihre Anliegen Unterschriften sammeln und erreichen, dass über ihre Anliegen abgestimmt wird (siehe auch: «Direkte Demokratie»).

Die direkte Demokratie ist die stabilste Staatsform, weil hier extreme Ideologien aller Art kaum eine Chance haben.

(1) Amnesty International will sich aber weiter für seine Freilassung einsetzen.


Donnerstag, 18. Februar 2021

Nur noch Wunschkinder


Wenn es nur noch Wunschkinder geben würde, wäre alles viel einfacher.

Wenn die Empfängnisverhütung bei der Familienplanung versagt hat, stellt sich den Paaren die Frage: Sollen, dürfen wir abtreiben?

Gilt das Selbstbestimmungsrecht der Frau oder das Lebensrecht des menschlichen Embryos?

Aus den USA stammt das Schlagwort «Pro-Choice» für die Forderung, Schwangerschaftsabbrüche allgemein zuzulassen und die Gegner formieren sich unter dem Schlagwort «Pro-Life» in sogenannten Lebensrechtbewegungen.

Das Neue Testament behandelt das Thema nicht, aber die katholische Kirche vertritt in der Enzyklika Evangelium Vitae die Ansicht, dass die gewollte Abtreibung immer ein schweres sittliches Vergehen darstellt.

Ich kann gut nachvollziehen, dass man aus religiösen Gründen den Schwangerschaftsabbruch ablehnt, aber das Neue Testament gibt keinen Hinweis darauf, dass man Andersdenkenden seine eigene Überzeugung aufzwingen darf.

Nach Schätzungen der WHO sind 40 % aller Schwangerschaften ungeplant und etwa ein Fünftel aller schwangeren Frauen entschliesst sich zu einem Abbruch.

Dies entspricht jährlich etwa 42 Millionen Schwangerschaftsabbrüchen, davon 20 Millionen legal und 22 Millionen gegen die gesetzlichen Bestimmungen am Ausführungsort.

Schwangerschaftsabbrüche können durch konsequentes Anwenden von Verhütungsmitteln verhindert werden.

Dies ist jedoch nicht überall auf der Welt gleichermaßen möglich. 225 Millionen Frauen in den weniger entwickelten Regionen der Erde fehlt heute noch immer der Zugang zu sicheren und wirksamen Methoden der Familienplanung.

Etwa ein Drittel des Weltbevölkerungswachstums beruht heute auf ungewollten Schwangerschaften.

Dies führt vor allem in Afrika südlich der Sahara zu rasantem Bevölkerungswachstum. (Wikipedia Jan. 2021: Familienplanung)

Der Grossteil der illegalen Abbrüche wird von Laien und damit meist unter medizinisch und hygienisch prekären Bedingungen ausgeführt. Die Anzahl der Todesfälle bei Schwangerschaftsabbrüchen ist rückläufig, weil die Frauen mehr und mehr mit Medikamenten abtreiben.

Die Rate der Schwangerschaftsabbrüche ist in Ländern mit liberaler Gesetzgebung geringer oder vergleichbar mit derjenigen in Ländern mit restriktiver Gesetzgebung.

Es besteht aber ein direkter Zusammenhang zwischen dem Grad der Sexualaufklärung und der Abbruchrate.

Sexualaufklärung und ein leichter Zugang zu Verhütungsmitteln senken die Abbruchrate. Restriktive Gesetze fördern nur die illegalen Abbrüche.

Es gibt viele Studien, die zu erfassen versuchten, wie häufig Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch an psychischen Störungen leiden. Die Ergebnisse dieser Studien unterscheiden sich stark. Klar ist aber, dass der moralische Druck der Gesellschaft und die wahrgenommene Stigmatisierung stark belastend wirken.

Aber auch Mütter, denen ein Schwangerschaftsabbruch verweigert wurde, können laut einer systematischen Übersicht unter den Konsequenzen leiden. Es wird berichtet, dass sich viele Frauen nur schwer an die ungewollte Mutterrolle anpassen konnten und das Kind eher als Belastung empfinden. Die Kinder der betroffenen Mütter erbringen durchschnittlich schlechtere Schulleistungen, zeigen häufiger Verhaltensauffälligkeiten wie Delinquenz und benötigen häufiger psychiatrische Behandlungen (Wikipedia: Schwangerschaftsabbruch).

Ich möchte hier betonen, dass dies statistische Angaben sind und dass es sicher auch viele Frauen und Paare gibt, die sich bei einer ungewollten Schwangerschaft nach einiger Zeit auf ihr Kind freuen und es mit viel Liebe und Zuwendung grossziehen.

Wenn wir die freiwillige Familienplanung auf der ganzen Welt ermöglichen, erreichen wir 3 Ziele:

1.    Wir erleichtern das Zusammensein von Frauen und Männern in den Entwicklungsländern und verhindern tödliche Schwangerschaftsabbrüche.

2.    Die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in den Drittweltländern verbessern sich nachhaltiger und rascher. 

3.    Die Klimaerwärmung wird verlangsamt.

Linksgrüne und religiöse Organisationen verhindern, dass Geld der Entwicklungshilfe für die Familienplanung aufgewendet wird.

Im Katechismus der katholischen Kirche steht: …jede Handlung ist verwerflich, die entweder in Voraussicht oder während des Vollzugs… die Fortpflanzung zu verhindern…  (siehe Post «Selbstbestimmte Sexualität auch in Entwicklungsländern»).

Die Linksgrünen postulieren, dass bessere Bildung der Frauen automatisch zu kleineren Kinderzahlen führt. Das kann in Afrika aber noch 30 Jahre oder mehr dauern.

Laut Schätzung der UNESCO gehen 58 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule. Wie soll so selbstbestimmte Sexualität möglich sein?

Die Linksgrünen fürchten, dass man uns rassistische Motive unterstellen könnte. Sicher besteht diese Gefahr, aber das darf kein Grund sein, die Familienplanung zu einem Tabuthema zu machen. Dadurch fördert man Hungersnöte und die Verwahrlosung von Kindern, die von ihren Eltern auf die Strasse geschickt werden, weil sie die grosse Kinderschar nicht mehr ernähren können.

Alle 12 Jahre wächst die Weltbevölkerung um 1 Milliarde. Es nützt nichts, wenn wir den Ausstoss von Treibhausgasen deutlich reduzieren, wenn in den Entwicklungsländern der Ausstoss von Treibhausgasen um den gleichen Betrag erhöht wird. Weitere Details im Post «Wir können die Klimaziele nicht einhalten».

Nur durch Einschränkungen und den Einsatz von neuen Technologien können wir den Ausstoss von CO2, Methan und N2O nicht genügend reduziere und wir riskieren, dass es zur Klimakatastrophe kommt.

Auch wenn es möglich wäre, den Ausstoss von Treibhausgasen weltweit sehr stark zu reduzieren, könnte die Erde 10 oder 11 Milliarden Menschen nicht ertragen. Das Artensterben wäre nicht aufzuhalten.

Die Anzahl Kinder pro Frau ist in den industrialisierten Ländern stark gesunken und liegt heute grösstenteils deutlich unter 2,1. Erstaunlich ist, dass z.B. auch im Iran und in Brasilien die Kinderzahl auf 1.8 gesunken ist.

Im Niger z.B. liegt die Kinderzahl aber bei 6,6 und in Nigeria bei 5,1. Kaum sind dort Schulen fertig gebaut, sollten schon wieder neue Schulen geplant werden. Hier hat Hilfe bei der Familienplanung nichts mit Rassismus zu tun! Eine nachhaltige Entwicklung dieser Länder ist fast unmöglich.

Wir dürfen dieses Problem nicht durch die Brille von Ideologen sehen.

Die Weltbevölkerung sollte möglichst bald langsam sinken und das ist ohne Probleme möglich, wenn auf der ganzen Welt Mittel für die freiwillige Familienplanung gratis erhältlich sind.

Und gleichzeitig können alle Paare auf der ganzen Welt so viele Kinder haben, wie sie wünschen.

Was müssen wir ändern um das zu erreichen?

Kinderlosen Frauen darf man nicht mehr das Gefühl geben, dass sie ihre «biologische Bestimmung» nicht erfüllen. Frauen mit und ohne Kinder sind absolut gleichwertig. Anderseits sollen die Krankenkassen Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch weiterhin die künstliche Befruchtung bezahlen. Viele Paare leiden, wenn sich ihr Kinderwunsch lange nicht erfüllt.

Für Teenager ist es ein riesiger Schock, wenn sie feststellen, dass sie schwanger sind. Unerwünschte Schwangerschaften sollten durch gute Aufklärung und leichte Erhaltbarkeit von Verhütungsmitteln vermieden werden.

Es gibt auch einen medizinischen Grund, sich für geplante Schwangerschaften einzusetzen. Um zu vermeiden, dass Babys mit offenem Rücken (Spina bifida) geboren werden, wird Frauen, die einen Kinderwunsch hegen empfohlen, bereits vor der Schwangerschaft, Folsäure zu sich zu nehmen.

Aber wenn wir weniger Kinder haben, wer finanziert dann die Gesundheitsversorgung für ältere Menschen?

Menschen im Ruhestand zahlen kaum mehr Steuern und die Gesundheitskosten steigen, aber anderseits nehmen die Kosten für Kindergärten, Schulen und Universitäten ab. Auch die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur werden deutlich sinken.

Die Wirtschaft befürchtet, dass es zu wenig Arbeitskräfte geben wird, umgekehrt fürchten viele, dass durch die Automation und Digitalisierung in Zukunft viele Arbeitsplätze verloren gehen. Beide Befürchtungen sind unbegründet. Mehr im Post «Die Bürger sind wichtiger als die Wirtschaft».

 

Montag, 28. Dezember 2020

Kann der Liberalismus gefährlich sein?


Leitziel des Liberalismus ist die Freiheit des Individuums, vornehmlich gegenüber dem Staat. Jeder Mensch soll so leben wie er möchte, solange er nicht die Freiheit anderer verletzt.
Dazu können sicher alle zustimmen. Aber was geschieht, wenn jemand durch sein Erbe oder durch seine Fähigkeiten wirtschaftlich so stark wird, dass andere von ihm abhängig werden? Wenn er sich nur auf die Maximierung des Profits seiner Firma ausrichtet und seine Macht missbraucht?
Solches Verhalten kann zu Raubtierkapitalismus (auch Turbokapitalismus oder Ultraliberalismus genannt) führen. 
Es gab Wirtschaftswissenschaftler, die die  f r e i e  Marktwirtschaft propagierten. Heute setzen sich die meisten Wirtschaftswissenschaftler für eine  s o z i a l e  Markwirtschaft ein.

Wie sozial soll die Marktwirtschaft sein? Wenn eine Wirtschaft nur sozial ist, fehlt der Stimulus grosse Leistungen zu vollbringen. In der freien Marktwirtschaft kann das eigennützige (egoistische) Streben der Menschen zum Wohl der gesamten Gesellschaft beitragen.

Wenn eine Wirtschaft nur «frei» ist, erhalten Mitarbeiter in nicht privilegierten Positionen ungerecht tiefe Löhne. Die Wirtschaft muss so geregelt werden, dass alle einen gerechten Anteil am Gewinn erhalten.
Gewerkschaften können helfen, die Rechte der Lohnabhängigen zu verteidigen. Es braucht Gewerkschaften. Alle Menschen müssen sich wehren und ihr Recht einklagen können.
Wenn aber Gewerkschaften die Löhne gegen die Gegebenheiten des Marktes durch Streiks nach oben drücken, dann brauchen sie das Instrument der KartelleSo wie die Bildung von Kartellen bei Firmen, so ist auch die kartellmässige Fixierung von Löhnen Gift für die Wirtschaft.

Warum steigen die Löhne in den unteren Einkommensklassen ungenügend? Wenn wir annehmen, dass auch bei den Löhnen das Prinzip von Nachfrage und Angebot gilt, dann müssen wir feststellen, dass Personen mit geringqualifizierten Berufen – wegen der Globalisierung – mit Arbeitern aus China konkurrieren müssen.

Mitarbeiter einer Firma, die Staubsauger herstellen, können durch Streiks nicht höhere Löhne durchsetzen, weil sonst die Staubsauger aus China importiert werden. Die Gewerkschaften haben im produzierenden Gewerbe an Einfluss verloren.

Die Löhne und damit auch die Preise der Produkte steigen kaum mehr und wir haben fast keine Inflation.

Die Arbeitgeber können auch fast unbeschränkt viele Arbeitskräfte aus Billiglohnländern holen.
Zurechtgebogene «Studien» von Wirtschaftswissenschaftlern machen uns glauben, dass die Löhne durch Zuwanderung nicht weniger steigen.
Auch viele Gewerkschaften akzeptieren diese Studien, weil sie dem Sozialismus verpflichtet sind, der die Grenzen für alle öffnen will.

Es besteht eine unheilige Allianz zwischen Vertretern der freien Marktwirtschaft und vom Sozialismus geprägten Gewerkschaften, was bewirkt, dass das «Angebot» an Arbeitskräften mit geringer Qualifikation immer gross ist und die Löhne nicht von selbst steigen.

Eine unkontrollierte Globalisierung bringt den internationalen Konzernen am meisten Vorteile.

Organismen der Natur bestehen aus Zellen, die durch Zellwände geschützt sind.
Jede Zelle legt fest, was die Zellwände passieren darf und was nicht. Organismen bestehen nicht aus einem Fluidum, in dem sich alles überallhin bewegen kann.
So müssen auch alle Länder festlegen, wie weit sie ihre Grenzen offen halten wollen.

Die soziale Marktwirtschaft braucht sorgfältig austarierte Gesetze. Aber alles lässt sich nicht mit Gesetzen regeln. Die Reputation von Firmen und Institutionen muss von der Gesellschaft hoch gewichtet werden. Schwarze Listen können grossen Einfluss haben.

Wenn sich Firmen dem Raubtierkapitalismus hingeben, müssen sie auch von den bürgerlichen Parteien an den Pranger gestellt werden.

Die soziale Marktwirtschaft kann nicht ganz verhindern, dass es grosse Lohnunterschiede gibt.
Einkommensunterschiede müssen durch Steuern gemildert werden.
Die Steuertarife werden in den meisten Ländern progressiv gestaltet. Die Steuerprogression ist aber in fast allen Ländern durch die Teuerung in Schieflage geraten. Durch die kalte Progression werden die kleinen und mittleren Einkommen zu stark besteuert und der Spitzensteuersatz greift zu früh. Das gleiche gilt auch für die Vermögenssteuern.

Dogmatischer Liberalismus hat die Eigenschaften einer Ideologie und ist für die Gesellschaft schädlich, weil er zu Ungerechtigkeiten führt und den Kommunismus und den dogmatischen Sozialismus fördert.

 

Donnerstag, 12. November 2020

Wenn sie von der Polizei festgenommen werden

Wer von Polizeibeamten überraschend festgenommen wird, fühlt sich in der Regel überrumpelt. Kaum jemand ist in dieser Situation in der Lage, einen kühlen Kopf zu bewahren. Auch wenn sie sich unschuldig fühlen, sollten sie sich in jedem Fall so ruhig wie möglich verhalten. Dies raten die "Rechtsanwälte Rudolph".                                                                Wer sich mit "mit Händen und Füssen" gegen die Polizeibeamten wehrt, läuft Gefahr, eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu erhalten.

W i e  w ü r d e n  S i e   s i c h  v e r h a l t e n ? 

Ich googelte den Begriff Polizeigewalt und fand folgenden Beitrag: Der Basketballer Sefolosha war vor fünf Jahren selber Opfer von Polizeigewalt geworden: Ihm brachen Beamte bei einer Kontrolle den Unterschenkel. Ich frage mich, ob die Polizei in den USA bei Kontrollen von Anfang an so gewalttätig ist, oder ob sich Sefolosha verbal und physisch gegen die Kontrolle gewehrt hat.

In Twitter twitterte ich: Die meisten Polizisten sind nicht schlecht. Ohne Polizei geht es nicht! Es würde weniger Polizeigewalt geben, wenn die Polizisten nicht beleidigt und angegriffen würden. Deeskalation auf beiden Seiten!   ano nym @maxs1r0h antwortete mir: "blaming the victim"-strategie, zu deutsch: opfer-täter-umkehr. mehr kann man zu sowas eigentlich nicht sagen.

Warum kommt es bei Einsätzen der Polizei so häufig zu Gewalt? Häufig entwickeln sich Konflikte zwischen der Polizei und dem polizeilichen Gegenüber nach folgendem Schema: (Heinz Kraft, Das deeskalative Einsatzmodell der Polizei NRW)

1. Die Konfliktparteien orientieren ihr eigenes Handeln am Handeln des Kontrahenten.

2. Der Aktion der einen Seite folgt eine unmittelbar bezogene Reaktion der anderen Seite ("erste Umdrehung der Konfliktspirale").

3. Aktion und Reaktion verstärken sich wechselseitig und die Konfliktspannung nimmt zu ("Aufschaukelungseffekt")

4. Die Aufschaukelung wird immer dynamischer, so dass der Konflikt für die Beteiligten ausser Kontrolle gerät.

Heinz Kraft schlägt vor, den "Adressaten" durch das Gespräch zu binden, um damit die Wahrscheinlichkeit einer Flucht oder aggressiven Verhaltens zu reduzieren.

Rechtsextreme und linksextreme Parteien, Gruppierungen aller Hautfarben und aller Weltanschauungen sollten ihre Mitglieder auffordern, sich bei einer Festnahme nicht verbal oder physisch zu wehren. Sich loszureissen führt zu Gewalt. Wenn die Polizei die Flucht von Verdächtigen tolerieren würde, hätten wir bald chaotische Zustände.

Wie kann die Polizei reformiert werden, damit ihre Akzeptanz in der Bevölkerung wieder steigt? Es sollten bei der Polizei deutlich mehr Frauen und Polizisten mit Migrationshintergrund eingestellt werden und alle heiklen Einsätze sollten nur mit Bodycams durchgeführt werden.

Für mich persönlich ist wichtig, dass die Polizei mich bei einer Kontrolle respektvoll und als gleichwertige Person behandelt.

In Deutschland ist aufgefallen, dass es Polizisten gibt, die rechtsradikales Gedankengut verbreiten. Warum gibt es bei der Polizei kaum Anhänger von linken Positionen? In der DDR vertraten alle Polizisten linke Positionen, aber in den westlichen Demokratien gibt es kaum Polizisten, die politisch links stehen. Viele Polizisten vertreten Ansichten rechts von der politischen Mitte. Anders ist es bei den Journalisten. Die meisten Journalisten vertreten linke Positionen und so kommt es, dass linke Journalisten häufig wohlwollend über linke Demonstranten berichten, die sich Schlachten mit der Polizei lieferten.

Es ist sicher allgemein unbestritten, dass die Polizei das Gewaltmonopol hat und damit der Sicherheit der Bürger und Bürgerinnen dient. Die Polizei darf ihr Gewaltmonopol nicht missbrauchen und muss sich so verhalten, dass sie als "Freund und Helfer" angesehen werden kann. Es gibt aber Bevölkerungsgruppen, die von der Polizei häufig angehalten und kontrolliert werden und die die Polizei nicht als Freund, sondern als ihren Feind ansehen.

Es darf nicht toleriert werden, dass offen zum Kampf gegen die Polizei aufgerufen wird. Wie ich schon in meinem Blog "Aggressionen" erwähnte, gibt es Games, in denen man reihenweise Polizisten erschiessen kann (googlen: youtube gta 50 headshots).

Wir schätzen es alle, dass wir in einer freiheitlichen Gesellschaft leben dürfen, aber wir beschädigen unser freiheitliches System, wenn wir zulassen, dass die Polizei als Prügelknabe dient für Personen, die sich in unserem Staat nicht zurechtfinden können.



Dienstag, 30. Juni 2020

Gibt es ein Recht auf Sterbehilfe?


Unsere Gesellschaft wird immer älter. Die Medizin erlaubt es den Tod hinauszuschieben, aber das Leben bis zum Schluss lebenswert zu erhalten, schafft sie oft nicht.
Der Mensch hat das Selbstbestimmungsrecht auch über den Zeitpunkt seines Sterbens. Ich habe ein Recht auf Leben, aber auch ein Recht zu sterben, wenn mein Leben für mich nicht mehr lebenswert ist.

Man unterscheidet verschiedene Formen von Sterbehilfe (Euthanasie).

Passive Sterbehilfe
Bei der passiven Sterbehilfe werden lebenserhaltende Massnahmen beendet. Dies geschieht im Einvernehmen mit der betroffenen Person oder deren Angehörigen.

Indirekte Sterbehilfe
Mit der indirekten Sterbehilfe ist die Gabe von schmerzlindernden oder bewusstseinstrübenden Medikamenten gemeint. Die Betroffenen wünschen diese Behandlung oder haben dies in ihrer Patientenverfügung festgelegt.

Begleiteter Suizid  
Hier geht es darum, dass dem Sterbewilligen das Medikament besorgt wird, das den Tod einleitet. Einnehmen muss sie die betroffene Person selbst.

Aktive Sterbehilfe
Auch Tötung auf Verlangen genannt, ist nur in wenigen Ländern erlaubt. Bei der aktiven Sterbehilfe wird dem Patienten auf dessen Wunsch z.B. vom Arzt eine tödliche Spritze gesetzt.

In immer mehr Staaten wird die Sterbehilfe erlaubt. Aber die meisten Religionsgemeinschaften missbilligen die Sterbehilfe.
Der Katechismus der katholischen Kirche verurteilt "die Beihilfe zum Selbstmord"
2277 Eine Handlung oder eine Unterlassung, die von sich aus oder der Absicht nach den Tod herbeiführt, um dem Schmerz ein Ende zu machen, ist ein Mord, ein schweres Vergehen gegen die Menschenwürde und gegen die Achtung, die man dem lebendigen Gott, dem Schöpfer, schuldet.
2278 Die Moral verlangt keine Therapie um jeden Preis. Ausserordentliche oder zum erhofften Ergebnis in keinem Verhältnis stehende aufwendige und gefährliche medizinische Verfahren einzustellen, kann berechtigt sein. Man will dadurch den Tod nicht herbeiführen, sondern nimmt nur hin, ihn nicht verhindern zu können.
In der Bibel konnte ich keine Stelle finden, die den Suizid direkt verurteilt.
      Auch im Islam ist Sterbehilfe nicht erlaubt. Dazu kommt, dass im Islam gilt, dass der Mensch dazu erschaffen wurde Schwierigkeiten und Not zu erdulden. Es ist nicht erlaubt, einen Menschen durch den Tod von Leid und Schmerzen zu befreien.

Jedes Land soll die Bedingungen, unter denen Sterbehilfe möglich ist, selbst bestimmen und darf sich nicht von Vertretern von Religionsgemeinschaften fremdbestimmen lassen. 


Montag, 18. Mai 2020

Aggressionen


Im Internet können Videoclips von Games gefunden werden, in denen man selbst als Amokläufer dutzende von Personen niederschiessen kann.
Zum Beispiel diese Anleitung zu einem Game:
https://www.youtube.com/watch?v=W9dhKky110k (oder bei Google eingeben: youtube gta 50 headshots)
… shooting people on the head … all you are doing here is driving around from place to place in the town finding people on the street…you know… you are stopping, point your gun on the head, then getting the head free shot… er schiesst, der Mann sackt zusammen … you know… you drive around, you have not to leave the car, you can shoot him from inside the car … er schiesst, der Mann fällt zu Boden … it may be easier …
Man kann auch Polizisten erschiessen, so viele Fussgänger wie möglich zu Matsch fahren, in Grossaufnahmen mit einer grosskalibrigen Waffe auf den Bauch eines Opfers schiessen, so dass die Gedärme herausspritzen …
          Aber es gib Psychologen die in «wissenschaftlichen» Studien zum Schluss kommen, dass «Violent video game engagement is not associated with adolescents' aggressive behaviour» https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rsos.171474#d3e2748
Der obenstehende Link führt zu einer oft zitierten Studie der University of Oxford.
Diese Studie mag sich wissenschaftlich nennen, aber sie erfüllt nicht ansatzweise die Anforderungen, die an naturwissenschaftliche oder medizinische Studien gestellt werden.
Wahrscheinlich ist es in diesem Bereich gar nicht möglich mit Menschen wissenschaftlich korrekte Studien durchzuführen.
Für Pharmazeutika braucht es randomisierte Placebo kontrollierte Doppelblindstudien. Randomisiert war diese Studie nicht ansatzweise, denn es wurden 1000 14- und 15-jährige Jugendliche gewählt, die sich selbst meldeten und damit mit grosser Wahrscheinlichkeit schon stark von gewaltverherrlichenden Games geprägt waren. Es fehlen 500 Jugendlich die bis anhin kaum Zugang zu solchen Games hatten, die aber von Eltern schwerlich die Bewilligung erhalten hätten, in diesem Versuch sich stundenlang gewaltverherrlichenden Videos auszusetzen.
Die Jugendlichen hatten sicher auch die Tendenz, die Fragen so zu beantworten, dass sie weiterhin alle Games spielen dürfen, womit jede Wissenschaftlichkeit verloren geht.
Es braucht solche Studien auch gar nicht, denn der gesunde Menschenverstand sagt doch jedem (ausser einigen Psychologen), dass gewalthaltige Spiele aggressive Gedanken verstärken und die Empathiefähigkeit reduzieren.
Es gibt eine gut organisierte und mächtige Game Industrie. Es ist naiv anzunehmen, dass diese Organisationen nicht versuchen solche Untersuchungen zu finanzieren.
Die Zigarettenindustrie finanzierte bis in die 80er Jahre Studien über die (Un)schädlichkeit des Rauchens und finanzierte (verdeckt) Artikel, in denen die Nichtraucher zu Toleranz gegenüber den Rauchern aufgefordert wurden. Und es wirkte, denn niemand wollte intolerant sein.
Die Gamer wollen sich die gewaltverherrlichenden Games nicht nehmen lassen und wehren sich: «Und wenn man sieht wie viele X Millionen Menschen solche Spiele spielen, dann müssten die Strassen der Welt täglich mit Leichen gepflastert sein.
Ich finde, dass man Spiele und Realität einfach unterscheiden und trennen muss».

Wenn man über Aggressionen nachdenkt, kommt man fast unweigerlich auf die blutigen Gladiatorenkämpfe der Römer.
Als Kaiser Trajan seinen Triumph über die Daker feierte, sollen die «Spiele» 123 Tage gedauert haben. 10.000 Kämpfer und 11.000 exotische Tiere sorgten dafür, dass sich der Boden des Kolosseums rot färbte.
Die Massenabschlachtungen standen danach für die Vernichtung alle Feinde und die Gladiatorenkämpfe für Tapferkeit und Todesmut der Legionen.
Rom brauchte Legionäre mit einem grossen Aggressionspotenzial.

Die Spiele dauerten meistens einen ganzen Tag, der sich in drei Teile gliederte. Am Anfang standen Tierhetzen auf dem Programm. Das war eine ziemlich bunte Sache, ging es doch darum, dem Publikum eine Vorstellung von der Welt zu geben, die Rom beherrschte. Bei einem einzigen Spiel von Kaiser Nero sollen 400 Bären und 300 Löwen getötet worden sein.
Die Massenabschlachtungen um die Mittagszeit, in der verurteilte Verbrecher und Kriegsgefangene sich zu Hunderten umbrachten, standen für die Vernichtung aller Feinde, während die Gladiatorenkämpfe zum Abend hin Tapferkeit und Todesmut der Römer und ihrer Legionen repräsentierten.
War einer von ihnen tot, war das Duell zu Ende. Wenn ein Gladiator verletzt am Boden lag, kam die Entscheidung über Leben und Tod des Unterlegenen. „Töte ihn“ oder „begnadige ihn“ waren die Sprechchöre, mit denen die Zuschauer mit dem Ausrichter der Spiele in einen regelrechten Dialog eintraten. Und der war wohl gut beraten, sich dem Urteil der Masse anzuschließen.

Bei 3D-Videospielen wird alles immer realistischer. Sie stellen immerhin noch nicht die Wirklichkeit dar wie die Gladiatorenkämpfe der Römer. Die zuschauenden Römer konnten «töte ihn» rufen aber sie konnten selbst nicht töten. Bei den Games finde ich es unheimlich, dass man nicht zuschaut wie andere Menschen getötet werden, nein man tötet virtuell aktiv, indem man abdrückt!

Sogar Donald Trump ist gegen gewaltverherrlichende Games. Er sagte:
“We must stop the glorification of violence in our society. This includes the gruesome and grisly video games that are now commonplace. It is too easy today for troubled youth to surround themselves with a culture that celebrates violence. We must stop or substantially reduce this, and it has to begin immediately. Cultural change is hard, but each of us can choose to build a culture that celebrates the inherent worth and dignity of every human life”.

Wenn eine Frau sich in einen jungen Mann verliebt, der gewaltverherrlichende Games spielt, muss sie sich nicht wundern, wenn sie später von ihrem Freund oder Mann geschlagen wird.

Wer in einer Gruppe lebt, welche Gewalt befürwortet, oder wer selbst Opfer von Gewalt geworden ist, wird selbst eher aggressiv.
In Kulturen, in denen die Blutrache zum Gewohnheitsrecht gehört, müssen alle gedemütigten männlichen Mitglieder die Ehre wiedererlangen oder sie werden als minderwertig ausgegrenzt.
Die meisten Menschen möchten in einer friedlichen Kultur leben.
Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Gewalt und Aggressionen abgelehnt werden. Das Dulden von aggressivem Verhalten – auch im alltäglichen Leben – muss missbilligt werden.

Im Strassenverkehr gibt es zu häufig aggressives Verhalten. Dichtes Auffahren und Drängeln gehört zum Alltag im Strassenverkehr.
Beim Autofahren ist man, geschützt von einer blechernen Karosserie, anonym unterwegs. Wenn man sich in anderen Situationen nach vorne drängt, muss man sich in die Augen schauen. Wenn mir jemand auf wenige Meter auffährt, denke ich: Ist der schwul, was will der von mir? (Sorry, ich finde sonst Schwule sehr sympathisch).
40% aller Unfälle sind Auffahrunfälle.
Einige Autofahrer haben das Bedürfnis immer am Limit zu fahren. Wenn sie auf einen Fahrer stossen, der mit einer vernünftigen Geschwindigkeit fahren möchte, fahren sie eng auf, um zu zeigen, dass sie fähig sind schneller zu fahren.
Umfragen ergaben: Acht von zehn Personen wissen aus eigener Erfahrung, was es heisst, von anderen Verkehrsteilnehmern drangsaliert, eingeschüchtert und provoziert zu werden.
Es kommt eine Hektik in den Verkehr und für die Mehrheit der Fahrer geht Lebensqualität verloren.




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